Tanja Martin, Marita Karle
Die vorhergehenden Aufbauorganisationen waren immer in hierarchischem Aufbau gedacht. Durch diesen werden für die Leistungserstellung innerhalb der Funktion Entscheidungswege vorgegeben. Dies soll für Sicherheit und Risikominimierung führen und für Stabilität sorgen, doch in all den Modellen wird deutlich, wie die Entscheidungsfindung und der Kommunikationsbedarf gleichzeitig erhöht wird.
Noch nicht in der Breite realisiert, doch vor allem in innovativen und dienstleistungsorientierten Branchen, versuchen Organisationen, Hierarchieebenen extrem zu verflachen und zu einer Netzwerkstruktur überzugehen, um noch schneller und flexibler auf äußere Herausforderungen reagieren zu können.
Ansatzpunkte dafür geben kollegiale Organisationsformen mit Zellstrukturen. Hier werden unterschiedliche Funktionen der Leistungserbringung interdisziplinär und selbstorganisiert in so genannten Zellen erbracht. Sie unterscheiden sich von Arbeitsteams dadurch, dass in den Zellen die Mitarbeiter nicht in einer Funktion arbeiten, sondern alle Funktionen, die es braucht, um den Kunden zu versorgen, innerhalb der Zelle vorhanden sind und im Team flexibel zugeteilt werden.
Angewendet auf HR könnten in einer Zelle sowohl die Experten für die Rekrutierung, die Personalentwicklung und weiterer HR-Funktionen als Experten für den Kundenbedarf zusammenarbeiten. Diese Zelle arbeitet HR-Business-Partnern oder vielleicht auch direkt einem Geschäftsbereich zu. Gleichzeitig erhält diese Zelle alle Befugnisse, die es für die Leistungserbringung braucht. Sie setzt das vorhandene Budget bestmöglich ein, orientiert sich an praxisrelevanten Kennzahlen und reflektiert den Wertbeitrag durch regelmäßige Retrospektiven mit dem Kunden.
Strategie und Geschäftsausrichtung werden in parallel organisierten Zellen, an denen ein...