Trendstudie zeigt paradoxes Verhalten beim betrieblichen Gesundheitsmanagement
Der überwiegende Teil der deutschen Unternehmen (63 Prozent) ist überzeugt, dass betriebliches Gesundheitsmanagement als ganzheitliches Konzept in Zukunft wichtiger wird. Das zeigt eine breit angelegte Studie der BAD GmbH in über 1.500 Unternehmen zum Stellenwert und der Umsetzung betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen.
Weiterhin schätzen über die Hälfte der Unternehmensentscheider und Personalverantwortlichen aus unterschiedlichen Branchen die Relevanz der psychosozialen Beratung für Mitarbeiter und Führungskräfte als sehr hoch ein: 52 Prozent der Befragten aus der Geschäftsleitung und 63 Prozent der Befragten aus dem Mittelmanagement definierten sie als Thema, das in Zukunft noch weiter an Bedeutung zunehmen wird. Knapp die Hälfte aller Befragten erachtet die ergonomische und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung als relevant.
Bewusstsein gut, Umsetzung mangelhaft
Nur ein kleiner Teil der Befragten bietet aber entsprechende Maßnahmen an: Während Leistungen zur medizinischen Vorsorge noch immerhin fast jedes zweite Unternehmen (45 Prozent) anbietet, ist das Angebot einer psychosozialen Beratung immer noch die Ausnahme: In lediglich elf Prozent der Unternehme sind entsprechende Leistungen zu finden.
Strategische Verankerung fehlt weitgehend
Eine Erklärung für diese Diskrepanz könnte in Mängeln an der ganzheitlichen Verankerung von Gesundheitsthemen im Unternehmen liegen, die sich ebenfalls in der Studie zeigen: Instrumente zur Entwicklung eines ganzheitlichen BGM-Prozesses wie eine Fehlzeitenstrukturanalyse oder Strategieworkshops werden nur von knapp 16 Prozent beziehungsweise sieben Prozent der Befragten umgesetzt.
Unterschiedliche Prioritätensetzung in den einzelnen Branchen
Unterschiede in der Bewertung von Präventionsleistungen bestehen zwischen den einzelnen Branchen. Die Metallindustrie sowie der Maschinen- und Fahrzeugbau schätzen die Relevanz von BGM und Arbeitgeberattraktivität vergleichsweise hoch ein. Dagegen legen knapp zwei Drittel der Studienteilnehmer aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung die Priorität ihres BGM auf ergonomische und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung. Unterschiedlich bewerten die Unternehmen auch die Bedeutung von Integrierten Managementsystemen. Über 30 Prozent der Chemie- und der Metallindustrie, aber nur 14 Prozent der Öffentlichen Verwaltung sehen hier Handlungsbedarf.
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