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Unterschied von Lohn und Gehalt einfach erklärt

Sonja Klein

Online-Redakteurin

Lesedauer unter

3

Minuten

Eine Person mit geflochtenem Haar sitzt an einem Schreibtisch vor einem Laptop. Sie trägt ein senfgelbes Oberteil und eine Smartwatch.

In Kürze zusammengefasst

Lohn, Gehalt und Entgelt – sie stehen alle für die Vergütung von Arbeit, unterscheiden sich jedoch in ihrer Form. Doch wie greifen diese Modelle ineinander, und wo liegen die Unterschiede? Zeit, die Begriffe genauer unter die Lupe zu nehmen.

1. Lohn

Der Begriff „Lohn“ wird meist bei Beschäftigungen verwendet, deren Entlohnung auf Basis der tatsächlich gearbeiteten Stunden erfolgt, z.B.in handwerklichen Berufen. Der Stundensatz wird vertraglich festgelegt und am Monatsende multipliziert man diesen mit den geleisteten Stunden.

2. Gehalt

Das „Gehalt“ beschreibt eine fixe monatliche Zahlung unabhängig davon, ob weniger oder mehr gearbeitet wurde, also ob der Monat 19 oder 23 Arbeitstage hatte. Es ist typisch für Angestellte in Büroberufen oder Beamte. Aber auch ein Gehalt muss aufgrund etwaiger Schichtzulagen oder Boni nicht jeden Monat gleich sein.

3. Entgelt

Entgelt ist ein Obergriff und meint jede Form von Vergütung von Arbeitnehmenden für ihre geleistete Arbeit. Hierzu gehören alle laufenden odereinmaligen Zahlungen des Arbeitgebers. Auch Sachleistungen, wie die Überlassung eines Firmenwagens, werden vom Begriff „Entgelt“ umfasst.

Unterschied zwischen Lohn und Gehalt

In Deutschland hat die Unterscheidung zwischen Lohn und Gehalt vor allem historische Wurzeln, da früher Arbeiter für körperlich anstrengende Tätigkeiten einen stundenbasierten Lohn erhielten. Angestellte hingegen arbeiteten in eher geistigen Berufen und bekamen ein festes monatliches Gehalt.

Heute wird diese Differenzierung nicht mehr genutzt, um Unterschiede zwischen Arbeitnehmenden zu markieren. Die Begriffe dienen dazu, den Modus der Vergütung zu beschreiben: Lohn bezieht sich auf eine Bezahlung nach tatsächlich geleisteten Stunden oder produzierten Einheiten, während Gehalt eine feste monatliche Summe darstellt, unabhängig von der Arbeitszeit.


Kriterium Lohn Gehalt
Berechnungsgrundlage Abhängig von den gearbeiteten Stunden, z. B. Stundenlohn. Festes Monatsgehalt laut Vertrag. Keine direkte Verbindung zur Stundenzahl oder zum Arbeitsergebnis.
Variabilität Schwankt je nach Arbeitsaufwand, z. B. bei Überstunden oder weniger Arbeit bei Kurzarbeit. Lohnempfänger haben bei Urlaub, Krankheit etc. ebenfalls Anspruch auf Entgeltfortzahlung, dafür muss ein entsprechender Durchschnitt berechnet werden. Konstant – auch bei Krankheit, Urlaub oder Feiertagen bleibt das Gehalt i.d.R. gleich hoch.
Arbeitsverhältnis Häufig bei gewerblichen Tätigkeiten üblich, z. B. Handwerk oder Produktion. Typisch für Angestellte in Bürojobs, Verwaltung oder akademischen Berufen.
Auszahlungszeitpunkt Kann immer erst im Nachhinein gezahlt werden, da zunächst eine Berechnung erfolgen muss, wie viel in diesem Monat gearbeitet wurde. Kann theoretisch jederzeit während des Monats gezahlt werden, in dem es erarbeitet wurde.
Steuerliche Regelung Lohn und Gehalt werden gleich besteuert. Eine Besonderheit: Steuerfreie Schichtzuschläge müssen bei Lohnempfängern ggf. nicht versteuert werden, solange sie bestimmte Grenzen einhalten.
Typische Branchen Handwerk, Gastronomie Büro- und Verwaltungsberufe

Praxisbeispiel Lohn vs. Gehalt

Ein mittelständisches Bauunternehmen beschäftigt sowohl angestellte Projektleiter als auch stundenweise eingesetzte Bauhelfer:

  1. Die Projektleiterin erhält ein festes Monatsgehalt von 5.000 €, da ihre Tätigkeit überwiegend strategisch geprägt ist.
  2. Die Bauhelfer arbeiten unregelmäßig abhängig vom Baustellenbedarf – ihr Stundensatz beträgt 18 €. Im Juli hat ein Helfer genau 80 Stunden gearbeitet.

Am Ende des Monats führt die Buchhaltung folgende Schritte durch:

  • Erstellung einer festen Überweisung über das Gehalt der Projektleiterin,
  • variable Berechnung des individuellen Helfer-Lohns (80 x 18 € = 1.440 €),
  • sowie ordnungsgemäße Verbuchung aller Beträge inklusive Steuern und Abgaben im System.

Unterschied zwischen Lohn-, Gehalt- und Entgeltabrechnung

Lohn-, Gehalt- oder Entgeltabrechnung – die Bezeichnung ist zweitrangig, denn am eigentlichen Inhalt ändert sich dadurch nichts. Jede Abrechnung muss die gleichen grundlegenden Angaben enthalten, und auch der Weg vom Bruttobetrag bis zur Auszahlung folgt stets demselben Prinzip.

In der Praxis verlangen viele Abrechnungsprogramme zwar eine begriffliche Unterscheidung bei der Dateneingabe, rechtlich spielt diese jedoch keine Rolle. Entscheidend ist allein, dass die Abrechnungen korrekt sind – hierfür trägt das Unternehmen die volle Verantwortung, gegenüber Finanzbehörden, Sozialversicherungsträgern und natürlich auch gegenüber den Beschäftigten.

Vom Bruttogehalt zum Nettogehalt: Pflichten und Abzüge

Das Bruttogehalt ist der vertraglich vereinbarte Betrag, von dem der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, Steuern und Sozialabgaben einzubehalten und an die zuständigen Stellen weiterzuleiten.

Dazu gehören die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag sowie ggf. die Kirchensteuer. Zusätzlich übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Sozialversicherungsbeiträge für Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Darüber hinaus trägt der Arbeitgeber Zusatzbeiträge, die sogenannten Umlagen. Diese Umlagen dienen als Arbeitgeberversicherung. Umlage U1 ist eine Versicherung für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall des Beschäftigten, U2 für den Mutterschutz und U3 ist die Insolvenzgeldumlage.

Häufige Fragen zu Lohn und Gehalt

Welche Rolle spielen Steuerklassen bei der Gehaltsabrechnung?

Die Steuerklassen spielen eine wichtige Rolle bei der Gehaltsabrechnung, da sie die Höhe der Lohnsteuer beeinflussen, die vom Bruttolohn abgezogen wird. In Deutschland gibt es sechs Steuerklassen, und jede ist auf bestimmte Lebens- und Familiensituationen zugeschnitten. Beispiel: Ein Arbeitnehmer in Steuerklasse I zahlt mehr Steuern als jemand in Klasse III, weil keine zusätzlichen Freibeträge wie z. B. für einen Ehepartner berücksichtigt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Bruttolohn und Nettolohn?

Bruttolohn ist der Gesamtbetrag, den ein Arbeitnehmer vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben verdient.
Nettolohn ist der Betrag, der nach allen Abzügen (Steuern, Sozialversicherungsbeiträge etc.) tatsächlich ausgezahlt wird.

Was ist der Unterschied zwischen Lohn und Gehalt?

Lohn und Gehalt werden häufig synonym verwendet, unterscheiden sich im Wesentlichen jedoch in der Berechnungsgrundlage. Beim Lohn richtet sich die Höhe nach den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden – er kann also monatlich schwanken. Beim Gehalt handelt es sich dagegen um eine feste Zahlung pro Monat – unabhängig vom tatsächlichen Arbeitspensum.

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