Praxis-Beispiele: Jahresarb... / 10 Rückwirkende Gehaltserhöhung
 

Sachverhalt

Ein bisher krankenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer erhält am 15.2.2021 eine rückwirkende tarifliche Entgelterhöhung für die Zeit ab 1.12.2020. Durch die Entgelterhöhung werden die Jahresarbeitsentgeltgrenzen der Jahre 2020 und 2021 überschritten.

Hat die tarifliche Entgelterhöhung – ggf. welche und von welchem Zeitpunkt an – Einfluss auf die versicherungsrechtliche Beurteilung in der Krankenversicherung?

Lösung

Der Tarifvertrag wird im Jahr 2021 abgeschlossen. Bei rückwirkender Entgelterhöhung gilt für die Überschreitung der Jahresarbeitsentgeltgrenze das Kalenderjahr, in dem der Anspruch auf das erhöhte Entgelt entstanden ist, in diesem Fall also das Jahr 2021. Maßgebend ist das Datum des Abschlusses der entsprechenden Vereinbarung. Es erfolgt keine (erneute) Prüfung rückwirkend für das Jahr 2020.

Das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt des Arbeitnehmers überschreitet die Grenze des Jahres 2021. Um zum 31.12.2021 aus der Krankenversicherungspflicht ausscheiden zu können, muss am 1.1.2022 auch die Grenze von 2022 überschritten werden. Im Jahr 2021 ist der Arbeitnehmer nach wie vor krankenversicherungspflichtig.

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