Lehrkräfte sehen Potenzial für Inklusion – doch praktische Hürden bleiben groß
Gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung wird von der Mehrheit der Lehrkräfte befürwortet, allerdings hält es nur eine Minderheit aktuell für praktikabel. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage unter rund 2.700 Lehrkräften aus dem März und April, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vorstellte.
62 Prozent der befragten Lehrkräfte halten gemeinsamen Unterricht demnach grundsätzlich für sinnvoll, aber nur 28 Prozent davon sind der Ansicht, das sei aktuell auch praktisch sinnvoll. 69 Prozent derjenigen Lehrer, die sich grundsätzlich für Inklusion aussprechen, halten es unter den jetzigen Umständen für sinnvoller, wenn Kinder mit Behinderung in Förderschulen unterrichtet werden.
Probleme: Personalmangel und Barrierefreiheit
Die befragten Lehrkräfte nennen fehlendes Personal, mangelnde Ausbildung, eine ungenügende Ausstattung, zu kleine Räume oder fehlende Aufzüge als Gründe, die aktuell gegen einen gemeinsamen Unterricht sprechen.
«Die größte Herausforderung bleibt, dass die Lehrkräfte die Chancen von Inklusion sehen, aber täglich mangelnde Ausstattung und fehlende Unterstützung erleben», sagte der stellvertretende VBE-Vorsitzende Tomi Neckov. «Wenn 41 Prozent der Befragten angeben, dass ihre Schule nicht barrierefrei ist, wird offensichtlich, dass etwas gehörig schiefläuft», fügte er hinzu.
Die Zahlen zeigen hier aber zumindest einen positiven Trend: Im Vergleich zu den Vorgängerbefragungen seit 2015 ist der Anteil der Lehrkräfte, die angeben, dass ihre Schule überhaupt nicht barrierefrei sei, von 52 auf 41 Prozent gesunken.
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