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BGH Beschluss vom 05.03.2015 - IX ZB 62/14

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Entscheidungsstichwort (Thema)

Umfang der Auskunftspflicht des Geschäftsführers bei Insolvenz einer GmbH. Auskunftspflicht des Geschäftsführers einer insolventen GmbH über eigenes Vermögen

Leitsatz (amtlich)

Wird gegen eine GmbH ein Insolvenzantrag gestellt, hat der Geschäftsführer über die rechtlichen, wirtschaftlichen und tatsächlichen Verhältnisse der von ihm vertretenen Gesellschaft einschließlich gegen Gesellschafter und ihn selbst gerichteter Ansprüche Auskunft zu erteilen. Er ist hingegen nicht verpflichtet, über seine eigenen Vermögensverhältnisse und die Realisierbarkeit etwaiger gegen ihn gerichteter Ansprüche Angaben zu machen.

Normenkette

InsO § 20 Abs. 1 S. 2; InsO § 97 Abs. 1; InsO § 101 Abs. 1 S. 2

Verfahrensgang

LG Münster (Beschluss vom 03.09.2014; Aktenzeichen 5 T 326/14)

AG Münster (Beschluss vom 12.05.2014; Aktenzeichen 86 IN 21/13)

Tenor

Auf die Rechtsmittel der weiteren Beteiligten zu 2) werden der Beschluss der 5. Zivilkammer des LG Münster vom 3.9.2014 und der Beschluss des AG Münster vom 12.5.2014 aufgehoben.

Der Gegenstandswert wird auf 5.000 EUR festgesetzt.

Gründe

I.

Rz. 1

Die weitere Beteiligte zu 1) (fortan: Beteiligte zu 1), eine gesetzliche Krankenversicherung, beantragte wegen Beitragsrückständen am 3.6.2013 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der M. GmbH (nachfolgend: GmbH). Die weitere Beteiligte zu 2) (fortan: Beteiligte zu 2) war Alleingesellschafterin und Geschäftsführerin der Schuldnerin. Durch notariellen Vertrag vom 12.3.2013 übertrug die Beteiligte zu 2) ihren Geschäftsanteil an der Schuldnerin im Nennbetrag von 25.000 EUR zu einem Kaufpreis von 3.000 EUR an K. . Anschließend berief der neue Alleingesellschafter die Beteiligte zu 2) als Geschäftsführerin der GmbH ab und übernahm selbst diese Funktion.

Rz. 2

Zur Aufklärung des Sachverhalts ordnete das Insolvenzgericht am 13.8.2013 die Einholung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens durch den weiteren Beteiligten zu 3) (fortan: Beteiligter zu 3) an, den die Beteiligte zu 2) über die inneren Verhältnisse der GmbH unterrichtete. Der Beteiligte zu 3) forderte die Beteiligte zu 2) ohne Erfolg auf, außerdem über ihre eigenen Vermögensverhältnisse Auskunft zu erteilen, um die Werthaltigkeit etwaiger gegen sie gerichteter Erstattungsansprüche - insb. solcher aus § 64 GmbHG - prüfen zu können. Das Insolvenzgericht erneuerte diese Aufforderung mit dem Hinweis, dass bei einer Verweigerung der Auskunft ein Vorführungs- oder Haftbefehl erlassen werden könne. Den gegen die Beteiligte zu 2) erlassenen Vorführungsbeschluss vom 30.4.2014 hob das Insolvenzgericht durch Beschluss vom 12.5.2014 auf, nachdem die Beteiligte zu 2) durch Anwaltsschriftsatz mitgeteilt hatte, auch im Rahmen einer Vorführung keine Auskunft zu erteilen.

Rz. 3

Durch weiteren Beschluss vom 12.5.2014 hat das Insolvenzgericht gegen die Beteiligte zu 2) Haft angeordnet, um eine umfassende Auskunft über ihr eigenes Vermögen zu erzwingen. Die dagegen eingelegte Beschwerde ist ohne Erfolg geblieben. Mit der von dem Beschwerdegericht zugelassenen Rechtsbeschwerde beantragt die Beteiligte zu 2) die Aufhebung des angefochtenen Beschlusses und der Haftanordnung.

II.

Rz. 4

Die Rechtsbeschwerde ist gem. § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 ZPO, §§ 6 Abs. 1 Satz 1, 98 Abs. 3 Satz 3 InsO statthaft und auch im Übrigen zulässig. Sie hat auch in der Sache Erfolg und führt zur Aufhebung der angefochtenen Entscheidungen.

Rz. 5

1. Das Beschwerdegericht, dessen Entscheidung bei ZInsO 2015, 411 abgedruckt ist, hat ausgeführt, der Geschäftsführer einer GmbH sei als deren organschaftlicher Vertreter auskunftspflichtig, wenn er wie die Beteiligte zu 2) nicht länger als zwei Jahre vor dem Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens aus dem Amt geschieden sei. Gegenstand der Auskunft seien auch Forderungen aus § 64 GmbHG, die der GmbH gegen die Beteiligte zu 2) als frühere Geschäftsführerin zustünden. Um die Werthaltigkeit dieser Forderungen beurteilen zu können, sei das Insolvenzgericht auf die Auskünfte der Beteiligten zu 2) zu ihren eigenen Vermögensverhältnissen angewiesen. Die Durchsetzbarkeit der Forderung sei für die Bestimmung der Ist-Masse ebenso bedeutsam wie ihr Bestand. Diese Würdigung stehe in Einklang mit der höchstrichterlichen Rechtsprechung, derzufolge das Merkmal "alle das Verfahren betreffenden Verhältnisse" in § 97 InsO weit auszulegen sei. Das Gesetz sehe keine Auskunftspflicht außenstehender Dritter, sehr wohl aber der Geschäftsführer vor. Die Auskunftspflicht erstrecke sich auch auf Tatsachen, die geeignet seien, eine Verfolgung wegen einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit herbeizuführen. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass sich die Auskunftspflicht auch auf die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse des Geschäftsführers beziehe.

Rz. 6

2. Diese Ausführungen halten rechtlicher Prüfung nicht stand.

Rz. 7

a) Die formellen Voraussetzungen für die Anordnung der Haft sind im Streitfall allerdings gegeben.

Rz. 8

Die Auskunfts- und Mitwirkungspflichten des Schuldners aus § 97 InsO gelten gem. § 20 Abs. 1 Satz 2 InsO auch im Insolvenzeröffnungsverfahren. Da sich das Eröffnungsverfahren hier gegen eine GmbH und damit nicht gegen eine natürliche Person richtet, sind gem. §§ 20 Abs. 1 Satz 2, 101 Abs. 1 Satz 1 InsO die Mitglieder des Vertretungsorgans zur Auskunft verpflichtet. Die Beteiligte zu 2), die binnen zwei Jahren vor Antragstellung als Geschäftsführerin der GmbH abberufen wurde, unterliegt gem. §§ 20 Abs. 1 Satz 2, 101 Abs. 1 Satz 2 InsO weiterhin einer Auskunftspflicht. Verweigert der Verpflichtete die Auskunft, kann das Gericht ihn gem. §§ 20 Abs. 1 Satz 2, 98 Abs. 2 Nr. 1 InsO zwangsweise vorführen und nach Anhörung in Haft nehmen. Im Streitfall konnte vor Anordnung der Erzwingungshaft von einer weiteren Anhörung der Beteiligten zu 2) abgesehen werden, weil sie im Rahmen der Vorführungsanordnung auf die Möglichkeit der Haft hingewiesen worden war (Stephan in MünchKomm/InsO, 3. Aufl., § 98 Rz. 22). Die Auskunft kann auch gegenüber einem ehemaligen Vertretungsorgan wie der Beteiligten zu 2) im Wege der Haft erzwungen werden (Stephan in MünchKomm/InsO, a.a.O., § 101 Rz. 24b; Jaeger/Schilken, InsO, § 101 Rz. 21; HK-InsO/Kayser, 7. Aufl., § 101 Rz. 10). Aus der Haftanordnung geht hervor, dass von der Beteiligten zu 2) umfassende Auskunft über ihr Vermögen (Einkommen, Forderungen gegen Dritte, bewegliches und unbewegliches Vermögen, Konto- oder Versicherungs- und Wertpapierguthaben, Beteiligungen pp) verlangt wird. Damit sind die Mitwirkungspflichten der Beteiligten zu 2) hinreichend konkretisiert worden (BGH, Beschl. v. 17.2.2005 - IX ZB 62/04, BGHZ 162, 187 [196 ff.]).

Rz. 9

b) Jedoch hat die Beteiligte zu 2) den sie gem. §§ 97 Abs. 1, 101 Abs. 1 Satz 2, 20 Abs. 1 Satz 2 InsO als ehemalige Geschäftsführerin im Eröffnungsverfahren treffenden Auskunftspflichten genügt. Da sich die Auskunftspflicht auf die Verhältnisse der Schuldnerin beschränkt, ist die Beteiligte zu 2) nicht verpflichtet, im Blick auf die Durchsetzbarkeit gegen sie gerichteter, auf § 64 GmbHG beruhender Ansprüche Angaben zu ihren persönlichen Vermögensverhältnissen zu machen.

Rz. 10

aa) Die Regelung des § 101 Abs. 1 Satz 2 InsO will dem Missbrauch begegnen, dass Geschäftsleiter ihr Amt in der Krise niederlegen, um sich ihren verfahrensrechtlichen Verpflichtungen zu entziehen (HK-InsO/Kayser, a.a.O., § 101 Rz. 1; Stephan in MünchKomm/InsO, a.a.O., § 101 Rz. 23; Schmidt/Jungmann, InsO, 18. Aufl., § 101 Rz. 9). Vor diesem Hintergrund unterliegen die ehemaligen Mitglieder des Vertretungsorgans nicht einer lediglich subsidiären Auskunftspflicht, die erst eingreift, wenn neu bestellte Organe die Auskunft nicht erteilen können oder wollen (in diesem Sinne aber Henssler, ZInsO 1999, 121 [124]; Jaeger/Schilken, a.a.O., § 101 Rz. 21). Vielmehr ist der Auskunftspflicht im Interesse einer effektiven Verfahrensförderung auch dann uneingeschränkt zu genügen, wenn neu bestellte Vertretungsorgane vorhanden sind (Schmidt/Jungmann, a.a.O., § 101 Rz. 12).

Rz. 11

bb) Die Auskunftspflicht des Geschäftsführers einer GmbH erstreckt sich inhaltlich auf sämtliche rechtlichen, wirtschaftlichen und tatsächlichen Verhältnisse der Gesellschaft. In diesem Rahmen hat er auch Tatsachen zu offenbaren, die Forderungen der insolventen Gesellschaft gegen ihn selbst - etwa aus § 64 GmbHG - nahelegen können. Keine Auskunft ist hingegen über die eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse zu geben.

Rz. 12

(1) Auskunft ist nach §§ 20, 97 InsO über alle das Verfahren betreffenden Verhältnisse zu erteilen. Dieser Begriff ist weit auszulegen und umfasst alle rechtlichen, wirtschaftlichen und tatsächlichen Verhältnisse, die für das Verfahren in irgendeiner Weise von Bedeutung sein können. Die Verpflichtung zur Auskunft ist nicht davon abhängig, dass an den Schuldner entsprechende Fragen gerichtet werden. Der Schuldner muss vielmehr die betroffenen Umstände von sich aus, ohne besondere Nachfrage offenlegen, soweit sie offensichtlich für das Insolvenzverfahren von Bedeutung sein können und nicht klar zutage liegen (BGH, Beschl. v. 11.2.2010 - IX ZB 126/08, WM 2010, 524 Rz. 5; v. 15.4.2010 - IX ZB 175/09, WM 2010, 976 Rz. 9; v. 17.3.2011 - IX ZB 174/08, WM 2011, 760 Rz. 7; v. 8.3.2012 - IX ZB 70/10, ZInsO 2012, 751 Rz. 13; v. 22.11.2012 - IX ZB 23/10, ZInsO 2013, 138 Rz. 4; v. 11.4.2013 - IX ZB 170/11, WM 2013, 1030 Rz. 18). Von dem Geschäftsführer einer GmbH ist namentlich über alle Aktiva und Passiva der Gesellschaft, also sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten, Auskunft zu erteilen (Stephan in MünchKomm/InsO, 3. Aufl., § 97 Rz. 14a; HK-InsO/Kayser, 7. Aufl., § 97 Rz. 11; Schmidt/Jungmann, InsO, 18. Aufl., § 97 Rz. 8; Jaeger/Schilken, a.a.O., § 97 Rz. 17; Piekenbrock in Ahrens/Gehrlein/Ringstmeier, InsO, 2. Aufl., § 97 Rz. 6). Die Auskunftspflicht des Geschäftsführers erstreckt sich auch auf die tatsächlichen Umstände, durch die Forderungen der Gesellschaft oder gegen sie gerichtete Verbindlichkeiten entstanden sind (Stephan in MünchKomm/InsO, a.a.O.; Piekenbrock in Ahrens/Gehrlein/Ringstmeier, a.a.O.).

Rz. 13

(2) Ansprüche der insolventen Gesellschaft gegen Gesellschafter und Geschäftsführer sind Bestandteil der Insolvenzmasse. Die Auskunftspflicht dient darum auch dem Zweck, Ansprüche des insolventen Unternehmens gegen Gesellschafter oder Geschäftsführer aufzudecken (Pape/Uhländer/Wedekind, InsO, § 97 Rz. 25; Stobbe, Die Durchsetzung gesellschaftsrechtlicher Ansprüche der GmbH in Insolvenz und masseloser Liquidation, 2001, Rz. 37). Mit Rücksicht auf den Vorrang der Gläubigerinteressen sind von den Geschäftsführern folglich Informationen zu offenbaren, die sich zum Nachteil der Gesellschafter oder auch zum eigenen Nachteil auswirken können (Henssler, ZInsO 1999, 121 [123]). Da der Geschäftsführer selbst zur Offenbarung solcher Tatsachen verpflichtet ist, die geeignet sind, eine Verfolgung wegen einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit herbeizuführen (Jaeger/Schilken, a.a.O., § 101 Rz. 15), hat er auch Umstände preiszugeben, die eine Forderung des insolventen Unternehmens gegen ihn begründen (Henssler, a.a.O.; Uhlenbruck, Festschrift Kreft, S. 543, 556). Im Blick auf Forderungen der Gesellschaft gegen Gesellschafter hat der Geschäftsführer etwa auf Ansprüche aus Kapitalersatz und auf Leistung von Nachschüssen hinzuweisen (Henssler, a.a.O.; Jaeger/Schilken, a.a.O.; HK-InsO/Kayser, 7. Aufl., § 97 Rz. 11). Ebenso hat der Geschäftsführer Umstände offenzulegen, die Ansprüche der Gesellschaft gegen ihn selbst, sei es aus §§ 43, 64 GmbHG oder anderen Vorschriften, nahelegen können (Henssler, a.a.O.; Stobbe, a.a.O., Rz. 36, 38; Uhlenbruck, InsO, 13. Aufl., § 97 Rz. 7; HmbKomm-InsO/Herchen, 5. Aufl., § 97 Rz. 12).

Rz. 14

(3) Da die Auskunftspflicht der organschaftlichen Vertreter aus § 101 Abs. 1 InsO auf das Vermögen der früher oder gegenwärtig von ihnen geleiteten Gesellschaft bezogen ist, sind sie jedoch entgegen der Auffassung der Vordergerichte nicht verpflichtet, über ihre eigenen wirtschaftlichen Verhältnisse und die Realisierbarkeit gegen sie gerichteter Forderungen Auskünfte zu erteilen.

Rz. 15

Ist der Schuldner keine natürliche Person, treffen die Verpflichtungen aus § 97 InsO die organschaftlichen Vertreter des Schuldners (BT-Drucks. 12/2443, 143). Die Vorschrift des § 101 Abs. 1 InsO stellt eine Ergänzung des § 97 InsO dar (HK-InsO/Kayser, 7. Aufl., § 101 Rz. 1), indem sie die Organvertreter zu einer Auskunftserteilung nach Maßgabe des § 97 InsO verpflichtet (HK-InsO/Kayser, a.a.O., § 101 Rz. 6). Folglich obliegen den Organen die gleichen insolvenzverfahrensrechtlichen Verpflichtungen wie dem Schuldner (Stephan in MünchKomm/InsO, 3. Aufl., § 101 Rz. 21). Die Geschäftsführer haben damit Auskunftspflichten im Umfang des § 97 Abs. 1 InsO zu genügen (Jaeger/Schilken, a.a.O., § 101 Rz. 15; Uhlenbruck in FS Kreft, 2004, S. 543, 548).

Rz. 16

Dem Wortlaut des § 101 Abs. 1 InsO und dem Regelungszusammenhang mit § 97 Abs. 1 InsO kann sonach entnommen werden, dass die Auskunftspflichten der Organvertreter auf die Verhältnisse der insolventen oder mit einem Insolvenzantrag konfrontierten Gesellschaft beschränkt sind. Da die Auskunftspflicht an die Vertreterstellung anknüpft, kann von dem Organ nur Auskunft über die Vermögensverhältnisse der von ihm vertretenen Gesellschaft, aber nicht über seine eigenen Vermögensverhältnisse verlangt werden. Aus dem Umstand, dass bei einer juristischen Person die Auskunft nur durch die Organvertreter erteilt werden kann, folgt keine Erweiterung der Auskunftspflicht auch auf die persönlichen Verhältnisse dieser Personen (vgl. Stobbe, Die Durchsetzung gesellschaftsrechtlicher Ansprüche der GmbH in Insolvenz und masseloser Liquidation, 2001, Rz. 38). Eine Auskunftspflicht hinsichtlich rechtlicher, wirtschaftlicher und tatsächlicher Verhältnisse einer dritten, an dem Verfahren nicht beteiligten Person findet im Gesetz keinen Anhalt. Die Auskunftspflicht des Geschäftsführers einer GmbH beschränkt sich darum ausschließlich auf das Vermögen und die Rechtsverhältnisse der Gesellschaft. Ebenso wenig wie von einem Schuldner verlangt werden kann, über die Verhältnisse einer GmbH, deren Geschäftsführer er ist, Auskunft zu erteilen (LG Dortmund, NZI 2005, 459; Piekenbrock in Ahrens/Gehrlein/Ringstmeier, InsO, 2. Aufl., § 97 Rz. 7), besteht eine Verpflichtung des Geschäftsführers einer GmbH, gegen die ein Insolvenzantrag gestellt wurde, seine persönlichen Vermögensverhältnisse zu offenbaren. Auskunftsansprüche gegen den Geschäftsführer umfassen darum nicht Angaben hinsichtlich der Realisierbarkeit gegen ihn gerichteter Haftungsansprüche (Uhlenbruck in FS Kreft, 2004, S. 543, 554 ff.; ders., InsO, 13. Aufl., § 97 Rz. 7; a.A. HmbKomm-InsO/Herchen, 5. Aufl., § 97 Rz. 12). Bei dieser Sachlage sind die angefochtenen Beschlüsse aufzuheben.

Rz. 17

3. Eine Kostenentscheidung ist nicht veranlasst. Da der Rechtsbeschwerdeführerin keine Partei im zivilprozessrechtlichen Sinne gegenübersteht, scheidet eine Erstattung ihrer außergerichtlichen Kosten nach § 4 InsO i.V.m. § 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO trotz des Obsiegens im Verfahren aus (vgl. BGH, Beschl. v. 26.1.2012 - IX ZB 15/11, ZInsO 2012, 455 Rz. 9 m.w.N.).

Fundstellen

  • Haufe-Index 7702110
  • BB 2015, 897
  • DB 2015, 6
  • DB 2015, 979
  • DStR 2015, 12
  • DStR 2015, 1513
  • NJW 2015, 8
  • NWB 2015, 1228
  • EBE/BGH 2015
  • NJW-RR 2015, 683
  • EWiR 2015, 321
  • NZG 2015, 563
  • StuB 2015, 399
  • WM 2015, 729
  • ZAP 2015, 410
  • ZIP 2015, 791
  • ZIP 2015, 29
  • wistra 2015, 242
  • DZWir 2016, 328
  • JZ 2015, 287
  • MDR 2015, 486
  • NJ 2015, 4
  • NZI 2015, 380
  • NZI 2015, 7
  • NZI 2015, 602
  • PStR 2015, 136
  • ZInsO 2015, 740
  • GWR 2015, 347
  • GmbHR 2015, 536
  • InsbürO 2015, 236
  • NJW-Spezial 2015, 342
  • NWB direkt 2015, 466
  • StBW 2015, 391
  • StX 2015, 286
  • ZVI 2015, 204
  • CB 2015, 137
  • GES 2015, 151
  • VIA 2015, 53
  • ZWH 2015, 154

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