Für ein gesundheitsgerechtes und innovatives Arbeiten sollten die Gestaltungsmaßnahmen zur Arbeitszeit den fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen, den rechtlichen Grundlagen und den individuellen Wünschen der Beschäftigten entsprechen. Die individuelle und organisationale arbeitsbezogene Handlungskompetenz stellt einen zentralen Erfolgsfaktor für die Umsetzung eines gesundheitsgerechten Arbeitszeitmanagements dar. Führungskräfte und Beschäftigte sollten relevante Gestaltungsmaßnahmen gut kennen, um beispielsweise die psychische Gesundheit für sich sowie für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu stärken.
Handlungsspielraum und Autonomie
Große Zeit- und Handlungsspielräume in Kombination mit Autonomie bei der Arbeit, z. B. durch Homeoffice bzw. Remote Arbeit und Vertrauensarbeitszeit bieten gute Chancen für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, bergen jedoch auch Risiken.
Handlungsspielräume sind nach arbeitspsychologischen Modellen für die individuelle Gestaltung von Arbeitsabläufen wichtig, beispielsweise zur Bewältigung psychischer Belastung. Ebenso zählt Autonomie als förderlicher Faktor zur humanen Arbeitsgestaltung und zu jeder innovativen New Work Struktur.
Allerdings können Autonomie und Handlungsspielraum auch sehr ambivalent sein. Je nach Person und Situationen zeigen sich verschiedene Wirkungen: Bei sehr hoher Autonomie und hochflexiblen Arbeitsprozessen, kann aus einer Ressource (Autonomie) eine zusätzliche Arbeitsanforderung (Verantwortung) werden. Beschäftigte mit hoher Autonomie sind bspw. permanent gefordert, die richtige Entscheidung in Hinblick auf Arbeitszeitgestaltung, Arbeitsort und die sozialen Beziehungen bei der Arbeit zu treffen, um anstehende Ziele zu erreichen.
Dies mag für manche Menschen eher einfach sein, für andere jedoch wird es zu ein...