Digitales BGM

Zusammenfassung

 

Begriff

Digitalisierung prägt zunehmend unser Leben und die Arbeitswelt. Dieser Trend lässt sich auch für das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) beobachten. Eine offizielle Definition, was genau unter einem digitalen BGM zu verstehen ist, existiert noch nicht, jedoch kann man darunter die Übertragung von vorhandenen oder neu erfassten Daten im Rahmen eines BGM in ein digitales Format mit dem Ziel der Verbreitung in und über Datennetze/n verstehen.

1 Digitalisierung in der Gesellschaft und Arbeitswelt

Die Gesellschaft und somit auch die Arbeitswelt unterliegen einem stetigen Wandel. Mit der flächendeckenden Einführung digitaler Mobilfunknetze in Deutschland Ende der 1980er-Jahre sowie Anfang der 1990er mit der kommerziellen Nutzung des Internet und damit dessen Verbreitung in der Öffentlichkeit hat die Digitalisierung einen Schub erfahren. Stand heute sind Smartphones und Internet aus unserem alltäglichen Leben, aber auch aus der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken und prägen unsere Kommunikation, Informationsbeschaffung und -bereitstellung.

Einem Bericht einer Kommission der Robert Bosch Stiftung zufolge werden Digitalisierung und auch High-Tech-Innovationen, wie die Mensch-Roboter-Interaktion, ein Trendthema bleiben.[1] In diesen Zusammenhang lässt sich auch das Zukunftsprojekt "Industrie4.0" der Bundesregierung und der Industrie einordnen, welches die intelligente Fabrik zum Ziel hat.[2]

Der Begriff Digitalisierung kann als elektronische Zerlegung von Text-, Bild- und Toninformationen verstanden werden mit dem Ziel, sie in eine für Computer lesbare Form zu bringen. Digitalisierung bezeichnet somit die Übersetzung analoger Signale, wie Musik, Fernsehbilder, Telefongespräche, in ein digitales Format, damit diese Signale in Datennetze übertragen werden können.[3]

2 Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) beinhaltet die "… systematische sowie nachhaltige Schaffung und Gestaltung von gesundheitsförderlichen Strukturen und Prozessen einschließlich der Befähigung der Organisationsmitglieder zu einem eigenverantwortlichen, gesundheitsbewussten Verhalten".[1] BGM ist damit die bewusste Steuerung und Integration aller betrieblichen Prozesse mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Beschäftigten. Laut Wienemann[2] handelt es sich also um eine Managementaufgabe, bei der es gilt, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als strategischen Faktor in das Leitbild und in die Kultur sowie in die Strukturen und Prozesse der Organisation einzubeziehen. Konkrete Maßnahmen auf der Verhaltens- und Verhältnisebene zur Förderung der Mitarbeitergesundheit werden dagegen als Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) bezeichnet. Beide, sowohl das BGM als auch die BGF, sind freiwillige Leistungen des Unternehmens. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) basieren auf gesetzlichen Vorgaben. Für die sinnvolle Organisation aller 4 Systeme (BGM-BGF-Arbeitsschutz und BEM) wird oftmals BGM als übergeordnetes System verstanden, welches sämtliche Prozesse, die die Mitarbeitergesundheit betreffen, abdeckt.

3 Digitales BGM

Führt man nun die vorangegangen Darstellungen zusammen, so kann "Digitales BGM" als Übertragung von vorhandenen oder neu erfassten Daten im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements in ein digitales Format mit dem Ziel der Verbreitung in und über Datennetze/n verstanden werden. Eine offizielle Definition, so wie sie von BGM und BGF aufgrund der DIN SPEC 91020 vorliegt, existiert noch nicht. Das digitale BGM kann wie folgt gegliedert werden:

Abb. 1: Gliederung des digitalen BGM

3.1 Informationssysteme

Die Anfänge von digitalen Lösungen sowohl im Arbeitsschutz als auch im BGM bezogen sich ausschließlich auf das zur Verfügung Stellen von vormals Printdokumenten nun in digitalen Medien. In Form von abrufbaren PDF-Dokumenten oder durch direkte Darstellung auf Webseiten lassen sich bis heute unzählige Informationen im Internet finden oder werden für spezielle Benutzergruppen über Portale und Online-Datenbanken zur Verfügung gestellt. Zunehmend werden Webinare, Online-Seminare bis hin zu E-Learningsystemen zur Vermittlung von Wissen genutzt, um Vorteile, wie Kundenorientierung, vertiefende Erläuterung der Informationen sowie Interaktivität, nutzen zu können.

Beispiele:

3.2 Softwarelösungen/Apps

Softwarelösungen auf Desktop-PCs und Notebooks ermöglichen nicht nur den Abruf von Daten und Informationen, sondern auch die Erfassung neuer Daten, Auswertung der Daten sowie die Weiterverarbeitung. Während in der Vergangenheit vorrangig Offline-Lösungen existierten, geht der Trend zur mobilen Anwendung und Nutzung von Speichermöglichkeiten über das Internet (sog. Cloud-Lösungen). Die zunehmende Nutzung von Smartphones und Tablets ermöglicht eine permanente Nutzung von Information...

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