Assistierte Ausbildung

Zusammenfassung

 
Begriff

Mit dem Instrument der Assistierten Ausbildung können die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter junge Menschen und deren Ausbildungsbetriebe auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss einer betrieblichen Berufsausbildung und erforderlichenfalls auch bei der Begründung und Stabilisierung eines Anschlussarbeitsverhältnisses unterstützen.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Sozialversicherung: Grundlage für die Förderung sind die §§ 74 bis 75a SGB III. Gemäß § 16 SGB II besteht die Fördermöglichkeit auch für Personen im Leistungssystem der Grundsicherung für Arbeitsuchende.

1 Zielsetzung

Das Instrument der Assistierten Ausbildung geht maßgeblich zurück auf die zwischen der Bundesregierung, den Spitzenverbänden der Wirtschaft, den Gewerkschaften, den Ländern und der Bundesagentur für Arbeit getroffenen Vereinbarungen im Rahmen der "Allianz für Aus- und Weiterbildung".

Die Förderregelung war zunächst befristet. Mit einer Reform im Jahr 2020 wurden Doppelstrukturen zum vormals gleichartigen Instrument der Ausbildungsbegleitenden Hilfen beseitigt. Mit dem reformierten Instrument der Assistierten Ausbildung sind nunmehr beide Regelungen zusammengefasst und dauerhaft im Recht der Arbeitsförderung (SGB III) und im Recht der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II) verankert.[1]

Die Förderung soll den veränderten Bedingungen am Ausbildungsmarkt und den Herausforderungen des steigenden Fachkräftebedarfs Rechnung tragen. Kernelemente sind passgenaue Angebote für junge Menschen, die Unterstützung beim Erreichen eines Ausbildungsabschlusses benötigen, und gleichzeitige Hilfestellungen für Ausbildungsbetriebe auch als Anreiz, für den Personenkreis mit Unterstützungsbedarf Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Die Assistierte Ausbildung ist als Maßnahmeförderung ausgestaltet. Das bedeutet: Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter stellen Teilnahmeplätze bzw. Förderkapazitäten zur Verfügung. Die mit den Maßnahmen beauftragten Bildungsträger setzen die Förderung um. Sie arbeiten eng mit der Arbeitsverwaltung und den Ausbildungsbetrieben zusammen. So stehen für jeden Förderfall feste Ausbildungsbegleiter zur Verfügung. Sie unterstützen die Betroffenen und sind Ansprechpartner für den Ausbildungsbetrieb.

2 Förderstruktur

Die Förderung unterscheidet eine

  • Vorphase und
  • eine begleitende Phase.[1]

2.1 Vorphase

Die Vorphase umfasst in erster Linie Angebote und Hilfen, die für die Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung wichtig sind. Die Vorphase ist optional, sie kann jedoch nicht isoliert von einer begleitenden Phase durchgeführt werden.

2.1.1 Förderung in der Vorphase

Die Förderung in der Vorphase erstreckt sich in erster Linie auf die Absicherung der Berufswahl (Berufsorientierung) und die Unterstützung bei der Suche und Aufnahme einer betrieblichen Berufsausbildung. Die Vorphase wird grundsätzlich in Vollzeitform durchgeführt und darf bis zu 6 Monate umfassen. Grundsätzlich soll ein nahtloser Übergang in eine Berufsausbildung angestrebt werden. Gelingt dies nicht, kann die Vorphase um bis zu 2 Monate verlängert werden.[1]

2.1.2 Unterstützung der jungen Menschen

Gefördert werden können z. B. betriebliche Praktika mit dem Ziel, die Berufswahlentscheidung zu erleichtern. Sofern sich herausstellt, dass ein unmittelbarer Übergang in eine betriebliche Ausbildung (noch) nicht möglich ist, können weitere vorbereitende Fördermöglichkeiten, wie z. B. die o. a. Einstiegsqualifizierung, in Betracht gezogen werden.

Während der Vorphase haben die Teilnehmer zur Sicherung des Lebensunterhalts grundsätzlich Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe.[1] Eine Ausnahme gilt für den Personenkreis der sog. Gestatteten. Sie sind zur Sicherung des Lebensunterhalts auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz verwiesen.

2.1.3 Unterstützung der Betriebe

Betriebe können in der Vorphase bei der Vorbereitung und Aufnahme einer Berufsausbildung unterstützt werden. Dies umfasst z. B.

  • die Information über verschiedene Fördermöglichkeiten,
  • die Unterstützung bei der Schaffung der Ausbildungsvoraussetzungen,
  • individuelle Hilfestellungen bei der Auswahl und Einstellung der Auszubildenden und
  • die Beratung bei administrativen Aufgaben (Ausbildungsplanung usw.).

2.2 Begleitende Phase

Die begleitende Phase bietet Unterstützung vorrangig während der Ausbildung. Sie kann sich auf die gesamte Dauer einer Ausbildung bis zum erfolgreichen Abschluss erstrecken. Sie geht erforderlichenfalls aber auch über das Ausbildungsende hinaus und umfasst die Unterstützung bei der Begründung und Stabilisierung eines Arbeitsverhältnisses.

 
Hinweis

Förderung auch bei Einstiegsqualifizierung

Im Rahmen der begleitenden Phase kann auch eine betriebliche Einstiegsqualifizierung gefördert werden. Dies ist eine spezielle Form der Berufsvorbereitung für junge Menschen mit erschwerten Vermittlungsperspektiven, bei der die Betroffenen und die Arbeitgeber in einer betriebspraktischen Erprobung bis zu 12 Monate unterstützt werden können.[1]

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt SGB Office Professional . Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich SGB Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge