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In Kürze zusammengefasst
Eine solide Finanzplanung ist das Herzstück eines erfolgreichen Unternehmens. In diesem Artikel erfahren Sie, was einen guten Finanzplan ausmacht, welche Teilbereiche dabei eine Rolle spielen und wie Sie Schritt für Schritt Ihre eigene Planung erstellen können. Entdecken Sie wertvolle Tipps und Tools, um finanzielle Transparenz zu schaffen, Risiken zu minimieren und nachhaltiges Wachstum sicherzustellen.
Inhaltsverzeichnis
Definition: Was ist ein Finanzplan?Welche Aufgaben erfüllt die Finanzplanung?Finanzplanung für Unternehmen erstellen: Wie funktioniert‘s?Integrierte Finanzplanung: Alles hängt zusammenWarum ist die Finanzplanung für Unternehmen unverzichtbar?Der Finanzplan als Teil des BusinessplansDer Finanzplan ist eine Übersicht der erwarteten Zahlungsströme des Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum, enthält also alle erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen. Er dient dazu, alle wichtigen finanziellen Vorgänge zu erfassen, zu prognostizieren und zu bewerten – mit dem Ziel, die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens jederzeit sicherzustellen und wirtschaftliche Entscheidungen fundiert treffen zu können. Die Finanzplanung gibt Aufschluss über finanzielle Kennzahlen, wie
Die Finanzplanung sorgt für Transparenz über Einzahlungen und Auszahlungen, macht den Kapitalbedarf sichtbar und ermöglicht es, Überschüsse sowie Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen.
Wesentliche Ziele sind:
Zudem ist die Finanzplanung ein Controlling-Instrument: Durch Soll-Ist-Vergleiche lassen sich Abweichungen analysieren und gezielte Maßnahmen ableiten.
Eine saubere Finanzplanung besteht aus mehreren miteinander verzahnten Teilplänen. Sie deckt in der Regel einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren ab, kann für mittel- und kurzfristige Planungen aber auch auf Monats- oder Wochenbasis erstellt werden. Unter Umständen ist auch eine tagesgenaue Planung notwendig, z. B. bei Liquiditätsengpässen.
Bei der Erstellung des Finanzplanes gehen Sie am besten nach dem folgenden Aufbau vor.
Die Umsatzplanung ist Ihr Startpunkt bei der Planung: Hier prognostizieren Sie möglichst realistisch den Absatz Ihrer Produkte oder Dienstleistungen und berücksichtigen beispielsweise auch saisonalen Schwankungen. Dabei beziehen Sie aktuelle Werte sowie Erfahrungswerte ein.
Die Rentabilitätsplanung bringt Ihnen Klarheit darüber, ob Ihr Geschäftsmodell zukünftig rentabel sein wird und in welchem Verhältnis die Einnahmen zu den Ausgaben stehen müssen. Dabei stellen Sie alle geplanten Erträge den erwarteten Aufwendungen gegenüber. Kennzahlen wie der Deckungsbeitrag helfen Ihnen dabei einzuschätzen, ob das Unternehmen nachhaltig Gewinne erwirtschaftet.
Für die Kostenplanung sammeln Sie alle Kosten, die entstehen, um Ihre Produkte herzustellen oder Ihre Dienstleistung zu erbringen.
Für die Deckungsbeitragsrechnung ermitteln Sie die variablen Kosten und ziehen diese von den Erlösen ab. Variable Kosten sind beispielsweise Materialkosten oder auch Maschineneinsatzkosten. Im zweiten Schritt subtrahieren Sie alle direktzurechenbaren Vertriebskosten, wie Verpackung, Versand und Provisionen, vom Deckungsbeitrag I. So ermitteln Sie den Deckungsbeitrag II. Dieser muss insgesamt die fixen Kosten über das ganze Geschäftsjahr decken können. Das sind beispielsweise:
Investitionen erfordern erhebliche finanzielle Mittel. Deshalb planen Sie sie mit dem voraussichtlichen Finanzierungsbedarf ein – am besten nach Kategorien wie Maschinen oder IT. Dabei legen Sie außerdem fest, in welchen Monaten Sie die Investitionen tätigen werden, um die nötigen Mittel rechtzeitig bereitzustellen.
Alle Annahmen, die Sie über Kosten und Umsatz getroffen haben, laufen jetzt in einer Liquiditätsübersicht zusammen: Hier überprüfen Sie, ob ausreichend liquide Mittel vorhanden sind und wie groß der zukünftige Kapitalbedarf und -aufwand ist. So erkennen Sie drohende Engpässe frühzeitig, bevor sie kritisch fürs Geschäft werden und eine Insolvenz droht.
Diese Planung umfasst den Kapitalbedarf für langfristige Positionen wie etwa Gebäude oder Fahrzeuge, aber auch für kurzfristig anstehende Kosten, z. B. für Material oder Betriebsmittel. In diesem Plan halten Sie fest, wie Sie die einzelnen Positionen finanzieren, also welchen Teil Sie über Eigenkapital und welchen über Fremdkapital decken können oder wollen.
Eine tragfähige Planung ist ganzheitlich und verknüpft sämtliche Teilbereiche nahtlos miteinander. Das bedeutet auch, dass Änderungen in einem Teilplan meistens auch andere Teilpläne betreffen. Daher ist es sinnvoll, mit spezieller Software zu arbeiten oder integrierte Excel-Lösungen zu nutzen, die Veränderungen automatisch an allen relevanten Stellen einfügen.
Die Vorteile einer soliden Planung liegen klar auf der Hand:
Die Finanzplanung schafft Sicherheit im Tagesgeschäft und legt zugleich das Fundament für nachhaltiges Wachstum – unabhängig davon, ob beispielsweise Gründer ihre Idee validieren möchten oder etablierte Firmen neue Märkte erschließen wollen.
Im Kontext einer Unternehmensneugründung gliedert sich der Finanzplan in den Businessplan ein. Dieser ist essenziell, um potenzielle Kapitalgeber von der Geschäftsidee zu überzeugen. Ein erfolgreicher Businessplan ist klar strukturiert und enthält vier wesentliche Teile:
An der Erstellung des Finanzplans sind oft mehrere unterschiedliche Personen oder Abteilungen beteiligt. Bei kleineren Unternehmen oder Startups kümmert sich oft die Geschäftsführung selbst darum, auch mit Unterstützung durch Unternehmens-, Steuer- oder Wirtschaftsberater:innen. In Unternehmen mit eigener Finance-Abteilung erledigt die Fachabteilung diese Aufgabe. Oft werden auch angrenzende Unternehmensbereiche konsultiert oder arbeiten an Teilplänen mit.
Kurzfristige Planung (<12 Monate): Der Fokus liegt auf der dauerhaften – täglichen, wöchentlichen und monatlichen – Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit („Cash Management“).
Langfristige Planung (>1 Jahr): Hier steht die strategische Ausrichtung der Finanzentscheidungen des Unternehmens im Fokus.