Prof. Dr. Ronald Gleich
, Prof. Dr. Heimo Losbichler
Die vergangenen zwei Jahre waren in der Europäischen Union von einer außergewöhnlich hohen Dichte an makroökonomischen und geopolitischen Umbrüchen gekennzeichnet. Eine Entwicklung, die sich fortsetzt. Die europäische Wirtschaft erlebt eine tiefgreifende Veränderung bisheriger Gewissheiten. Für Unternehmen bedeutet dies ein erhöhtes Maß an Unsicherheiten. Operatives Agieren und Reagieren reicht nicht mehr aus. Vielmehr gilt es, die strategischen Weichen im Hinblick auf dieses volatile Umfeld neu auszurichten.
Abb. 7: Impact für Unternehmen- makroökonomische Rahmenbedingungen
Abbildung 7 verdeutlicht die Bedeutung der Impacts aus makroökonomischen Rahmenbedingungen für Unternehmen und liefert eine quantitative Einschätzung der Relevanz. Basis ist die Einschätzung einer in ChatGPT durchgeführten Analyse. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass Polykrisen, Hypervolatilität, die geopolitische Lage sowie das Spannungsfeld Globalisierung vs. Deglobalisierung (rot in Abbildung 7) einen substanziell stärkeren Einfluss auf die Unternehmen ausüben und ihre Relevanz für die Unternehmenssteuerung steigt. Die Intensität, mit der dies geschieht, haben viele Firmen bisher noch nicht ausreichend auf dem Radar. Gleichzeitig scheint es, dass sich die Unternehmen bereits besser auf den demografischen Wandel, Rezession und Stagnation, Geschäftsmodellinnovation sowie die Positionierung des Westens (grau in Abbildung 7) eingestellt haben – ein Zustand, der zunehmend zum neuen Normal wird.
Krisen treffen inzwischen zeitgleich aufeinander und überlagern sich. Durch zahlreiche Konflikte oder Kriege wachsen die geopolitischen Spannungen. Weltweit ist eine Abkehr von globalen Wirtschaftsstrukturen hin zu einer multipolaren Weltordnung, oft einhergehend mit protektionistischem Handeln, zu beobachten...