Segmentberichterstattung na... / 3.2.1 Konzernabschluss nach HGB
 

Rz. 31

Nach § 315a Abs. 1, 2 HGB besteht eine Konzernrechnungslegungspflicht für kapitalmarktorientierte Unternehmen (d. h. Inanspruchnahme eines organisierten Marktes i. S. d. § 2 Abs. 5 WpHG durch das zur Konzernrechnungslegung verpflichtete Mutterunternehmen) oder solche Unternehmen, die bis zum Abschlussstichtag die Zulassung eines Wertpapiers zum Handel an einem organisierten Kapitalmarkt beantragt haben, nach IFRS. Diese unterliegen daher nicht der Anwendungspflicht der Regeln für den HGB-Abschluss. Weiterhin können nach § 315a Abs. 3 HGB auch alle übrigen Unternehmen wahlweise einen IFRS-Konzernabschluss aufstellen.

Für diejenigen Mutterunternehmen, die der Konzernabschlusspflicht nach §§ 290 ff. HGB unterliegen und welche weder verpflichtend die IFRS-Rechnungslegung anzuwenden haben noch die IFRS-Rechnungslegung freiwillig anwenden, ist ein Konzernabschluss nach Maßgabe des § 297 Abs. 1 HGB zu erstellen. Der handelsrechtliche Konzernabschluss besteht aus Konzernbilanz, Konzern-GuV, Konzernanhang, (Konzern-)Kapitalflussrechnung und (Konzern-)Eigenkapitalspiegel.

Der Konzernabschluss kann nach § 297 Abs. 1 Satz 2 HGB um eine Segmentberichterstattung erweitert werden. Dementsprechend ist die Aufstellung der Segmentberichterstattung für die einen HGB-Konzernabschluss aufstellenden Unternehmen freiwillig.

 

Rz. 32

Das deutsche Handelsrecht hält keine spezifischen Normen zur Ausgestaltung der Segmentberichterstattung bereit. Diese Aufgabe fiel dem DRSC zu, das mit dem Deutschen Rechnungslegungsstandard DRS 3 für die Ausfüllung dieses Begriffs gesorgt hat. Hinsichtlich der vom DRSC verabschiedeten und anschließend vom BMJ bzw. nunmehr BMJV veröffentlichten DRS wird vermutet, dass diesen der Charakter von Grundsätzen ordnungsmäßiger Konzernrechnungslegung zukommt.

 

Rz. 33

Sofern die einen HGB-Konzernabschluss aufstellenden Unternehmen nicht freiwillig eine Segmentberichterstattung nach § 297 Abs. 1 Satz 2 HGB aufstellen, trifft diese Unternehmen die Verpflichtung nach § 314 Abs. 1 Nr. 3 HGB, eine Aufgliederung der Umsatzerlöse des Konzerns nach Tätigkeitsbereichen sowie nach geographisch bestimmten Märkten vorzunehmen, soweit sich unter Berücksichtigung der Organisation des Verkaufs, der Vermietung oder Verpachtung von Produkten und der Erbringung von Dienstleistungen des Konzerns die Tätigkeitsbereiche und geographisch bestimmten Märkte erheblich unterscheiden. Falls eine freiwillige Segmentberichterstattung erfolgt, so ist das den Konzernabschluss aufstellende Mutterunternehmen von der Aufgliederungspflicht des § 314 Abs. 1 Nr. 3 HGB befreit.

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