Dienstwagen, 1-%-Regelung / 1.2 Nachteilsausgleich für Elektrofahrzeuge

Für Dienstfahrzeuge mit Elektro- oder Hybridelektroantrieb sowie für Brennstoffzellenfahrzeuge gibt es eine gesetzliche Bonusregelung[1]: Durch einen Bewertungsabschlag vom Bruttolistenpreis werden diese umweltfreundlichen Motoren steuerlich gefördert.

Der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage für die 1-%-Regelung soll um die Aufwendungen gekürzt werden, die auf das Batteriesystem entfallen.

  • Der geldwerte Vorteil für die Überlassung eines Elektroautos als Dienstwagen berechnet sich aus dem Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung des Elektrofahrzeugs – ohne die darin enthaltenen Kosten für den Akkumulator.
  • Für die Kürzung ist ein Abschlag von 500 EUR pro kWh der Batteriekapazität vorgesehen. Die Kürzung ist auf max. 10.000 EUR begrenzt.
  • Der pauschale Abschlag wird seit 2014 sukzessive um jährlich 50 EUR abgeschmolzen, der hierbei zu beachtende Höchstbetrag um jährlich 500 EUR. Die Kürzung ist auf einen Zeitraum bis zum 31.12.2022 beschränkt.
  • Der jeweilige pauschale Abschlag sowie die maßgebende Obergrenze bestimmen sich nach dem Jahr der Anschaffung bzw. bei Gebrauchsfahrzeugen nach dem Jahr der Erstzulassung des Firmenwagens.

Durch die Minderung des Bruttolistenpreises wird die Dienstwagenbesteuerung von Elektro- bzw. Hybridelektroautos der Steuerbelastung bei herkömmlichen Dienstwagen mit Verbrennungsmotoren gleichgestellt.

 

Wichtig

Abschlag gilt auch für Bestandsfahrzeuge

Die Regelung ist zeitlich beschränkt auf den Erwerb von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen, die bis zum 31.12.2022 angeschafft werden. Sie gilt seit dem 1.1.2013 auch für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die vor dem 1.1.2013 angeschafft worden sind. Weitere Einzelheiten zur Berechnung des Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage für die Dienstwagenbesteuerung bei Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen regelt ein umfassendes BMF-Anwendungsschreiben.[2]

Zeitlich befristete Halbierung des Bruttolistenpreises

Die Kürzung um die Kosten für das Batterien- und Speichersystem ist für die Jahre 2019 bis 2021 ausgesetzt. Stattdessen wird der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage bei der 1-%-Methode für Anschaffungen vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 nur mit 50 % angesetzt.[3]

Der jeweilige pauschale Abschlag sowie die maßgebende Obergrenze für die Jahre bestimmen sich nach dem Jahr der Anschaffung bzw. bei Gebrauchtfahrzeugen nach dem Jahr der Erstzulassung des Firmenwagens.

 
Jahr der Erstzulassung Kürzung pro kWh Batterienkapazität in EUR Höchstbetrag der Kürzung in EUR
2013 und früher 500 10.000
2014 450 9.500
2015 400 9.000
2016 350 8.500
2017 300 8.000
2018 250 7.500
2019 Anschaffung 50-%-Kürzung des Bruttolistenpreises kein Höchstbetrag
2020 Anschaffung 50-%-Kürzung des Bruttolistenpreises kein Höchstbetrag
2021 Anschaffung 50-%-Kürzung des Bruttolistenpreises kein Höchstbetrag
2022 50 5.500

Die Halbierung des Bruttolistenpreises für Anschaffungen in den Jahren 2019-2021, die im Ergebnis zu einer Absenkung des Prozentsatzes von 1 % auf 0,5 % führt, soll für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge angewendet werden, die im Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden. Für vor und nach diesem Zeitraum angeschaffte oder geleaste Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge gilt der bisherige Nachteilsausgleich in Form pauschaler Abschläge für das Batteriesystem unverändert weiter.

Für die Anwendung der halbierten Bemessungsgrundlage ist nicht Voraussetzung, dass der Arbeitgeber das Fahrzeug in dem begünstigten Zeitraum als Neufahrzeug erwirbt. Der Ansatz des Bruttolistenpreises mit 50 % gilt gleicherweise für gebrauchte Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die in diesem Zeitraum als Firmenwagen angeschafft werden. Für die Berechnung des jeweiligen Kürzungsbetrags ist sowohl für den 50-%-Abschlag als auch bei den pauschalen Abschlägen in Abhängigkeit der Batterienkapazität stets der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung maßgebend.

 

Praxis-Beispiel

1-%-Methode für 2019 -2021 angeschaffte Elektrodienstwagen

Der Arbeitnehmer erhält im Januar 2019 einen Elektrodienstwagen, der ihm auch zur privaten Nutzung zur Verfügung steht. Der Arbeitgeber hat das Elektrofahrzeug gebraucht für 43.000 EUR angeschafft. Der Bruttolistenpreis bei Erstzulassung im Jahr 2018 hat 50.000 EUR betragen. Die Leistungen der Batteriesysteme liegen bei 15 kWh. Der geldwerte Vorteil wird nach der 1-%-Regelung ermittelt. Die Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte beträgt 20 Kilometer.

Berechnung der Firmenwagenbesteuerung nach der Neuregelung:

 
Bemessungsgrundlage 50 % des Bruttolistenpreises von 50.000 EUR 25.000 EUR
Geldwerter Vorteil Privatnutzung: 1 % x 25.000 EUR 250 EUR
Geldwerter Vorteil Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte:
0,03 % aus 25.000 EUR x 20 km 150 EUR
Geldwerter Vorteil 2019 pro Monat 400 EUR

War das Fahrzeug im Beispiel bereits 2018 beim Verkäufer als Elektrodienstwagen im Einsatz, berechnete sich der für die 1-%-Methode nach der Bonusregelung maßgebende Bruttolistenpreis mit 46.250 EUR (50.000 EUR abzgl. 15 kWh ...

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