Rn. 56
Stand: EL 186 – ET: 01/2026
Das allg Zuflussprinzip des § 11 Abs 1 S 1 EStG ist nach § 11 Abs 1 S 2 EStG bei regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen durchbrochen, sofern die in § 11 Abs 1 S 2 EStG genannten weiteren Voraussetzungen gegeben sind. Es handelt sich um eine eng begrenzte Ausnahmeregelung, vgl BFH v 09.05.1974, VI R 161/72, BStBl II 1974, 547, die regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen, die dem StPfl kurze Zeit vor Beginn oder kurze Zeit nach Beendigung des Kj zugeflossen sind, sind dem Kj zuordnet, zu dem sie wirtschaftlich gehören. IRd nach § 32 Abs 4 S 1 Nr 3 EStG durchzuführenden – monatsbezogenen – Vergleichsrechnung gilt § 11 Abs 1 S 2 EStG entsprechend für die Erfassung monatlich wiederkehrender Einkünfte, BFH v 11.04.2013, III R 35/11, BStBl II 2013, 1037; auf sonstige Bezüge iSd § 38a Abs 1 S 3 EStG ist § 11 Abs 1 S 2 EStG hingegen nicht anwendbar, BFH v 24.08.2017, VI R 58/15, BStBl II 2018, 72; aA Kube/Schomäcker in K/S/M, § 11 EStG Rz B 41 (11/2016).
Eine weiter gehende Durchbrechung des Zuflussprinzips ermöglicht § 11 Abs 1 S 2 EStG nicht, vgl BFH v 17.01.1978, VIII R 97/75, BStBl II 1978, 337 zur Mieterabfindung; FG München v 27.04.1993, 16 K 1968/92, EFG 1994, 155 zu Zinsen. In seiner steuerlichen Wirkung entspricht § 11 Abs 1 S 2 EStG der eines RAP, Martini in Brandis/Heuermann, § 11 EStG Rz 36 (08/2023). Die Regelung gilt nur für die Zuordnung regelmäßiger Einnahmen zu einem Kj, jedoch nicht – entsprechend – für die Zuordnung innerhalb eines Kj, vgl BFH v 19.12.1975, VI R 157/72, BStBl II 1976, 322 zur zeitlichen Zuordnung einer im Voraus erbrachten Leistung als Einnahme, die der Erblasser noch vor seinem Tod erhalten hat. Weicht das Wj vom Kj ab, findet § 11 Abs 1 S 2 EStG entsprechend Anwendung, BFH v 23.09.1999, IV R 1/99, BStBl II 2000, 121.