Die lineare AfA richtet sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Diese können der amtlichen AfA-Tabelle für die allgemeinen Wirtschaftsgüter entnommen werden. Nach der aktuellen AfA-Tabelle beträgt die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von Büroeinrichtungsgegenständen 13 Jahre. Das ergibt im Ausgangsfall eine Jahres-AfA von 153,84 EUR (2.000 EUR geteilt durch 13 Jahre). Dabei ist monatsgenau abzuschreiben (pro rata temporis).

 
Praxis-Beispiel

Bei Anschaffung während des Jahres und linearer AfA monatsgenaue Abschreibung

Im Ausgangsfall hat Hans Groß den Schreibtisch im Juli 01 angeschafft. Die Anschaffungskosten betragen 2.000 EUR. Die Abschreibung ist im Jahr der Anschaffung zeitanteilig nach Monaten zu berechnen. Die Abschreibung 01 beträgt 2.000 EUR : 13 Jahre = 153,84 EUR. Wegen der Anschaffung im Juli kann Hans Groß von den 153,84 EUR die Hälfte = 76,92 EUR geltend machen. Der Anschaffungsmonat wird einbezogen, sodass Hans Groß bei der anteiligen Abschreibung auch den Monat Juli einbeziehen kann.

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
4830/6220 Abschreibungen auf Sachanlagen (ohne AfA auf Kfz und Gebäude) 76,92 0420/0650 Büroeinrichtung 76,92

Die degressive AfA ist für Wirtschaftsgüter, die nach dem 1.1.2011 angeschafft wurden nicht mehr möglich.

3.1 Anhebung der Wertgrenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter

Seit 2018 gelten für geringwertige Wirtschaftsgüter neue Grenzen. Der untere Grenzwert für geringwertige Wirtschaftsgüter nach § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG wurde von 150 EUR auf 250 EUR angehoben. Der obere Wert für geringwertige Wirtschaftsgüter gem. § 6 Abs. 2 EStG wurde von 410 EUR auf 800 EUR angehoben.

Das hat zur Folge, dass auch die Grenzen für Aufzeichnungspflichten von 150 EUR auf 250 EUR angehoben wurden.

Die Grenze für eine Sofortabschreibung beträgt 250 EUR[1]. Mit anderen Worten: Wirtschaftsgüter bis 250 EUR können sofort gewinnmindernd als Betriebsausgaben erfasst werden und unterliegen keiner Aufzeichnungspflicht.

Auch für den Sammelposten wurde zum 1.1.2018 die Wertgrenze von 150 EUR auf 250 EUR angehoben. Wirtschaftsgüter zwischen 250 EUR und 1.000 EUR können in den Sammelposten eingestellt werden.

Abzustellen ist hier immer auf die Nettoanschaffungskosten. Irrelevant ist, ob der Unternehmer, der das Wirtschaftsgut angeschafft hat, zum Vorsteuerabzug berechtigt ist oder nicht. Auch Kleinunternehmer müssen bei den Anschaffungskosten vom Netto-Rechnungsbetrag ausgehen, um die Grenzen für den Sammelposten bzw. die geringwertigen Wirtschaftsgüter anzuwenden.

3.2 Es gibt Ausnahmen von der "normalen" Abschreibung

Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens müssen grundsätzlich gemäß § 7 Abs. 1 EStG verteilt über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer ergibt sich aus den amtlichen AfA-Tabellen.

Davon gibt es folgende Ausnahmen:

  • Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 250 EUR netto können bei Anwendung der Poolabschreibung im Jahr der Anschaffung oder Herstellung sofort zu 100 % als Betriebsausgaben abgezogen werden[1] und
  • Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten mehr als 250 EUR, aber nicht mehr als 1.000 EUR betragen (Sammelposten), sind bei Anwendung der Poolabschreibung verteilt über 5 Jahre als Betriebsausgaben abzuziehen.
  • Alternativ zu dieser bestehenden Regelung wurde ab 2010 die alte GWG-Regelung, wie sie schon vor 2008 bestand, wieder eingeführt. Bei der Wahl dieser Alternative beträgt die GWG-Grenze dann 800 EUR (seit 2018). Bis zu diesem Betrag ist eine Vollabschreibung möglich. Allerdings muss das Wahlrecht für eine dieser Alternativen für alle im laufenden Wirtschaftsjahr angeschafften Wirtschaftsgüter einheitlich ausgeübt werden.

3.3 Gegenstände der Büroeinrichtung bis 250 EUR Anschaffungskosten müssen bei Poolabschreibung sofort abgeschrieben werden

Die Sofortabschreibung setzt gemäß § 6 Abs. 2 und 2a EStG voraus, dass es sich um bewegliche, selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter handelt.

Zu denken ist z. B. an die Büroausstattung – gerade auch in einem einheitlichen Stil. Jeder Gegenstand (Schreibtisch, Stuhl, Regal, Schrank etc.) ist eigenständig nutzbar.

Einrichtungsgegenstände, die nicht fest miteinander verbunden sind, z. B. die einzelnen Teile einer Schreibtischkombination, sind als selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter zu betrachten, wie z. B. Tisch, Rollcontainer und Computerbeistelltisch.[1] Jedes Teil kann, wenn es den Grenzwert von 250 EUR nicht überschreitet, zu 100 % als geringwertiges Wirtschaftsgut abgeschrieben werden.

Ein Esszimmertisch mit 6 Stühlen ist auch dann nicht als Büroeinrichtung steuerlich absetzbar, wenn der Steuerpflichtige den Tisch auch für betriebliche Arbeiten und vereinzelte Besprechungen mit Kunden nutzt.[2]

 
Praxis-Beispiel

Kauf einer Schreibtischlampe

Unternehmer Hans Groß erwirbt eine Schreibtischlampe für 249 EUR zuzüglich 19 % = 47,31 EUR Umsatzsteuer. Da es sich um ein geringwertiges Wirtschaftsgut handelt und er die Poolabschreibung anwendet, muss Hans Groß die Anschaffungskosten zu 100 % abschreiben.

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03/04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03/04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
4855...

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