Entscheidungsstichwort (Thema)
Anschaffungskosten eines Erwerberfonds
Leitsatz (redaktionell)
Aufwendungen eines Erwerberfonds, dessen Gesellschafter keinen Einfluss auf Art und Höhe von gezahlten Vergütungen und modellbedingten Kosten haben, für die nach der Konzeption zum Vertragspaket gehörende Finanzierungsvermittlung, stellen Anschaffungskosten dar.
Normenkette
AO § 42; HGB § 255; EStG § 9
Nachgehend
Tatbestand
Die Beteiligten streiten um die Anerkennung einer von der Klägerin gezahlten Provision als Werbungskosten.
Die Klägerin wurde 1998 in der Rechtsform der Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet. Im Jahr 2000 erwarb sie ein Grundstück in B und errichtete darauf bis November 2001 einen Baumarkt. Am 29.08.2000 wurde ein Mietvertrag mit der Firma „F” mit 15jähriger Laufzeit geschlossen.
§ 4 Abs. 7 des Gesellschaftsvertrages der Klägerin in der Fassung vom 02.01.2001 lautet wie folgt:
„Die Gesellschaft ist zunächst voll aus Fremdmitteln finanziert. Dazu erforderliche Sicherheiten werden jeweils Gesellschafter/Treugeber in erforderlichen Umfang stellen.
Eine spätere Umstellung nach Maßgabe dazu noch zu fassender Gesellschafterbeschlüsse ist ins Auge gefasst.”
Ende 2002 erfolgte die Umwandlung der Klägerin in eine KG. Am 22.12.2003 erfolgte eine Kapitalerhöhung von 10.000,– EUR auf 2,2 Mio. EUR. Am Kapital beteiligte Kommanditisten sind seit dem 19.12.2003 die „G und B GmbH und Co KG” (EKZ KG) mit 94,8 %, die „K Beteiligungs AG” (AG) mit 5,1 % und Herr M mit 0,1 %.
Herr M ist Mehrheitsgesellschafter der N GmbH, die wiederum Mehrheitsgesellschafterin der AG ist. Die AG ist ihrerseits wiederum Mehrheitsgesellschafterin der „O GmbH” (O GmbH).
Die EKZ KG ist ein g...