Zusammenfassung

 
Begriff

Kohlenstoffdioxid ist ein farbloses, geruchloses Gas, das nicht brennbar ist und eine Verbrennung nicht unterhält. Kohlenstoffdioxid wird auch als Kohlendioxid oder umgangssprachlich als Kohlensäure bezeichnet. Kohlenstoffdioxid findet breite Anwendung, z. B. als Ausgangsstoff für die Herstellung zahlreicher chemischer Stoffe. In Wasser löst sich Kohlenstoffdioxid zu Kohlensäure. Druckgasflaschen mit Gasen, die keine Gefahrstoffe sind, wie z. B. N2, CO2, müssen gem. CLP-Verordnung mit dem Symbol "Gasflasche" (GHS04) gekennzeichnet werden.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Es gelten folgende Regelungen:

Für Gase unter Druck sowie entzündbare Gase gelten v. a. folgende TRBS bzw. TRGS:

  • TRBS 1201 Teil 1 "Prüfung von Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen"
  • TRBS 1201 Teil 2 "Prüfungen und Kontrollen bei Gefährdungen durch Dampf und Druck"
  • TRBS 2141 "Gefährdungen durch Dampf und Druck"
  • TRGS 510 "Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern"
  • TRGS 721 "Gefährliche explosionsfähige Gemische – Beurteilung der Explosionsgefährdung"
  • TRGS 722 "Vermeidung oder Einschränkung gefährlicher explosionsfähiger Gemische"
  • TRGS 723 "Gefährliche explosionsfähige Gemische – Vermeidung der Entzündung gefährlicher explosionsfähiger Gemische"
  • TRGS 724 "Gefährliche explosionsfähige Gemische – Maßnahmen des konstruktiven Explosionsschutzes, welche die Auswirkung einer Explosion auf ein unbedenkliches Maß beschränken"
  • TRGS 727 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen"

1 Einsatzgebiete

Kohlenstoffdioxid findet breite Anwendung, z. B. als

  • Ausgangsstoff für die Herstellung zahlreicher chemischer Stoffe, z. B. Harnstoff,
  • Löschmittel in Handfeuerlöschern und in CO2-Löschanlagen,
  • Trockeneis zur Kühlung sowie zur Reinigung von Oberflächen (Industriereinigung),
  • Kältemittel in Klimaanlagen,
  • Löse- und Extraktionsmittel,
  • Schutzgas beim Schweißen,
  • Gas für Laser,
  • Dünger in Gewächshäusern,
  • in Mineralwasser und Limonade.

2 Natürliches Vorkommen

Kohlenstoffdioxid ist natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre (aktuell ca.0,041 % oder 410 ppm), es zersetzt sich nur sehr langsam. Durch die Atmung von Lebewesen wird Kohlenstoffdioxid ebenso erzeugt wie durch Verbrennung kohlenstoffhaltiger Verbindungen. Durch die Industrialisierung und die damit verbundenen Verbrennungsprozesse (Kraftwerke, Kraftfahrzeuge) wird Kohlenstoffdioxid in großen Mengen freigesetzt und trägt erheblich zu Treibhauseffekt und Klimawandel bei. Die Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Atmosphäre hat sich seit den 50er-Jahren mehr als verdoppelt – Tendenz steigend.

3 Gefahren

Kohlenstoffdioxid ist schwerer als Luft und sammelt sich daher in Bodennähe an. Nach ASR A3.6 ist eine CO2-Konzentration bis zu 1.000 ppm (0,1 Vol.-%) in der Raumluft grundsätzlich akzeptabel. Der AGW liegt bei 5.000 ml/m³ (5.000 ppm) bzw. 9.100 mg/m³.

3.1 Gesundheitsgefahren

  • Bei zunehmender Konzentration wird zunächst das Atemzentrum zu stärkerer Atmung angeregt. Beobachtet werden auch Kopfschmerzen, Blutdruckanstieg sowie Schwindel und Benommenheit. Steigt die Konzentration weiter an, wird der Atemreflex aufgehoben, Atemstillstand kann die Folge sein. Bei Konzentrationen oberhalb von 10 Vol.-% drohen Bewusstlosigkeit, Krämpfe sowie erhebliche Augenschäden,[1]
  • Erstickungsgefahr bei Arbeiten in Schächten oder Brunnen, wo sich CO2 ansammeln kann,
  • erhöhte Unfallgefahr v. a. in Weinkellern, Brauereitanks, Futtersilos, Brunnen und Jauchegruben durch erhöhte Kohlenstoffdioxidkonzentration aus Gärprozessen,
  • bei Hautkontakt mit Trockeneis besteht Erfrierungsgefahr mit Blasenbildung.
 
Wichtig

Keine Gesundheitsgefahren durch Mund-Nasen-Bedeckung

Laut DGUV gibt es derzeit keine Belege dafür, "dass das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) aus textilem Gewebe die Atmung in einem gesundheitsgefährdenden Maße beeinträchtigt oder eine sog. CO2-Vergiftung auslösen könnte". Umgekehrt wird eine MNB als wirksame Maßnahme betrachtet, das Risiko von Tröpfcheninfektionen zu verringern, wenn der Mindestabstand nicht gewährleistet ist. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss ermittelt werden, ob und unter welchen Bedingungen Beschäftigte eine MNB oder sonstige persönliche Schutzausrüstung tragen müssen. Rechtliche Vorgaben müssen dabei berücksichtigt werden.

Empfehlungen zur Tragezeitbegrenzung für MNB sind:

  • bei mittelschwerer körperlicher Arbeit: 2 Stunden,
  • bei leichter Arbeit: 3 Stunden,

jeweils mit einer anschließenden Erholungszeit von 30 Minuten[2]

[2] Stellungnahme des Koordinierungskreises für Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) der DGUV.

3.2 Brand- und Explosionsgefahren

Bei Anwesenheit von CO2 entsteht grundsätzlich keine explosionsfähige Atmosphäre, jedoch kann durch Kontakt mit anderen Stoffen z. B. Metallpulver eine Explosionsgefahr entstehen.

Bei der Brandbekämpfung in CO2-gefährdeten Bereichen ist das Tragen von umgebungsluftunabhängigen Atemschutzgeräten zu empfehlen, CO2 verdrängt nämlich den natürlichen Sauerstoff der Umgebung. Durch starke Wärmeeinwirkung, z. B. im Brandfall...

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