Rn. 370
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Die Vorschrift bestimmt keinen (eigenständigen) Begriff der Gesellschaft oder Gemeinschaft, auch wenn das vom Gesetzgeber vorgefundene Grundmuster der Private Equity bzw Venture Capital die Organisation in einer GmbH & Co KG ist, bei der die laufenden Geschäfte durch die Komplementär-GmbH (ggf durch eine Management-Gesellschaft als Kommanditistin) wahrgenommen werden (im Einzelnen Bauer/Gemmeke, DStR 2004, 580; Friederichs/Köhler, DB 2004, 1638; Wiese/Klass, FR 2004, 324). Daher kommt jede Art der PersGes (hierzu s Erläut zu § 15 (Bitz)), der Gemeinschaft, aber auch – obwohl in der Praxis wenig genutzt – der KapGes in Betracht (vgl Schefczyk/Peterson, BB 2002, 805; Freyling/Klingsch, StB 2003, 21, 27; Watrin/Stuffert, BB 2004, 1888). Letzteres erscheint zwar nicht eindeutig, zumal nach § 8 Abs 2 KStG die Einkünfte der KapGes als Gewerbebetrieb zu behandeln sind (vgl § 2 Abs 2 GewStG). Jedoch erscheint es nicht ausgeschlossen, nach dem Sinn und Zweck der Vorschrift auch eine begrifflich bzw ihrem Gegenstande nach vermögensverwaltende KapGes als Gesellschaft iSd Vorschrift anzusehen (ebenso Bünning, FR 2002, 982, 986; Brandt in H/H/R, § 18 EStG Rz 281 (02/2020)). Auf die Bezeichnung als Private Equity oder Venture Capital kommt es nicht an.
Rn. 371
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Der Bezieher der Einkünfte muss Beteiligter an der vermögensverwaltenden Gesellschaft oder Gemeinschaft (Fonds) sein. Erforderlich ist also eine kapitalmäßige Beteiligung, für die jedoch eine Mindestquote nicht vorgesehen ist. Die Auffassung von Behrens, FR 2004, 1211, auch Nicht-Gesellschafter oder -Gemeinschafter fielen dann unter diese Regelung, wenn sie ihre Leistungen für den Fonds aufgrund Dienstvertrages erbringen, findet im Wortlaut des Gesetzes keine Stütze. Die...