Prof. Dr. Lutz Richter
, Dr. Magdalena Kruczynski
Rn. 15
Stand: EL 38 – ET: 01/2023
Nach § 52 Abs. 15a EStG ((a. F.); derweil: § 52 Abs. 11 EStG) galt die elektronische Übermittlungspflicht gemäß § 5b EStG erstmals für WJ, die nach dem 31.12.2010 begonnen haben. Jedoch machte das BMF – mangels Erfüllung der technischen und organisatorischen Voraussetzungen und aufgrund massiver Kritik seitens der Kammern und Verbände – von der in § 51 Abs. 4 Nr. 1c EStG kodifizierten Möglichkeit der Verschiebung dieses Anwendungszeitpunkts mittels der Anwendungszeitpunktverschiebungsverordnung (AnwZpvV) vom 20.12.2010 (BGBl. I 2010, S. 2135) Gebrauch. Die Verpflichtung nach § 5b EStG galt erstmals für WJ, die nach dem 31.12.2011 begonnen haben (vgl. § 1 AnwZpvV; BMF, Schreiben vom 28.09.2011, IV C 6 – S 2133-b/11/10009, BStBl. I 2011, S. 855ff. (Rn. 26)).
Für das Erstjahr der Verpflichtung – Kalenderjahr 2012 bzw. WJ 2012/2013 – galt jedoch eine Nichtbeanstandungsregelung, wonach die Bilanz und GuV im bisherigen Umfang noch in Papierform abgegeben werden durften (vgl. BMF, Schreiben vom 28.09.2011, IV C 6 – S 2133-b/11/10009, BStBl. I 2011, S. 855ff. (Rn. 27)). Eine abermalige Verschiebung des erstmaligen Anwendungszeitpunkts, die einer erneuten Rechts-VO bedurft hätte, wurde ausgeschlossen. Für WJ, die nach dem 31.12.2012 begonnen haben, konnte die Übermittlungspflicht nach § 5b EStG nur noch mittels der Inanspruchnahme der Härtefallregelung umgangen werden (vgl. HdR-E, Kap. 9, Rn. 7ff.).
Rn. 16
Stand: EL 38 – ET: 01/2023
Für die nachfolgenden Fälle des besonderen sachlichen Anwendungsbereichs existierten Übergangsregelungen, so dass die elektronische Übermittlungspflicht erst für WJ, die nach dem 31.12.2014 begonnen haben, Anwendung fand (vgl. BMF, Schreiben vom 28.09.2011, IV C 6 – S 2133-b/11/10009, BStBl. I 2011, S. 855f. (Rn. 7)):