Streck, Gewerbebetrieb, Mitunternehmerschaft, Bilanzbündeltheorie, FR 1973, 297.
Rn. 14
Stand: EL 179 – ET: 02/2025
§ 15 Abs 1 S 1 Nr 2 EStG setzt für eine Mitunternehmerstellung des Gesellschafters – unbeschadet der darüber hinaus für die Anerkennung erforderlichen Erfüllung gewisser Mindestkriterien der rechtlichen Ausgestaltung des Gesellschaftsverhältnisses (s Rn 23b) – grundsätzlich voraus, dass die PersGes ein gewerbliches Unternehmen (s Rn 36, 37, 117, 162) iSd § 15 Abs 1 S 1 Nr 1 und 2 EStG iVm § 15 Abs 2 EStG betreibt (RFH RStBl 1935, 920/21; GrS BFH BStBl II 1991, 691; BFH BStBl II 2003, 294 zu 1.; BFH BStBl II 1984, 751; BFH BStBl II 1987, 707; BFH BStBl II 1981, 527) oder als gewerblich geprägt iSd § 15 Abs 3 Nr 2 EStG gilt (s Rn 169 ff). Begründet wird dies mit dem Sinnzusammenhang zwischen § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 und Nr 1 EStG (BFH BStBl II 1973, 260). Das Erfordernis eines gewerblichen Betriebs ergibt sich auch durch den Verweis von § 16 Abs 1 Nr 2 EStG (Mitunternehmer des Betriebs) auf § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 EStG: auch s BFH BStBl II 1997, 39/41.
Eine PersGes, auch eine OHG oder KG, die gem § 107 Abs 2 HGB auf LuF, Vermögensverwaltung oder freie Berufstätigkeit gerichtet ist, fällt – vorbehaltlich fehlender gewerblicher Prägung – nicht unter § 15 Abs 1 S 1 Nr 2 EStG. Gewerblichkeit liegt aber trotz Vermögensverwaltung vor, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, die allg VuV gewerblich machen (s Rn 131 ff und BFH BStBl II 2003, 294). Zudem kann eine vermögensverwaltende Tätigkeit einer PersGes im Zusammenhang mit der Veräußerung von Grundstücken Einfluss auf die Umqualifizierung einer vermögensverwaltenden Gesellschaftertätigkeit zu einer gewerblichen im Wege einer "Gesamtschau" haben, s Rn 133.
Die Eintragung ins HR (Zweck: Schutz Dritter) begründet lediglich eine ...