Hilfs- und Betriebsstoffe

Hilfsstoffe gehen neben den Rohstoffen in die Produkte ein, Betriebsstoffe werden für deren Herstellungsprozess benötigt. Damit haben Hilfs- und Betriebsstoffe eine grundsätzlich andere Aufgabe, werden aber dennoch sowohl in der Kostenrechnung als auch in der Buchhaltung immer in einem Atemzug genannt. Gemeinsam ist ihnen nur, dass sie von geringem wirtschaftlichen Wert sind. Dennoch muss sich der Kostenrechner mit den Hilfs- und Betriebsstoffen beschäftigen.

1 Wie definieren sich Hilfs- und Betriebsstoffe?

Hilfsstoffe gehen in das Produkt bei dessen Fertigung ein, sind aber für das Produktionsergebnis nicht bestimmend. Montageteile, Farben oder Klebstoffe können dazu gehören. Die Zuordnung als Hilfsstoff oder Rohstoff kann je nach Endprodukt verschieden sein. Eine Schraube in einem Küchenschrank ist ein Hilfsstoff. Wird diese Schraube jedoch zu einem Befestigungsriegel gelegt, ist sie ein wichtiger Bestandteil des Produkts.

Betriebsstoffe werden in der Produktion eingesetzt, um den Herstellungsprozess zu ermöglichen. In der Regel handelt es sich um Stoffe, die von den Maschinen verbraucht werden. Schmierstoffe, Reinigungsmittel oder Öle sind typische Beispiele für Betriebsstoffe, die nicht Bestandteil des Produkts werden.

Praxis-Tipp

Entwicklung der Kosten beachten

Hilfs- und Betriebsstoffe haben eines gemeinsam: Sie sind wirtschaftlich wegen ihres geringen Wertes nicht sehr interessant. Das kann sich mit der Zeit ändern. Prüfen Sie, ob Preisänderungen bei den Stoffen eine intensive Beobachtung notwendig machen. Auch veränderte Produktionsprozesse können eine Veränderung der Wertigkeit ergeben. Sie erhalten diese Informationen aus der Kostenstellenrechnung, wenn die Position Hilfs- und Betriebsstoffe sich stark verändert.

2 Wie gehen Hilfs- und Betriebsstoffe in die Kostenträgerrechnung ein?

Betriebsstoffe werden von Maschinen und in Produktionsprozessen verbraucht. Mit seltenen Ausnahmen (nur ein Produkt auf einer Maschine und proportionaler Verbrauch) sind die Schmierstoffe, Öle und sonstigen Materialien damit Gemeinkosten und können keinem Kostenträger direkt zugeordnet werden.

Bei Hilfsstoffen kann durchaus eine Verbindung zwischen der Produktionsmenge und dem Verbrauch hergestellt werden. Damit könnte der Verbrauch vieler Hilfsstoffe als Einzelkosten behandelt werden. Die technische Möglichkeit der Zuordnung von Hilfsstoffen zu Produkten und Aufträgen wird jedoch in vielen Fällen nicht genutzt. Grund dafür ist der Aufwand, den der Kostenrechner dafür treiben müsste. Wegen der geringen wirtschaftlichen Werte wird daher oft darauf verzichtet. Die Hilfsstoffe werden zu so genannten „unechten Gemeinkosten”.

3 Wie gehen Hilfs- und Betriebsstoffe in die Kostenstellenrechnung ein?

Damit sind große Teile der Hilfs- und Betriebsstoffkosten Gemeinkosten. Diese werden über die Kostenstellen und die Zuschlagssätze in der Kalkulation der Produkte berücksichtigt. Die Zuordnung zu den einzelnen Verbrauchern erfolgt auf zwei Wegen:

  • Die Entnahme der Hilfs- und Betriebsstoffe aus dem Lager wird durch Entnahmescheine festgehalten. Darauf wird die Kostenstelle notiert. Dies ist überwiegend bei den Betriebsstoffen der Fall.
  • Über die Leistung der Kostenstelle (z. B. die Anzahl der hergestellten Produkte) wird eine Verrechnung der Stoffkosten auf die Produkte vorgenommen. Schlüsselgröße ist dabei ein Erfahrungswert oder der Wert aus der Stückliste des Endprodukts. Diese Form der Zuordnung findet sich häufig bei Hilfsstoffen.

Praxis-Tipp

Lager in den Kostenstellen berücksichtigen

Bei der exakten Berechnung des Verbrauchs an Hilfs- und Betriebsstoffen müssen Sie die Lager in den Kostenstellen berücksichtigen. Diese entstehen, weil die Stoffe meist auf Vorrat aus den Materiallager entnommen und in der Nähe der Verbraucher zwischengelagert werden.

4 Wie werden Hilfs- und Betriebsstoffe in der Deckungsbeitragsrechnung berücksichtigt?

Die Hilfsstoffe gehören, wenn sie korrekt zugeordnet werden, zu den variablen Kosten. Diese sind entsprechend in der Deckungsbeitragsrechnung von den Erlösen abzuziehen. Handelt es sich um unechte Hilfsstoffe, kann der Verbrauch zumindest den Kostenstellen zugeordnet werden. Es erfolgt eine Verrechnung auf die Kostenträger über Zuschlagssätze oder über Schlüssel.

Ein Teil der Betriebsstoffe dient der grundsätzlichen Aufrechterhaltung der Kapazität und fällt unabhängig von der Beschäftigung an. Damit sind diese fix und müssen auf der entsprechenden Ebene in der Deckungsbeitragsrechnung berücksichtigt werden. Da die Verbräuche an Betriebsstoffen in der Regel bestimmten Maschinen zugeordnet werden können, ist dies meist auf der ersten Ebene, den produktspezifischen oder produktgruppenspezifischen Fixkosten, möglich. Da die Werte der verbrauchten Betriebsstoffe meist nicht sehr hoch sind, machen sich viele Kostenrechner nicht die Mühe, den Teil der beschäftigungsabhängigen Betriebsstoffkosten zu ermitteln. Sie behandeln alle als Fixkosten.

5 Wie behandelt man Hilfs- und Betriebsstoffe?

Werden Hilfs- und Betriebsstoffe teuer...

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