eBay-Verkäufe und Verkäufe über andere Online-Plattformen

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Verkaufsprovisionen
  • Reverse-Charge-Verfahren
  • Vorsteuerabzug

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Verkaufsprovision
Eigener Kontenplan SKR 03
  4760
IKR  
6150 SKR 04
  6770
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Erlöse 19 % USt
Eigener Kontenplan SKR 03
  8400
IKR  
5100 SKR 04
  4400
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Wer Waren über eBay verkauft, zahlt dafür eine Gebühr. Diese Gebühren sind als Betriebsausgaben abziehbar und mindern nicht die Betriebseinnahmen. Bei der Umsatzsteuer sind Besonderheiten zu beachten, wenn sich der Firmensitz in einem anderen EU-Land befindet, wie z. B. bei eBay in Luxemburg. Ist der Leistungsempfänger ein Unternehmer, liegt der Ort der sonstigen Leistungen (Vermittlungsleistung) da, wo dieser sein Unternehmen betreibt. Die Umsatzsteuer im Reverse-Charge-Verfahren bucht der deutsche Unternehmer auf das Konto "Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 %" 1787 (SKR 03) bzw. 3837 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG

19 %

an Umsatzsteuer nach § 13b UStG

19 %

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Warenverkauf über eBay

Herr Huber betreibt einen Internet-Handel und nutzt als Powerseller u. a. eBay zum Verkauf seiner Produkte. Er verkaufte im Monat Juni Waren für 23.800 EUR (Bruttobetrag). eBay berechnet ihm für den Monat Juni Gebühren von insgesamt 476 EUR. eBay überweist an Herrn Huber den Betrag von 23.324 EUR. Herr Huber muss den Veräußerungserlös in voller Höhe als Einnahmen erfassen. Bei den Gebühren, die eBay abgezogen hat, handelt es sich um eine Verkaufsprovision. D. h., Herr Huber muss den ungeminderten Betrag als Bruttoerlös erfassen. Die Gebühren sind als Betriebsausgaben (Vermittlungsprovision) zu erfassen. Die Situation sieht somit wie folgt aus:

 
Verkaufserlös netto 20.000 EUR
19 % Umsatzsteuer  3.800 EUR
Bruttoerlös 23.800 EUR
abzüglich Vermittlungsprovision    476 EUR
Überweisung durch eBay 23.324 EUR

Bei der Vermittlungsprovision, die eBay einbehält, schuldet Herr Huber als Leistungsempfänger die Umsatzsteuer und kann diese Umsatzsteuer gleichzeitig wieder als Vorsteuer abziehen.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1200 Bank 23.324 8400 Erlöse 19 % USt 19.600
      1776 Umsatzsteuer 19 % 3.724
 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
4760 Verkaufsprovisionen 476 8400 Erlöse 19 % USt 400
      1776 Umsatzsteuer 19 % 76
 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1577 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % 90,44 1787 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 % 90,44
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1800 Bank 23.324 4400 Erlöse 19 % USt 19.600
      3806 Umsatzsteuer 19 % 3.724
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
6770 Verkaufsprovisionen 476 4400 Erlöse 19 % USt 400
      3806 Umsatzsteuer 19 % 76
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1407 Abziehbare Vorsteuer nach § 13b UStG 19 % 90,44 3837 Umsatzsteuer nach § 13b UStG 19 % 90,44

Verkauft ein deutscher Unternehmer Waren über eBay, muss er bei der Umsatzsteuer Besonderheiten beachten, weil sich der Firmensitz von eBay in Luxemburg befindet. Ist der Leistungsempfänger ein Unternehmer, liegt der Ort der sonstigen Leistungen da, wo dieser sein Unternehmen betreibt. Wenn ein Unternehmer mit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gegenüber eBay nachweist, dass er Unternehmer ist, stellt eBay ihm keine Umsatzsteuer in Rechnung. Der Ort der sonstigen Leistung befindet sich am Betriebssitz in Deutschland, sodass der deutsche Unternehmer gemäß § 13b UStG Schuldner der Umsatzsteuer wird.

3 Verkäufe über eBay und andere Online-Handelsplattformen

Unternehmer, die Waren über eine Online-Handelsplattform veräußern, sollten sich unbedingt die allgemeinen Geschäftsbedingungen der jeweiligen Handelsplattform genau ansehen. Bei der Abwicklung von Verkäufen gibt es unterschiedliche Varianten. Die Online-Handelsplattformen

  • berechnen entweder Gebühren oder
  • vereinbaren eine Rabattregelung, wonach der Unternehmer seine Waren mit einem Rabatt der Handelsplattform in Rechnung stellt, sobald der Verkauf über die Online-Plattform erfolgt ist.

Zahlt der Unternehmer monatliche oder verkaufsabhängige Gebühren, handelt es sich um eine Verkaufsprovision, die mit dem Verkaufserlös der Waren verrechnet wird, wenn die Abrechnung über die Online-Handelsplattform erfolgt. D. h., der Unternehmer muss den ungeminderten Betrag als Bruttoerlös erfassen. Die Gebühren sind als Betriebsausgaben (Vermittlungsprovision) zu erfassen. Ist das Unternehmen, wie z. B. eBay, in einem anderen EU-Land ansässig, schuldet der deutsche Unternehmer gem. § 13b UStG die Umsatzsteuer, die auf die Vermittlungsprovision entfällt. Vorsicht! Erfasst der Unternehmer nur den Betrag, der nach Verrechnung überwiesen wird, weist er den Erlös zu niedrig aus.

 

Praxis-Beispiel

Bruttobetrag muss erfasst...

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