Entscheidungsstichwort (Thema)
Verlust der wirtschaftlichen Identität i.S.d. § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG i.d.F. v. 29.10.1997 durch Übernahme von 60 v.H. des Stammkapitals einer verbundenen GmbH bei deren Kapitalerhöhung
Leitsatz (redaktionell)
1. Bringt die mit einer verlustbringenden Körperschaft annähernd personenidentische KG für die Übernahme von 60 v.H. des Stammkapitals bei der Kapitalerhöhung der Körperschaft einen Teilbetrieb ein, was zur Änderung des bisherigen Unternehmensgegenstandes führt, ist eine wirtschaftliche Identität i.S. des § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1996 i.d.F. vom 29.10.1997 nicht mehr gegeben.
2. Übertragende und verschmelzende Umwandlungen innerhalb eines Konzerns können dem Verlustabzug auch dann entgegenstehen, wenn sich die Machtverhältnisse der dahinter stehenden Personen nicht ändern.
Normenkette
KStG 1996 § 8 Abs. 4 S. 2 (i.d.F. 29.10.1997); EStG § 10d; GewStG § 10a S. 4; KStG 1996 § 54 Abs. 6
Nachgehend
Tatbestand
Streitig ist, ob der körperschaftssteuerliche und gewerbesteuerliche Verlustabzug gemäß § 8 Abs. 4 Körperschaftsteuergesetz (KStG) bzw. § 10 a Satz 4 Gewerbesteuergesetz (GewStG) wegen des Verlustes der wirtschaftlichen Identität ausgeschlossen ist.
Die Klägerin (Klin) ist am 12. Dezember 1991 als … GmbH gegründet worden. 5 Gesellschafter hielten Anteile von 14,9 % bis 23,4 % mit zusammen DM … Am 16. Juni 1993 traten die bisherigen Gesellschafter ihre Gesellschaftsanteile an fünf Neugesellschafter ab mit Beteiligungen von jeweils 20 %. Nach einer Kapitalerhöhung vom 2. Mai 1994 um DM … stellten sich die Beteiligungsverhältnisse wie folgt dar:
1. |
… 20 % |
DM … |
2. |
… 20 % |
DM … |
3. |
… 20 % |
DM … |
4. |
… 20 % |
DM … |
5. |
… 20 % |
DM … |
Mit notariellem Kapitalerhöhungsbeschluss vom 7. Februar 1997 wurde das Stam...