Finance

Rechnungswesen einfach erklärt

Redakteurin Alexandra Carlesso

Alexandra Carlesso

Online-Redakteurin

Lesedauer unter

3

Minuten

In Kürze zusammengefasst

Im Rechnungswesen werden Zahlen aufbereitet, Kapitalflüsse dokumentiert und analysiert. Dabei gibt es unterschiedliche Betrachtungsweisen – und Schwerpunkte. Stichwort: Internes vs. externes Rechnungswesen. Was sich dahinter genau verbirgt und wozu Unternehmen ein Rechnungswesen benötigen, erfahren Sie hier.

Key Facts: Das Wichtigste im Überblick

Transparenz schafft Vertrauen

Das Rechnungswesen sorgt für Klarheit über Vermögen, Schulden, Liquidität sowie den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens – intern wie extern.

Erfüllung gesetzlicher Pflichten

Im externen Rechnungswesen dreht sich alles um die ordnungsmäßige Buchführung nach Handels- und Steuerrecht sowie – je nach Unternehmen – internationale Rechnungslegungsstandards (z. B. IFRS).

Entscheidungsgrundlage für das Management

Die aufbereiteten Zahlen aus dem internen Rechnungswesen sind die Basis für fundierte Entscheidungen, beispielsweise rund um Preisgestaltung, Investitionen oder auch Personalplanung.

Definition: Was ist das Rechnungswesen?

Das Rechnungswesen umfasst alle Verfahren zur systematischen Erfassung, Auswertung und Kontrolle der Geld- und Leistungsströme eines Unternehmens.
Es bildet die Grundlage für Planung, Steuerung und Kontrolle betrieblicher Prozesse sowie für die Rechenschaftspflicht gegenüber externen Stellen, z. B. dem Finanzamt oder Banken.

Aufgaben, Ziele und Funktionen des Rechnungswesens

Das betriebliche Rechnungswesen hat vier zentrale Aufgaben:

  • Dokumentation: Lückenlose Aufzeichnung bzw. Buchung aller Geschäftsvorfälle auf entsprechende Buchhaltungskonten, auf Basis von Belegen.
  • Information: Bereitstellung relevanter Daten für interne Entscheidungsträger sowie externe Interessengruppen wie Finanzamt, Banken oder Investoren.
  • Kontrolle: Überwachung der Wirtschaftlichkeit, Liquidität und Leistung.
  • Planung: Vorbereitung unternehmerischer Entscheidungen durch Analyse von Kennzahlen aus den dokumentierten Geschäftsvorfällen.

Diese vier Grundfunktionen sichern nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, sondern ermöglichen auch ein tiefes Verständnis der eigenen wirtschaftlichen Lage.

Die vier Säulen des Rechnungswesens

Man unterscheidet vier Teilbereiche im Rechnungswesen:

Externes Rechnungswesen:

Ziel ist die objektive Darstellung der finanziellen Situation nach außen – z. B. gegenüber Behörden oder Kapitalgebern. Die Rechtsgrundlage für die Informationspflichten der Unternehmen findet sich im Handelsgesetzbuch (HGB). Zum externen Rechnungswesen gehört die ordnungsmäßige Buchführung, Erstellung von Inventar, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, ggf. Lagebericht etc.

Internes Rechnungswesen:

Dient vorrangig der Steuerung innerhalb des Unternehmens. Der Fokus liegt auf der Optimierung von Wirtschaftlichkeit und Erfolg. Dafür werden bestimmte Berechnungen durchgeführt, z. B. die Kostenarten-, Kostenstellen-, Kostenträgerrechnung, Investitionsrechnung sowie Kosten- und Leistungsrechnung.

Betriebswirtschaftliche Statistik und Vergleichsrechnung:

Ermöglicht Analysen durch Soll-Ist-Vergleich, Zeitvergleich oder Benchmarking mit anderen Unternehmen bzw. Branchen.

Planungsrechnung/Budgetierung:

Unterstützt strategische Entscheidungen mittels Vorschaurechnungen, z. B. zu Umsatzentwicklung, Produktion oder Investitionen.

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Warum ist das betriebliche Rechnungswesen so wichtig?

Das Rechnungswesen erfüllt wichtige Funktionen:

  • Es stellt sicher, dass gesetzliche Buchhaltungspflichten erfüllt werden,
  • unterstützt bei der Analyse von Unternehmenskennzahlen,
  • sichert langfristige Stabilität durch faktenbasierte Planung,
  • macht komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich und
  • ermöglicht eine zielgerichtete Unternehmenssteuerung.

Rechnungswesen verstehen: Welche Begriffe sollte man kennen?

Im Rechnungswesen gibt es viele Fachbegriffe. Zu den wichtigsten gehören unter anderem diese:

Begriff Das steckt dahinter
Bilanz­buchhaltung Die Bilanz­buchhaltung gehört zum externen Rechnungs­wesen und befasst sich mit der Aufstellung des Jahres­abschlusses, insbesondere der Gegen­überstellung von Vermögen und Schulden in der Bilanz sowie den Erträgen und Auf­wendungen in der Gewinn- und Verlust­rechnung.
Con­trolling Teil des internen Rechnungs­wesens, der essenziell für die Unternehmens­führung und -Steuerung ist. Hier laufen viele Kennzahlen aus dem Rechnungs­wesen zusammen.
Finanz­buchhaltung (FiBu) Ist Teil des externen Rechnungs­wesens. Hier werden alle Geschäfts­vorfälle eines Unternehmens erfasst und dokumentiert.
Gewinn- und Verlust­rechnung (GuV) Ist neben der Bilanz ein zentraler Bestandteil des Jahres­abschlusses und ermittelt den Gewinn bzw. Verlust, den das Unternehmen innerhalb der Abrechnungs­periode erwirtschaftet hat.
Planungs­rechnung Als Teil des internen Rechnungs­wesens liegt der Fokus der Planungs­rechnung auf der Budgetierung.
Vergleichs­rechnung Gehört zum internen Rechnungs­wesen. Hier werden IST-Vergleiche durchgeführt, z. B. zu anderen Zeiträumen oder anderen Unternehmen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Worin unterscheiden sich externes und internes Rechnungswesen?

Das externe Rechnungswesen richtet sich an Außenstehende wie etwa Finanzbehörden oder Kapitalgeber. Es basiert auf den gesetzlichen Vorgaben des Handelsgesetzbuches (HGB). Das interne Rechnungswesen oder auch Controlling unterstützt das Management bei wirtschaftlichen Entscheidungen mit verschiedenen Analysen und Berechnungen.

Wie funktioniert das betriebliche Rechnungswesen?

Im Rechnungswesen kümmern sich Mitarbeitende darum, die gesetzlichen Buchhaltungspflichten zu erfüllen. Außerdem analysieren sie Unternehmenskennzahlen, bereiten komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich auf und ermöglichen so eine zielgerichtete Unternehmenssteuerung, die auf faktenbasierter Planung beruht.

Was gehört alles zum betrieblichen Rechnungswesen?

Das Rechnungswesen gliedert sich in externes und internes Rechnungswesen sowie Statistik bzw. Vergleichsrechnung und die Planungsrechnung.

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