Die Energiepreise sind in den letzten Jahren stark gestiegen und stellen für Gewerbetreibende und Privathaushalte zunehmende finanzielle Belastungen dar (Abb. 5). Während der durchschnittliche Arbeitspreis für Strom im Jahr 1991 noch 14,80 Cent pro kWh betrug, waren es im Jahr 2019 bereits 31,24 Cent pro kWh. Eine Steigerung um mehr als das Doppelte. Die Preise für Erdgas und Fernwärme haben sich von 1991 bis 2019 ebenso verdoppelt. Die Heizölpreise haben sich in diesem Zeitraum zwischenzeitlich mehr als verdreifacht. Insbesondere in den Jahren 2021 und 2022, bedingt durch die wirtschaftliche und politische Weltlage, schwankten und stiegen die Energiepreise stark und erreichten Höchstpreise von bis zu 58 Cent pro kWh (Strom für Haushalte). Verglichen mit der Entwicklung des deutschen Verbraucherpreisindexes (Basis 1991 = 100) von 47,3 % liegt die Energiepreisentwicklung deutlich über den Entwicklungen des Verbraucherpreisindexes.
Abb. 5: Energiepreisentwicklungen privater Haushalte in Deutschland. Index 1991 = 100. In Anlehnung an: BMWK Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, 2018
Die Preise der Energiebeschaffung bewegten sich in den vergangenen Jahren auf einem annähernd konstanten Niveau. Jedoch sind die Kosten für die Netzentgelte, Umlagen und Steuern stetig gestiegen (Abb. 6). Während sich die Preise für die Energiebeschaffung zwischen 2012 und 2021 um 2 % erhöht haben, verzeichneten die Netzentgelte einen Anstieg von 25 %. Die Steuern für eine kWh sind im selben Zeitraum um 17 % gestiegen. Den stärksten Anstieg verzeichnen Umlagen, die innerhalb des Betrachtungszeitraums um über 70 % gestiegen sind.
EEG-Umlage
Einer der Gründe hierfür ist unter anderem die EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage), die im Jahr 2000 eingeführt wurde. Das Gesetz...