Eine Studie im Auftrag des Spitzenverbands der Wohnungswirtschaft (GdW) zeigt, dass der Effizienzhaus-55-Standard nicht zielführend ist, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Bei der energetischen Sanierung von Immobilien plädiert die Wohnungswirtschaft für einen anderen Ansatz.
Wenn sich energetische Investitionen angeblich finanziell rechnen – warum kann Deutschland dann noch keinen durchsanierten Gebäudebestand vorweisen? Diese Frage stellt der GdW und hat dazu eine Studie bei Prof. Dr. Nikolas Müller von der EBS Universität in Oestrich-Winkel in Auftrag gegeben. Diese habe gezeigt, so erklärt GdW-Präsident Axel Gedaschko, dass die Grenzkosten der Energieeinsparung im Gebäudebestand längst überschritten seien.
Investitionen in Energiestandards übersteigen Refinanzierbarkeit
Die Investitionen in die angestrebte Wärmewende überstiegen die mögliche Refinanzierbarkeit aus den Energiekostenersparnissen massiv, heißt es in der Untersuchung. Die Folge: Flächendeckende Vollsanierungen führen für Eigentümer und auch für Mieter zu zusätzlichen Kosten. "Die Studienergebnisse zeigen für den GdW-Bestand, dass von einer finanziellen Vorteilhaftigkeit bei einer flächendeckenden gebäudebezogenen Effizienzsteigerung nicht mehr gesprochen werden kann", so Gedaschko. Durch diese hohen Standards bestehe die Gefahr, dass auch weiterhin kaum Sanierungsmaßnahmen durchgeführt würden – in der Folge blieben dann sowohl energetische Effizienzsteigerungen als auch der Klimaschutz auf der Strecke.
Niedertemperaturfähiges Zero Emission Building ist günstiger
Die Studie schlägt deshalb einen anderen Ansatz vor. Für den Gesamterfolg der Klimaschutzmaßnahmen im Wohngebäudebereich komme es zuallererst darauf an, dass flächendeckend Maßnahmen mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis ermöglicht würden. Dies ...