Kurzarbeitergeld, häufige Fragen

Kurzbeschreibung

Rund um die Kurzarbeit entstehen eine Fülle von Fragen und gerade bei der Umsetzung in der Praxis stoßen viele Betriebe auf Probleme. Wir haben hier die häufigsten Fragen von Unternehmen in Zusammenhang mit der Beantragung und Durchführung von Kurzarbeit zusammengestellt.

FAQs

1. Wie ist die Voraussetzung der Mindesterfordernisse zu handhaben?
Grundsätzliche Voraussetzung für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld (Kug) sind die sog. Mindesterfordernisse. Es handelt sich dabei um eine Bagatellgrenze, bis zu der die Regulierung von Arbeitsausfällen als vertragliche Pflicht aus den Arbeitsverträgen durch den Arbeitgeber als zumutbar gilt. Ein Drittel der Arbeitnehmer des Betriebs (oder der Betriebsabteilung) müssen einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 % haben.
2. Was ist ein Arbeits- oder Ausfallplan?

In dem Arbeits- oder Ausfallplan wird vorausgeplant, welche Arbeitnehmer (oder Gruppen) zu welchem Zeitpunkt Arbeitsausfälle oder -einsätze haben.

Grundsätzlich muss der geplante Ausfall aufgrund des Umfangs der Auftragsrückgänge plausibel sein. Dieser Plan kann ganz einfach aussehen (z. B. alle arbeiten an jedem Arbeitstag die Hälfte) oder auch sehr detailliert (z. B. wer hat an welchem Tag genau welche Ausfälle bzw. Arbeitsstunden?). D. h., er lässt durchaus einen erheblichen Planungsspielraum zu.

Zu empfehlen ist daher, dass die Ausfälle so geplant und verteilt werden, dass auch ein Drittel der Arbeitnehmer betroffen ist.

Beispiel: Ein 30 %iger Arbeitsausfall für 20 von 100 Arbeitnehmern lässt sich auch so einteilen, dass 35 Arbeitnehmer einen Ausfall von 18 Stunden haben. Letzteres erfüllt die Grundvoraussetzung. Die Mindesterfordernisse sind keine persönliche Voraussetzung. Werden sie von einem Drittel der Arbeitnehmer erfüllt, können andere Arbeitnehmer auch mit geringeren Ausfällen als 10 % einen Anspruch haben.

Generell ist es besser, wenn Arbeitsausfälle stärker gebündelt werden. Fällt beispielsweise jeden Monat eine Arbeitszeit (damit auch das Entgelt) von 20 Stunden aus, ist es besser – wenn es die betrieblichen Abläufe erlauben – nur jeden zweiten Monat Arbeitsausfälle, dann aber für 40 Monatsstunden zu planen. In diesem Fall wird nämlich die Bezugsfrist (zzt. 18 Monate) um jeden Monat verlängert, in dem insgesamt kein Kug bezogen wurde. In diesem Beispiel wäre das eine schlichte Verdopplung der Bezugsfrist.
3. Was ist das Sollentgelt?
Sollentgelt ist das Entgelt, das ohne Mehrarbeit im Abrechnungszeitraum des Kurzarbeitergeldes erzielt worden wäre. Berücksichtigt werden nur beitragspflichtige Arbeitsentgelte, also auch nur Entgelte bis zur monatlichen Beitragsbemessungsgrenze. Dieser Betrag bildet das Brutto-Sollentgelt.
4. Was ist das Istentgelt?
Das Istentgelt ist das tatsächlich erzielte beitragspflichtige Arbeitsentgelt. Da die Arbeit im Abrechnungszeitraum auch komplett ausfallen kann, kann dieses auch "Null" betragen. In diesem Betrag sind jedoch Mehrarbeitsvergütungen und -zuschläge zu berücksichtigen, sodass sie das Kurzarbeitergeld mindern.
5. Welcher Betrag bildet die Bruttoentgeltdifferenz?
Die Bruttoentgeltdifferenz bestimmt sich aus dem Bruttosollarbeitsentgelt abzüglich des Brutto-Istentgelts. Die Bruttoentgeltdifferenz ist nicht für die Höhe des Kurzarbeitergeldes selbst maßgebend, sondern für die Berechnung der vom Arbeitgeber zu tragenden Beiträge auf 80 % des Ausfallentgelts (Bruttoentgeltdifferenz).
6. Was ist die Nettoentgeltdifferenz?

Die Nettoentgeltdifferenz bestimmt die Höhe des Kurzarbeitergeldes. Es ist die Differenz zwischen dem Netto-Sollentgelt und dem Netto-Istentgelt. Das Kurzarbeitergeld beträgt für Kurzarbeiter ohne Kinder 60 %. Für Kurzarbeiter, die selbst oder deren Ehegatte Kinder i. S. des § 32 EStG haben, beträgt es 67 % der Nettoentgeltdifferenz.

Um die Nettoentgeltdifferenz zu berechnen, müssten die Nettobeträge aus dem Sollentgelt und dem Istentgelt bestimmt werden. Dieser Vorgang erfolgt praktisch durch Pauschalierung der Abzüge und Anwendung einer Tabelle.

Die Tabelle hat

  • Spalten mit den Steuerklassen und
  • Zeilen für Kurzarbeiter, mit oder ohne Kinder.
Die Nettoentgeltdifferenz wird selbst nicht in Zahlen ausgedrückt, aber im Ergebnis berücksichtigt. Die Arbeitsentgeltbeträge werden dabei in 20 EUR-Schritten gerundet.
7. Welche Entgelte gehen in die Bemessung des Kug ein?
In die Bemessung des Kurzarbeitergeldes (Sollentgelt) gehen die beitragspflichtigen Arbeitsentgelte ein. Das sind neben einem Monatsgehalt oder den Stundenentgelten auch alle Zulagen und Zuschläge, die beitragspflichtig sind. Hier knüpft die Regelung an das Steuerrecht an. Sind solche Entgeltanteile steuerpflichtig, so sind sie auch beitragspflichtig. Das heißt, grundsätzlich alle Zuschläge und Zulagen (z. B. Erschwerniszulagen) sind einbezogen.
8. In welcher Höhe gehen Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge in die Berechnung des Kug ein?
Sonn-, Feiertags- und Nachtzuschläge müssen entsprechend dem Steuerrecht differenziert werden. Soweit sie nach den Uhrzeiten, i...

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