Verluste: Körperschaftsteue... / Zusammenfassung
 
Überblick

Die Körperschaftsteuer bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen. Das Einkommen und seine Ermittlung richten sich nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes unter Berücksichtigung der Regelungen des Körperschaftsteuergesetzes. Einkommen ist danach grundsätzlich die Summe der Einkünfte aus den 7 Einkunftsarten nach Ausgleich mit Verlusten und nach Abzug von Verlustrück- und -vorträgen sowie bestimmter abzugsfähiger Ausgaben.

Begrifflich bedeutet ein Verlust im Körperschaftsteuerrecht das Gleiche wie im Einkommensteuerrecht. Da allerdings bei einer Kapitalgesellschaft sämtliche Einkünfte unabhängig von ihrer Einkunftsart als Einkünfte aus Gewerbebetrieb behandelt werden, erübrigt sich ein Verlustausgleich mit anderen Einkunftsarten. Ein Verlustabzug, also ein Verlustrücktrag oder -vortrag, ist möglich.

Erweiterung des steuerlichen Verlustrücktrags: Für die Jahre 2020 und 2021 ist der steuerliche Verlustrücktrag durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz auf 5 Mio. EUR erweitert worden. Bereits bei der Anpassung der Vorauszahlungen für 2019 sowie in der Steuererklärung 2019 kann ein vorläufiger pauschalierter Verlustrücktrag mit Blick auf zu erwartende Verluste im Jahr 2020 i. H. v.  30 % des Gesamtbetrags der Einkünfte (GdE) geltend gemacht werden. Diese Erweiterung wurde durch das Dritte Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Drittes Corona-Steuerhilfegesetz) v. 10.3.2021, BGBl 2021 I S. 330, auf 10 Mio. EUR verdoppelt.

Die Gewerbesteuer richtet sich nach dem Gewerbeertrag, der in dem jeweiligen Erhebungszeitraum bezogen worden ist. Ein Verlustabzug ist nur in der Form des Verlustvortrags möglich. Am Schluss des Erhebungszeitraums verbleibende Fehlbeträge sind gesondert festzustellen. Es gibt keinen Verlustrücktrag.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Die Vorschrift des § 8 KStG regelt die Ermittlung des Einkommens. § 8 Abs. 8, 9 KStG enthält Anwendungsregelungen zu § 10d EStG. § 10d Abs. 1 i. V. m. § 52 Abs. 18b EStG i. d. F. des Zweiten Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Zweites Corona-Steuerhilfegesetz) v. 29.6.2020, BGBl 2020 I S. 1512, regelt die Erhöhung des Verlustrücktrags für die VZ 2020 und 2021. Mit dem Dritten Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise (Drittes Corona-Steuerhilfegesetz) v. 10.3.2021, BGBl 2021 I S. 330, werden die Regelungen des § 10d EStG erweitert.

§ 8c KStG ist eine Spezialregelung zum Verlustabzug bei Körperschaften. Anwendungsregelungen sind in § 34 Abs. 6 KStG enthalten. § 8d KStG regelt den sog. fortführungsgebundenen Verlustvortrag nach einem schädlichen Beteiligungserwerb; die Regelung gilt erstmals für schädliche Beteiligungserwerbe, die nach dem 31.12.2015 erfolgen. Anwendungsregelungen sind in § 34 Abs. 6a KStG enthalten.

Die Finanzverwaltung nimmt im Anwendungsschreiben "Verlustabzugsbeschränkungen für Körperschaften"(BMF, Schreiben v. 28.11.2017, IV C 2 – S 2745-a/09/10002 :004, BStBl 2017 I S. 1645) zu den Vorschriften Stellung; dieses Schreiben ist weiterhin anzuwenden, BMF, Schreiben v. 18.3.2021, IV A 2 – O 2000/20/10001 :001,  BStBl 2021 I S. ..., Anlage 1 Nr. 1175. Zum fortführungsgebundenen Verlustvortrag nach § 8d KStG nimmt die Finanzverwaltung im Anwendungsschreiben v. 18.3.2021, IV C 2 – S 2745-b/19/10002 :002, ausführlich Stellung, ergänzt mit zahlreichen Praxisbeispielen.

Die Vorschriften der §§ 710 GewStG i. V. m. §§ 16, 19 und 20 GewStDV regeln den Gewerbeertrag, § 10a GewStG den Verlustabzug. § 36 GewStG und § 36 GewStDV enthalten die Anwendungsvorschriften. § 10a Satz 10 GewStG übernimmt die Regelungen der §§ 8c und 8d KStG. § 36 GewStG enthält die Anwendungsvorschriften.

Die gleich lautenden Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder v. 19.3.2021, G 1427, übertragen die Anwendung des § 8d KStG auf gewerbesteuerliche Fehlbeträge nach § 10a GewStG.

Verwaltungsrichtlinien zum Gewerbeverlust, zur gewerbesteuerrechtlichen Unternehmens- sowie Unternehmeridentität und zur Organschaft enthalten R 10a.1R 10a.4 GewStR sowie die dazu gehörenden Hinweise H 10a.1H 10a.4 GewStH mit zahlreichen Beispielen.

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