Rn. 604
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Vorausgesetzt wird der Übergang der wesentlichen Grundlagen der selbstständigen Tätigkeit (vgl BFH BStBl II 1994, 925; BFH BStBl II 2003, 838; BFH BStBl II 2019, 64; BFH/NV 2020, 507). Hierzu gehören sowohl die WG, die zur Erreichung des Betriebszwecks erforderlich sind und ein besonderes wirtschaftliches Gewicht für die Betriebsführung besitzen, als auch solche WG, die funktional gesehen für den Betrieb oder Teilbetrieb nicht erforderlich sind, in denen aber erhebliche stille Reserven gebunden sind (vgl im Übrigen BFH BStBl II 1996, 409; BFH BStBl II 1998, 104). Diese Auslegung beruht auf dem Zweck der Vorschrift, eine zusammengeballte Realisierung der über die Zeit entstandenen gesammelten stillen Reserven nicht dem progressiven ESt-Tarif zu unterwerfen (BFH BStBl II 2000, 123 unter C.V.1. c.). Die Übertragung sonstiger Einzel-WG genügt demnach nicht (BFH BFH/NV 2003, 773).
Rn. 605
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Was idS als wesentliche Betriebsgrundlage anzusehen ist, bestimmt sich letztlich nach den Verhältnissen des Einzelfalles. Maßgeblich ist eine funktionale Betrachtungsweise (BFH BStBl II 2010, 471; BFH BStBl II 2014, 288). In Betracht kommen ua das Praxis- oder Kanzleigrundstück (BFH BStBl II 2006, 173; BFH BStBl II 2006, 176); die Büroeinrichtung nicht unbedingt, da idR von geringem Wert; jedoch ein Schulungs-Kfz bei einem Fahrschulbetrieb (BFH BStBl II 2003, 838). Auch eine betrieblich begründete Forderung ist idS keine wesentliche Betriebsgrundlage. Ihre Zurückbehaltung, auch als "Rest-BV", ist unschädlich (vgl BFH BStBl II 2014, 288; Moritz, AktStR 2013, 325; Demuth/Fuhrmann, BeSt 2013, 13; Fuhrmann/Müller, DStR 2013, 848).
Rn. 606
Stand: EL 191 – ET: 08/2026
Auch immaterielle WG, wie der Mandanten- bzw Patientenstamm, der Praxis...