Potenziale für Steuerberater: Wann eine betriebswirtschaftliche Beratung sinnvoll ist

Analyse 09.01.2020 Strategy

Moderne Steuerberatung ist mehr: Statt reiner Finanzverwaltung bieten Kanzleien ganzheitliche betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen an. Anlässe dafür finden sich bei den Mandanten zu genüge. 

Wann ist eine betriebswirtschaftliche Beratung sinnvoll?

Warum wird betriebswirtschaftliche Beratung für Steuerberater immer wichtiger?  

Digitalisierung, stetiger Wandel und zunehmende Komplexität der Märkte stellen für Unternehmen große Herausforderungen dar – insbesondere für KMU. Die veränderte Ausgangssituation verlangt auch in Kanzleien nach einer ganzheitlichen Beratungsform: der betriebswirtschaftlichen Beratung. Diese ist für Steuerberater nicht nur ein lukratives Geschäftsfeld, das stetig an Bedeutung zunimmt. Sie kann zudem die Lücke ausgleichen, die durch automatisierte Routinetätigkeiten entsteht und Steuerberatung in ein proaktives Coaching verwandeln.

Moderne Steuerberatung ist daher mehr: Statt reiner Finanzverwaltung bieten zahlreiche Kanzleien längst ganzheitliche betriebswirtschaftliche Beratungsleistungen zu steuerlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen an. So sichern Sie nicht nur den Erfolg Ihrer Mandanten, sondern auch ihren eigenen. Denn Steuerkanzleien, die proaktiv und ganzheitlich denken, sind im Wettstreit um die Mandanten weitaus besser aufgestellt. Warum die betriebswirtschaftliche Beratung eine Win-Win-Situation für Steuerberater ist, erfahren Sie in unserem Artikel Was Betriebswirtschaftliche Beratung wirklich bedeutet.

Was ist betriebswirtschaftliche Beratung? 

Wer möchte an den Zahlen von heute nicht schon die Entwicklungen von Morgen ablesen können? Die betriebswirtschaftliche Beratung macht dies möglich. Die zukunftsorientierte Disziplin leistet eine vorausschauende Analyse, die Potenziale und Risiken erkennbar macht. Ihr Ziel: aktiv am Unternehmenserfolg mitwirken. Dies kann beispielsweise bedeuten, Abläufe und Entscheidungsprozesse zu optimieren, Finanzierungsentscheidungen zu beurteilen oder kritischen Entwicklungen entgegenzuwirken. Entscheidende Grundlage der Beratung ist in jedem Fall eine datenbasierte Ist-Analyse. Sie ist Ausgangspunkt für Empfehlungen und Handlungsoptionen.


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Anlässe für eine betriebswirtschaftliche Beratung 

Die betriebswirtschaftliche Beratung durch den Steuerberaters kann viele Themen umfassen und in jeder Unternehmensphase sinnvoll sein. Anlass für betriebswirtschaftliche Beratungen sind oft komplexe Fragestellungen, für die sich Unternehmen einen Spezialisten an ihrer Seite wünschen. Grundsätzlich ist der Bedarf bei KMU besonders hoch – und als Steuerberater genießen Sie per se das Vertrauen Ihrer Mandanten. Die wichtigsten Anlässe für betriebswirtschaftliche Beratungen:

1. Prozessoptimierungen 

Reibungslose Abläufe statt aufwendiger Prozesse: Die Art, wie Zeit im Unternehmen genutzt wird, ist ein wesentlicher Faktor der Gewinnmaximierung und eine der größten Herausforderungen für Betriebe. Ineffiziente Prozesse können nicht nur schaden, sondern in manchen Fällen auch das Aus für den Betrieb bedeuten. Ein wichtiges betriebswirtschaftliches Beratungsfeld für Steuerberater ist daher die Prozessoptimierung.

Sie hinterfragt, an welchen Stellen im Unternehmen Abläufe schlanker gestaltet werden können? Wo sind einheitliche und automatisierte Prozesse sinnvoll und wie können digitalisierte Lösungen die Abläufe im Unternehmen transparenter und effizienter machen?

2. Strategieberatung 

Wo genau soll der Weg hingehen? Unternehmen mit einer klaren Vorstellung sind im Wettbewerb besser aufgestellt. Dennoch mangelt es vielen KMU an konkreten Zielen und einer durchdachten Unternehmensstrategie. Ist diese vorhanden, unterstützt sie möglicherweise das unternehmerische Handeln nicht ausreichend. Die Strategieberatung ist daher ein wichtiges Thema der betriebswirtschaftlichen Beratung und Anlass für eine ganzheitliche Unternehmensbetrachtung.

Als Steuerberater wirken Sie aktiv bei der Strategieentwicklung mit oder entwickeln gezielte Maßnahmen, die auf die strategischen Ziele einzahlen. So kann beispielsweise eine positive und motivierende Strategie Zielgruppen leichter überzeugen als eine, die Ängste schürt. Letztlich sichert die richtige Strategie auch den finanziellen Erfolg eines Unternehmens.

3. Umstrukturierungen im Betrieb 

Plant ein Betrieb einen Richtungswechsel, stehen betriebliche Abläufe, Geschäftsprozesse und Strukturen auf dem Prüfstand. Eine Umstrukturierung ist allerdings oft mit Ängsten bei der Belegschaft verbunden. Nicht verwunderlich, klingt Umstrukturierung doch nach Stellenabbau und umfassenden Änderungen im Betrieb. Eine gelungene Umstrukturierung berücksichtigt neben den psychologischen Faktoren allerdings auch finanzielle Aspekte, die ohne eine betriebswirtschaftliche Beratung zur Mammutaufgabe werden können. Mit einem umfassenden Controlling haben Sie jederzeit Einblick in die Geschäftsentwicklung des Unternehmens und können daher rechtzeitig auf Missstände und Risiken hinweisen.

4. Unternehmenskauf und Unternehmensverkauf 

Ein Unternehmen zu kaufen oder zu verkaufen ist eine vielschichtige Aufgabe, die eine gute Vorbereitung und Planung voraussetzt. Für KMU ist dies oft eine existenzielle Entscheidung. Weniger gut sind die Betriebe in der Regel darauf vorbereitet. Als Steuerberater können Sie sowohl bei wirtschaftlichen, rechtlichen wie auch steuerlichen Fragen Hilfestellung leisten.

Mit einer Due-Diligence-Prüfung decken Sie beispielsweise bereits vor dem Kauf Chancen und Risiken des Unternehmenskaufs auf. Dementsprechend können Sie Vertragsbedingungen aushandeln oder auch künftige Maßnahmen ableiten. Für einen Mandanten, der seinen Betrieb an einen Nachfolger übergibt, ist hingegen eine frühzeitige Prozessbegleitung wichtig. So kann die betriebswirtschaftliche Beratung auch aus einem individuellen Transaktionskonzept bestehen – von der Interessentensuche bis zur Ausgestaltung vertraglicher Regelungen.

5. Betriebsgründungsberatung 

Ob GmbH, gGmbH, AG oder Co.KG: Der Weg in die Selbstständigkeit birgt für Unternehmer viele Fallstricke. Die Frage nach der passenden Gesellschaftsform ist nur eine von vielen. Für Steuerberater eröffnet die Betriebsneugründung vielfältige Themen für betriebswirtschaftliche Beratungen – von der Erstellung und Prüfung des Businessplans bis zur Chancen-Risiken-Analyse.

6. Internationalisierung 

Mehr Wettbewerbsdruck, mehr Komplexität: Für die meisten Unternehmer stellt die Internationalisierung eine anspruchsvolle Herausforderung dar. Nicht selten fehlt es allerdings an fachlicher Expertise. Allein die länderspezifischen Anforderungen zu steuerrechtlichen Fragestellungen sind Spezialthemen, die eine Beratung durch externe Fachkräfte nahezu unumgänglich machen. Zudem ist es oft notwendig, dass Prozesse angepasst werden oder die strategische Ausrichtung neu gedacht wird. Die Lösung: steuerrechtliche und betriebswirtschaftliche Beratungen zu sämtlichen Fragen der Internationalisierung.

7. Tax Due Diligence 

Ein Mandant, der ein bestehendes Unternehmen erwirbt, kann zum einen von Vorteilen und Synergien profitieren. Zum anderen trägt er aber auch sämtliche Risiken, so auch die steuerlichen. Diese zeigen sich oftmals erst, wenn das Unternehmen im Rahmen einer Betriebsprüfung genau unter die Lupe genommen wird. Die Folgen können beispielsweise hohe Steuernachzahlungen sein, die der neue Besitzer, sofern nicht anders vereinbart, tragen muss. Mit einer Tax Due Diligence nutzen Sie sämtliche steuerlich relevanten Daten, um im Vorfeld einer Betriebsübernahme Steuerrisiken zu identifizieren.

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