Einmalzahlungen: Beitragsbe... / Sozialversicherung

1 Berechnung des beitragspflichtigen Arbeitsentgelts

Bevor die Beiträge aus einer Einmalzahlung berechnet werden, muss diese einem Beitragsmonat zugeordnet werden.

 
Hinweis

Fälligkeit von Einmalzahlungen

Bei der Fälligkeit der Beiträge aus Einmalzahlungen sind besondere Regelungen zu berücksichtigen.[1]

Zur Feststellung, in welcher Höhe eine Einmalzahlung der Beitragspflicht unterliegt, ist nach der Zuordnung in einen Beitragsmonat die anteilige Beitragsbemessungsgrenze des einzelnen Versicherungszweigs mit dem bisherigen beitragspflichtigen Arbeitsentgelt zu vergleichen.

Die Einmalzahlung ist der Beitragsberechnung nur bis zur Höhe des Betrags zugrunde zu legen, bis zu dem die anteilige Beitragsbemessungsgrenze noch nicht mit beitragspflichtigem Arbeitsentgelt ausgeschöpft ist.

 
Praxis-Beispiel

Zahlung von Urlaubsgeld

Ein Arbeitnehmer im Rechtskreis West erhält ein laufendes Arbeitsentgelt in Höhe von monatlich 4.250 EUR. Im Monat April 2020 wird ein Urlaubsgeld von 2.500 EUR gezahlt.

Die Beitragsbemessungsgrenze 2020 beträgt in der Kranken- und Pflegeversicherung monatlich 4.687,50 EUR, in der Renten- und Arbeitslosenversicherung monatlich 6.900 EUR.

 
  Beitragsbemessungsgrenze Kranken-/Pflegeversicherung Beitragsbemessungsgrenze Renten-/Arbeitslosenversicherung
anteilige Beitragsbemessungsgrenze Januar bis April 2020 (4 × 4.687,50 EUR =) 18.750 EUR (4 × 6.900 EUR =) 27.600 EUR
beitragspfl. Arbeitsentgelt Januar bis April 2020
(4 × 4.250 EUR)
17.000 EUR 17.000 EUR
Differenz (noch nicht mit Beiträgen belegt = SV-Luft) 1.750 EUR 10.600 EUR

In der Kranken- und Pflegeversicherung ist das Urlaubsgeld in Höhe von 1.750 EUR beitragspflichtig. Die Differenz ist hier kleiner im Verhältnis zum Auszahlbetrag (1.750 EUR < 2.500 EUR). In der Renten- und Arbeitslosenversicherung ist das Urlaubsgeld in voller Höhe (2.500 EUR) beitragspflichtig. Die Differenz ist hier größer im Verhältnis zum Auszahlbetrag (10.600 EUR > 2.500 EUR).

2 Anteilige Beitragsbemessungsgrenze

Grundsätzlich werden bei der Beitragsberechnung die monatlichen Beitragsbemessungsgrenzen der jeweiligen Sozialversicherungszweige berücksichtigt.[1] Bei Einmalzahlungen gilt jedoch eine Besonderheit: An die Stelle der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze des Entgeltabrechnungszeitraums der Zuordnung tritt die anteilige Beitragsbemessungsgrenze. Diese anteilige Beitragsbemessungsgrenze umfasst den Beschäftigungszeitraum bei dem Arbeitgeber, welcher die Einmalzahlung leistet, vom 1.1. des Kalenderjahres der Auszahlung, frühestens ab Beginn der Beschäftigung, bis zum Ende des Zuordnungsmonats des einmalig gezahlten Arbeitsentgelts.

Beitragsfreie Zeiten (ohne Entgeltzahlung) werden nicht mitgerechnet

Wurde in Zeiten der Beschäftigung kein Arbeitsentgelt gezahlt und besteht für diese Beitragsfreiheit, werden die Zeiträume bei der Ermittlung der anteiligen Beitragsbemessungsgrenze nicht berücksichtigt. Entgelt wird beispielsweise nicht gezahlt wegen Arbeitsunfähigkeit, der Mutterschutzfrist nach dem Mutterschutzgesetz[2] oder aufgrund der Elternzeit. Sollten während des Bezugs von Krankengeld, Mutterschaftsgeld oder während der Elternzeit beitragspflichtige Einnahmen aus der Beschäftigung erzielt werden[3], gelten auch diese Zeiträume als Sozialversicherungstage. Entsprechend sind sie bei der Ermittlung der anteiligen Jahres-Beitragsbemessungsgrenze (BBG) einzubeziehen.

 
Achtung

Einmalzahlungen für Auszubildende

Erhalten Auszubildende[4] eine Einmalzahlung, sind bezüglich der Beitragstragung Besonderheiten zu berücksichtigen.[5]

2.1 Sozialversicherungstage bei der Ermittlung der anteiligen BBG

Bei der Ermittlung der anteiligen Beitragsbemessungsgrenze sollten zunächst die maßgebenden Sozialversicherungstage (SV-Tage) festgestellt werden. Für den Monat, dem die Einmalzahlung zugeordnet wird, sind die SV-Tage immer bis zum letzten Tag des Monats zu berücksichtigen. Folglich sind bei einer Auszahlung während der laufenden Beschäftigung, z. B. am 15.7., die SV-Tage bis einschließlich 31.7. anzusetzen.

 
Praxis-Beispiel

Anteilige Beitragsbemessungsgrenze bei Einmalzahlung im Mai

Neben einem regelmäßigen monatlichen Gehalt von 4.050 EUR wird am 24.5.2020 ein Urlaubsgeld von 4.050 EUR gezahlt. Der beitragspflichtige Teil des Urlaubsgeldes ist wie folgt zu berechnen:

 
  Beitragsbemessungsgrenze Kranken-/Pflegeversicherung Beitragsbemessungsgrenze Renten-/Arbeitslosenversicherung
monatliche Beitragsbemessungsgrenze 4.687,50 EUR 6.900,00 EUR
anteilige Beitragsbemessungsgrenze Januar bis Mai 2020 (5 × 4.687,50 EUR =) 23.437,50 EUR (5 × 6.900 EUR =) 34.500,00 EUR
./. beitragspfl. Arbeitsentgelt Januar bis Mai (5 × 4.050 EUR) 20.250,00 EUR 20.250,00 EUR
verbleiben 3.187,50 EUR 14.250,00 EUR

Von dem Urlaubsgeld sind 3.187,50 EUR beitragspflichtig zur Kranken- und Pflegeversicherung. Zur Renten- und Arbeitslosenversicherung ist das Urlaubsgeld in voller Höhe (4.050 EUR) beitragspflichtig. Daraus ergibt sich für Mai ein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt zur Kranken- und Pflegeversicherung von (4...

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