Abschreibungsregeln für Software

Zusammenfassung

 

Überblick

Computeranlagen setzen sich zusammen aus der Hardware, die ein körperliches Wirtschaftsgut ist, und der Software, die als immaterielles Wirtschaftsgut beurteilt wird, sofern es sich um ein eigenständiges Wirtschaftsgut handelt. Ein einheitliches materielles Wirtschaftsgut wird steuerlich angenommen, wenn die Software als unselbstständiger Bestandteil in das Gerät fest eingebaut und die Software auf das Gerät zugeschnitten ist oder wenn die Software zusammen mit der Hardware ohne gesonderte Berechnung und ohne Aufteilbarkeit des Entgelts zur Verfügung gestellt wird.[1]

Wird Software zusammen mit der Hardware angeboten und dafür kein gesonderter Preis auf der Rechnung ausgewiesen, bildet beides eine Einheit und ist einheitlich auf die Nutzungsdauer abzuschreiben. Die Nutzungsdauer für PCs, Notebooks und Laptops sowie für Peripheriegeräte beträgt nach der "AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter" 3 Jahre.[2] Bei separater Anschaffung der Software kann diese unabhängig von der Hardware abgeschrieben werden. Dies wirft in der Praxis Probleme auf.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Gesetzlich geregelt ist die Abschreibung in § 7 EStG. Abschreibungsvorschriften für geringwertige Wirtschaftsgüter sind die § 6 Abs. 2 und 2a EStG. Verwaltungsseitige Erläuterungen finden sich u. a. in R 5.5 EStR 2012.

1 Software

1.1 Begriffe "Hardware" und "Software"

Der Begriff der Hardware umfasst alle physischen (mechanischen, elektrischen und elektronischen) Bestandteile einer EDV-Anlage. Sie setzt sich im Wesentlichen aus der Zentraleinheit (Computer, Rechner und Monitor, Tastatur, Maus) und den für die Eingabe, Ausgabe und Speicherung von Daten und Programmen benötigten sog. peripheren Geräten (insbesondere Drucker und Scanner) zusammen.[1]

Unter Software sind alle diejenigen Teile einer EDV-Anlage zu verstehen, die nicht zu den physischen Bestandteilen eines Computers gehören und somit nicht zur Hardware zählen. Zu unterscheiden ist zwischen der rein maschinenorientierten Systemsoftware und der Anwendersoftware, bei der wiederum zwischen Individual- und Standard-Anwender-Software unterschieden wird. Die Standard-Anwender-Software dient einem größeren, nicht weiter individualisierten Benutzerkreis zur Bewältigung gleichartiger Probleme, während die Individual-Anwender-Software für einen konkreten Problemfall und/oder einen bestimmten Anwender hergestellt wird.[2]

1.2 Immaterielles Wirtschaftsgut

Computerprogramme sind grundsätzlich auch dann, wenn sie auf einem Datenträger gespeichert und demnach aus materiellen und immateriellen Elementen zusammengesetzt sind, immaterielle Wirtschaftsgüter. Der BFH hat in ständiger Rechtsprechung selbstständige Software aller Kategorien grundsätzlich als immaterielles Wirtschaftsgut behandelt. Die Einordnung von Wirtschaftsgütern mit materiellen und immateriellen Komponenten ist u. a. für die Beurteilung als geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) i. S. d. § 6 Abs. 2 EStG von Bedeutung.

Der BFH[1] hat zwar die Frage aufgeworfen, ob die Einstufung von Standardsoftware als immaterielles Wirtschaftsgut vor dem (geänderten) zivilrechtlichen und wirtschaftlichen Hintergrund noch zeitgemäß ist. Er hat die Frage aber offengelassen, weil es in dem fraglichen Urteilsfall um die Auslegung ging, ob die auf einem Datenträger verkörperte Standardsoftware "Ware" i. S. d. § 2a Abs. 2 EStG ist und nicht darum, ob und inwieweit Computerprogramme zu immateriellen Wirtschaftsgütern zählen. In einem neueren Urteil hat der BFH[2] jedoch seine frühere Rechtsprechung bekräftigt, wonach auch Standardsoftware zu den immateriellen Wirtschaftsgütern gehört. Weder die Vervielfältigung als solche noch die vielfache Speicherung auf Datenträgern beeinflusst die gegenüber dem materiellen Wert des Datenträgers überwiegende Bedeutung des geistigen Inhalts der Software.

Wer separat ein Computerprogramm "käuflich" erwirbt und für diesen Erwerb ein Entgelt bezahlt, hat damit prinzipiell kein materielles, sondern ein immaterielles Wirtschaftsgut angeschafft. Die Aufwendungen sind keine Anschaffungskosten für ein bewegliches Wirtschaftsgut (Sache), sondern Anschaffungskosten für ein immaterielles Wirtschaftsgut, nämlich das Programm. Der BFH[3] vertritt die Ansicht, dass Software regelmäßig ein immaterielles Wirtschaftsgut ist, auch dann, wenn es sich um Standardsoftware handelt, die auf einem Datenträger gespeichert ist.

2 Abschreibungsdauer

Abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens sind mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten vermindert um die AfA nach § 7 EStG anzusetzen.[1] Bei Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als 1 Jahr erstreckt, ist jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaffungskosten abzusetzen, der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung auf 1 Jahr entfällt (lineare AfA nach § 7 Abs. 1 Satz 1 EStG). Die AfA bemisst sich hierbei nach der betriebsgewöhnlichen Nut...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt ProFirma Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich ProFirma Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesen