Privat-Pkw, Vorsteuerabzug

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Zuordnung bei der Umsatzsteuer
  • Voller Vorsteuerabzug
  • Ausscheiden aus dem Unternehmen
 
Hinweis

Durch das Corona-Steuerhilfegesetz II wird vorübergehend der allgemeine Umsatzsteuersatz von 19 % auf 16 % und der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % auf 5 % reduziert. Da die Senkung der Steuersätze nur befristet vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 gilt, wurde sie in diesem Beitrag nicht berücksichtigt. Informationen zu den Auswirkungen der Steuersatzänderung finden Sie im Beitrag "Absenkung des Umsatzsteuersatzes 2020: Herausforderungen für die Praxis".

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Kfz-Kosten für betrieblich genutzte zum Privatvermögen gehörende Kraftfahrzeuge
Eigener Kontenplan SKR 03
  4590
IKR  
6881 SKR 04
  6590
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Privatentnahmen allgemein
Eigener Kontenplan SKR 03
  1800
IKR  
3020 SKR 04
  2100
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Der Unternehmer kann einen gemischt genutzten Pkw bei der Einkommen- und der Umsatzsteuer entweder einheitlich seinem Betriebsvermögen und seinem umsatzsteuerlichen Unternehmen zuordnen oder unterschiedlich behandeln, indem er ihn einkommensteuerlich dem Privatvermögen und umsatzsteuerlich seinem Unternehmen zuordnet. Bei einer nur umsatzsteuerlichen Zuordnung wird (per Saldo) nur der Vorsteuerabzug gebucht. Die laufenden Kosten werden mit Vorsteuerabzug auf das Konto "Kfz-Kosten für betrieblich genutzte zum Privatvermögen gehörende Kraftfahrzeuge" 4590 (SKR 03) bzw. 6590 (SKR 04) gebucht.

 

Buchungssatz:

Kfz-Kosten für betrieblich genutzte zum Privatvermögen gehörende Kraftfahrzeuge

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Privatvermögen mit Vorsteuerabzug

Herr Huber hat seinen Pkw für 28.560 EUR (einschließlich 4.560 EUR Umsatzsteuer) angeschafft. Er nutzt den Pkw zu 38 % für seine betrieblichen Zwecke. Er zahlt den Kaufpreis von seinem betrieblichen Girokonto. Da der Pkw nicht zum Betriebsvermögen gehören soll, wird er auch nicht in der Buchführung ausgewiesen. Es ist allein die abziehbare Vorsteuer zu buchen.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1800 Privatentnahmen allgemein 24.000      
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 4.560 1200 Bank 28.560
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
2100 Privatentnahmen allgemein 24.000      
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 4.560 1800 Bank 28.560

Die Rechnung über den Kauf des Pkws bleibt in den Buchführungsunterlagen, weil ohne ordnungsgemäße Rechnung kein Vorsteuerabzug möglich ist. Bei einer Zahlung vom privaten Konto sieht die Buchung wie folgt aus:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 4.560 1890 Privateinlagen 4.560
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 4.560 2180 Privateinlagen 4.560

Wenn es technisch nicht möglich ist, allein die Umsatzsteuer zu buchen, sollte die Anschaffung des Fahrzeugs mit Vorsteuerabzug und sofortiger Entnahme gebucht werden.

 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung Betrag
0320 Pkw 24.000      
1576 Abziehbare Vorsteuer 19 % 4.560 1890 Privateinlagen 28.560
 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
0520 Pkw 24.000      
1406 Abziehbare Vorsteuer 19 % 4.560 2180 Privateinlagen 28.560
 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung Betrag
1800 Privatentnahmen allgemein 24.000 0320 Pkw 24.000
 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
2100 Privatentnahmen allgemein   0520 Pkw 24.000

Diese "Korrekturbuchung" erfolgt nur aus technischen Gründen, sodass die Privateinlage i. H. v. 24.000 EUR durch eine Privatentnahme rückgängig gemacht wird. Die Buchung sollte mit einem entsprechenden Buchungstext versehen werden bzw. sollte ein Beleg gefertigt werden, der die Buchung erläutert. Das ist auch zu beachten, wenn es um die Ermittlung von Über- und Unterentnahmen im Zusammenhang mit dem Abzug von Schuldzinsen geht.

3 Privat-Pkw mit Vorsteuerabzug

Der Unternehmer kann einen gemischt genutzten Pkw bei der Einkommen- und der Umsatzsteuer entweder einheitlich seinem Betriebsvermögen und seinem umsatzsteuerlichen Unternehmen zuordnen oder unterschiedlich behandeln, indem er ihn einkommensteuerlich dem Privatvermögen und umsatzsteuerlich seinem Unternehmen zuordnet.

3.1 Wann der Unterschied zwischen der Einkommen- und der Umsatzsteuer ein Vorteil sein kann

Nutzt der Unternehmer seinen Pkw zu mehr als 50 % für betriebliche Zwecke, gehört er zu seinem notwendigen Betriebsvermögen. Ist das der Fall, sollte der Unternehmer seinen Firmen-Pkw auch seinem umsatzsteuerlichen Unternehmen zuordnen. Eine abweichende Zuordnung bei der Umsatzsteuer macht keinen Sinn.

Verwendet der Unternehmer sein Fahrzeug zwischen 50 % und 90 % für private Zwecke, wirkt sich die unterschiedliche Zuordnung wie folgt aus:

  • Trotz einer Zuordnung zum Privatvermögen kann der volle Vorsteuerabzug beanspr...

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