Praxis-Beispiele: Jahresarb... / 10 Rückwirkende Gehaltserhöhung
 

Sachverhalt

Ein bisher krankenversicherungspflichtiger Arbeitnehmer erhält am 14.2.2020 eine rückwirkende tarifliche Entgelterhöhung für die Zeit ab 1.12.2019. Durch die Entgelterhöhung werden die Jahresarbeitsentgeltgrenzen der Jahre 2019 und 2020 überschritten.

Ist der Arbeitnehmer – ggf. von welchem Zeitpunkt an – nicht mehr versicherungspflichtig in der Krankenversicherung?

Lösung

Der Tarifvertrag wird im Jahr 2020 abgeschlossen. Bei rückwirkender Entgelterhöhung gilt für die Überschreitung der Jahresarbeitsentgeltgrenze das Kalenderjahr, in dem der Anspruch auf das erhöhte Entgelt entstanden ist, in diesem Fall also das Jahr 2020. Maßgebend ist das Datum des Abschlusses der entsprechenden Vereinbarung. Es erfolgt keine (erneute) Prüfung rückwirkend für das Jahr 2019.

Das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt des Arbeitnehmers überschreitet die Grenze des Jahres 2020. Um zum 31.12.2020 aus der Krankenversicherungspflicht ausscheiden zu können, muss am 1.1.2021 auch die Grenze von 2021 überschritten werden. Im Jahr 2020 ist der Arbeitnehmer nach wie vor krankenversicherungspflichtig.

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