Abschreibung, gebrauchte Wi... / 7.2 Wertbestimmung bei einer Privateinlage innerhalb von 3 Jahren nach der Anschaffung

Wirtschaftsgüter, die der Unternehmer innerhalb von 3 Jahren vor der Einlage anschafft oder herstellt, muss er mit den Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten in das Betriebsvermögen einlegen.[1] Die Abschreibung, die auf den Zeitraum zwischen Anschaffung und Einlage entfällt bzw. die der Unternehmer in diesem Zeitraum tatsächlich geltend gemacht hat, ist davon abzuziehen.

 
Praxis-Beispiel

Einlage eines Notebooks ein Jahr nach der Anschaffung: Berechnung der AfA

Herr Huber hat sich am 1.7.02. als Unternehmensberater selbstständig gemacht. Bereits im Oktober 01 hat er sich ein Notebook für 1.224 EUR brutto gekauft. Dieses Notebook verwendet er ab dem 1.7.02 für seine freiberufliche Tätigkeit. Abschreibungen hat er bis dahin nicht geltend gemacht.

Ergebnis: Die Nutzungsdauer eines Notebooks beträgt 3 Jahre (= 36 Monate). Vorsteuer konnte er nicht geltend machen, weil es sich um eine private Anschaffung handelte. Die Abschreibung pro Monat beträgt somit 1.224 EUR : 36 = 34 EUR. Bis zur Einlage am 1.7.02  sind 9 Monate vergangen, sodass 9 × 34 EUR = 306 EUR an Abschreibung verbraucht sind. Der Einlagewert beträgt somit (1.224 EUR – 306 EUR =) 918 EUR. Diesen Betrag schreibt der Unternehmensberater, wenn er das Notebook nicht in einen Sammelposten einstellen muss, über die verbleibende Restnutzungsdauer von 27 Monaten ab. Die Abschreibung ermittelt er wie folgt:

 
Einlagewert 1.7.02 918 EUR
Abschreibung für 02 :  
918 : 27 × 6 Monate = 204 EUR
Abschreibung 03 (918 : 27 × 12 =) 408 EUR
Abschreibung 04 (918 : 27 × 9 =) 305 EUR
Erinnerungswert 1 EUR
 
Praxis-Beispiel

Für das Notebook wird die Poolabschreibung gewählt

Es liegt derselbe Sachverhalt vor nur mit dem Unterschied, dass Herr Huber bei der Abschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter die 250 EUR Variante kombiniert mit der Poolabschreibung für Sammelposten gewählt hat.

Der Einlagewert des Notebooks liegt mit 918 EUR unter dem Grenzwert von 1.000 EUR, sodass Herr Huber eine Einstellung in den Sammelposten nicht vermeiden kann. Nachteil ist, dass die 918 EUR über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben werden.

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0485 Wirtschaftsgüter größer 250 bis 1.000 Euro (Sammelposten) 918 1890 Privateinlagen 918
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
0675 Wirtschaftsgüter größer 250 bis 1.000 Euro (Sammelposten) 918 2180 Privateinlagen 918
 
Praxis-Tipp

Wann auf die Einlage ins Betriebsvermögen verzichtet werden sollte

Hat der Unternehmer ein Wirtschaftsgut vor der Einlage ins Betriebsvermögen bereits zu 100 % als Werbungskosten (geringwertiges Wirtschaftsgut) abgeschrieben, beträgt der Einlagewert 0 EUR. Der Unternehmer kann in dieser Situation keine Abschreibung geltend machen, sodass es sinnvoll ist, wenn er auf eine Einlage ins Betriebsvermögen insgesamt verzichten würde.

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