Rn. 78
Stand: EL 190 – ET: 07/2026
Durch den Feststellungsbescheid wird über die Höhe des Verlustvortrags verbindlich entschieden. § 10d Abs 4 EStG stellt damit die Grundlage für den zeitlich unbeschränkten Vortrag von Verlusten dar (BFH v 09.05.2017, VIII R 40/15, BStBl II 2017, 1049 und BFH v 16.05.2018, XI R 50/17, BStBl II 2018, 752); hierzu auch s Baum, DStZ 1988, 512; zum gesetzgeberischen Ziel, Rechtsstreitigkeiten über die Höhe des verbleibenden Verlustabzugs zu vermeiden, s BT-Drs 11/2536, 78 und BFH v 20.02.2015, IX R 6/14, BFH/NV 2015, 812; kritisch s Bahlau, FR 1988, 571 und Meyer, DStR 1989, 191 und 238; zur Feststellung des vortragfähigen Gewerbeverlustes nach § 10a GewStG s BFH v 22.10.2003, BStBl II 2004, 468 und OFD Magdeburg v 19.07.2004, S 2745 33 St 216, DStR 2004, 1608.
Dabei wird ein ggf zum 31.12. des Vorjahres verbleibender Verlustvortrag um die nicht ausgeglichenen Verluste des Feststellungsjahres erhöht bzw um den Verlustabzug gem ESt-Bescheid des Feststellungsjahres vermindert. Der so ermittelte verbleibende Verlustvortrag zum 31.12. des Feststellungsjahres wird nach § 10d Abs 4 EStG gem den Bestimmungen der §§ 179ff AO gesondert festgestellt. Die Verlustverrechnung bleibt auch bei einer zwischenzeitlichen Unterbrechung der (un-)beschränkten StPfl möglich, R 10d Abs 8 EStR 2012.
Bei mehreren Beteiligten (Mitunternehmerschaften und PersGes) erfolgt eine gesonderte und einheitliche Feststellung (§ 181 Abs 2 Nr 1 AO).
Eine Berücksichtigung der so festgestellten Verlustvorträge wird auch gem § 37 Abs 3 EStG für Zwecke der VZ übernommen (Hildesheim, s § 37 Rn 56), einschließlich etwaiger Verluste aus ausländischen Einkünften (BFH v 24.02.2010, X R 57/09, BStBl II 2011, 405).
Rn. 78a
Stand: EL 190 – ET: 07/2026
Über die Höhe des Verlustabzugs wird im Steuerb...