Um über die Entgelte für Verwaltungsleistungen urteilen zu können, muss zunächst der Leistungsgegenstand abgegrenzt sein. Die folgende Grafik könnte auch den Titel tragen: "Wem gehört Deutschland?"
Abb. 1: Eigentumsverhältnisse von Wohnimmobilien nach Wohneinheiten (Stand 15.5.2022)
Quelle: Zensus 2022
Zensus 2022
Im letzten Zensus wurden zum Stichtag 15.5.2022 Zahlen zu allen Immobilien in Deutschland erhoben. Das Wohneigentum betrafen zwei unterschiedliche Zählungen. Zum einen ist relevant, wie viele Gebäude in Deutschland existieren. Gezählt wurden knapp 20 Mio. Gebäude. Zum anderen zeigt Abbildung 1, wie viele Wohneinheiten zu verwalten sind. Hierbei wird ein Einfamilienhaus als eine Einheit gezählt, ein Doppelhaus als zwei Einheiten und ein Mehrfamilienhaus mit der Anzahl der als abgeschlossen erklärten Wohneinheiten.
Von den insgesamt knapp über 43 Mio. Wohneinheiten fällt mit 21,5 % mehr als jede fünfte Wohneinheit in den Bereich von GdWEs. Weitere knapp 25 Mio. Wohneinheiten stehen im Eigentum von Privatpersonen. Ihr Anteil von 57,8 % am deutschen Wohnungsmarkt belegt, dass vier von fünf Verhandlungspartnern der Wohnimmobilienverwalter private Einzelpersonen oder meist überschaubare Gruppen sind. Abbildung 2 zeigt, dass nur knapp jede siebte GdWE aus mehr als zwölf Eigentümern besteht.
Abb. 2: Anzahl der Wohnungseinheiten je Wohngebäude (Stand 15.5.2022)
Quelle: Zensus 2022
Schlussfolgerungen aus dem Zensus 2022
Die Abbildungen 1 und 2 erlauben eine Reihe von Schlussfolgerungen:
- Einfamilienhäuser werden meist von ihren Eigentümern bewohnt. In allen anderen Fällen findet sich eine Nische für Mietverwalter.
- Doppelhäuser bzw. Mehrfamilienhäuser mit weniger als sechs Einheiten könnten einen weiteren Nischenmarkt darstellen. Gemeinschaften mit wenigen Eigentümern können nich...