Bewegliche Sachanlagegüter nutzen sich regelmäßig ab. Nicht abnutzbar sind historisch wertvolle Geräte, antiquarische Bücher und Gemälde.[1] Bei Instrumenten, die bereits über 100 Jahre alt sind und die regelmäßig im Konzertalltag bespielt werden, kann die Restnutzungsdauer mit 100 Jahren angesetzt werden.[2]

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. der an deren Stelle tretende Wert abnutzbarer beweglicher Sachanlagegüter sind auf die Nutzungsdauer der Wirtschaftsgüter abzuschreiben. Hierzu hat die Finanzverwaltung allgemein gültige AfA-Tabellen herausgegeben.[3]  Diese sind unter dem Gesichtspunkt der Selbstbindung der Verwaltung und im Hinblick auf das Prinzip der Gleichmäßigkeit der Besteuerung zu beachten, es sei denn, die Anwendung der AfA-Tabelle führt zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung. In solchen Fällen sind die entsprechenden Gründe und Umstände im Einzelnen dar zu legen.[4]  Steuerlich erfolgt die Abschreibung entweder linear, nach Maßgabe der Leistung oder degressiv. Die Möglichkeit der degressiven Abschreibung gilt bis einschl. 31.12.2019 nur für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die vor dem 1.1.2011 angeschafft oder hergestellt worden sind.[5]

 
Wichtig

Änderung des § 7 Abs. 2 EStG durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz v. 29.6.2020

Durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz v. 29.6.2020 wurde durch die Änderung des § 7 Abs. 2 EStG für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden, die Möglichkeit einer degressiven Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung eingeführt.[6]

Die Inanspruchnahme der degressiven Abschreibung anstelle der linearen Abschreibung für eine Investition kann bereits unterjährig bei der Festsetzung der Vorauszahlungen berücksichtigt werden. Der Gesetzgeber erhofft sich davon, dass Unternehmen die Möglichkeiten zur Minderung ihrer Steuervorauszahlungen und damit zur Erzielung von Liquiditätsvorteilen zügig nutzen werden. Die degressive Abschreibung soll damit die schnellere Refinanzierung fördern und über diesen Mechanismus bereits im noch laufenden Veranlagungszeitraum unternehmerische Vorteile und Investitionsanreize schaffen, die für die nötige Stabilisierung der Wirtschaft sorgen sollen. Soweit für ein bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens auch die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen z. B. nach § 7g Abs. 5, 6 EStG vorliegen, können diese neben der degressiven Abschreibung in Anspruch genommen werden. Bereits bestehende steuerliche Förderungen werden durch die Neuregelung also nicht konterkariert.[7]

Zu erhöhten Absetzungen und Sonderabschreibungen vgl. nachfolgend Abschnitt 6.5. "Erhöhte Absetzungen und Sonderabschreibungen".

Das Handelsrecht schreibt lediglich eine planmäßige Abschreibung vor.[8]

Eine Teilwertabschreibung ist zulässig, handelsrechtlich ist sie vorgeschrieben. Ist der Wert zu einem späteren Bilanzstichtag wieder angestiegen, ist zwingend eine Zuschreibung vorzunehmen.[9]

Steuerlich und handelsrechtlich voneinander abweichende Abschreibungen sind in das nach § 5 Abs. 1 Satz 3 EStG zu führende Verzeichnis aufzunehmen.

 
Hinweis

Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung zulässig

Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung sind ebenfalls zulässig. Soweit der Grund hierfür in späteren Wirtschaftsjahren entfällt, ist in den Fällen der Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 1 EStG oder nach § 5 EStG eine entsprechende Zuschreibung vorzunehmen.[10] Bei Wirtschaftsgütern, die degressiv abgeschrieben werden, sind Absetzungen für außergewöhnliche technische oder wirtschaftliche Abnutzung nicht zulässig.[11]

 
Hinweis

Erforderliches Verzeichnis

Erhöhte Absetzungen oder Sonderabschreibungen sind nur zulässig, wenn sie in ein besonderes, laufend zu führendes Verzeichnis aufgenommen werden. Aus diesem Verzeichnis müssen der Tag der Anschaffung oder Herstellung, die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer und die Höhe der jährlichen AfA, erhöhten Absetzungen und Sonderabschreibungen hervorgehen. Auf das Führen des Verzeichnisses kann verzichtet werden, wenn sich die Daten aus der Buchführung ergeben.[12]

[3] Zu den jeweiligen Nutzungsdauern vgl. BMF, Schreiben v. 15.12.2000, IV D 2 – S 1551 – 188/00, BStBl 2000 I S. 1532 – Amtliche AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Wirtschaftsgüter – i. V. m. BMF, Schreiben v. 6.12.2001, IV D 2 – S 1551 – 498/01, BStBl 2001 I S. 860; diese Schreiben sind weiterhin anzuwenden, BMF, Schreiben v. 11.3.2020, IV A 2 – O 2000/19/10008: 001, Anlage 1 Nr. 427, 429, BStBl 2020 I S. 298.
[5] § 7 Abs. 13 EStG i. d. F. vor Änderung d...

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