Lexikonbeitrag aus Personal Office Premium

Krankengeldzuschuss

Krankengeldzuschuss

Der Krankengeldzuschuss ist eine lohnsteuerpflichtige Zahlung des Arbeitgebers während des Bezugs von Krankengeld. Er soll finanzielle Nachteile ausgleichen. Der Anspruch, die Höhe und Dauer sind oft in Tarifverträgen oder in Betriebsvereinbarungen geregelt; eine gesetzliche Zahlungsverpflichtung besteht nicht.

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die Lohnsteuerpflicht ergibt sich aus § 8 Abs. 1 EStG i. V. m. § 2 LStDV; weitere Einzelheiten zum steuerlichen Arbeitslohnbegriff regelt § 19 Abs. 1 EStG. Die R 19.3 - 19.8 LStR sowie H 19.3 - 19.8 LStH ergänzen die beispielhafte Aufzählung der nichtselbstständigen Einkünfte im Einkommensteuergesetz.

Sozialversicherung: Die beitragsrechtliche Beurteilung ist in § 23c SGB IV geregelt. Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung haben am 13.11.2007 ein gemeinsames Rundschreiben zur Thematik der sonstigen nicht beitragspflichtigen Einnahmen nach § 23c SGB IV mit den Rechtsänderungen zum 1.1.2008 herausgegeben.

Lohnsteuer

1 Krankengeldzuschuss ist lohnsteuerpflichtig

Erkrankt ein Arbeitnehmer, ist nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz der Arbeitslohn für 6 Wochen weiterzuzahlen. Durch Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Einzelarbeitsvertrag können sich auch längere Lohnfortzahlungszeiträume ergeben. Der fortgezahlte Arbeitslohn ist lohnsteuerpflichtig; er unterliegt dem Lohnsteuerabzug nach den allgemeinen Vorschriften. Fallen in einem Lohnzahlungszeitraum Arbeitslohn für tatsächlich geleistete Arbeit und fortgezahlter Arbeitslohn zusammen, sind die Beträge zusammenzurechnen. Bei einem monatlichen Lohnzahlungszeitraum ist die Lohnsteuer für den zusammengerechneten Betrag aus der Monatslohnsteuertabelle zu ermitteln.

2 Krankengeld ist lohnsteuerfrei

Besteht die Krankheit nach Beendigung des 6-wöchigen Lohnfortzahlungszeitraums weiter, erhält der Arbeitnehmer Krankengeld von seiner Krankenkasse. Dieses Krankengeld gehört weder zum steuerpflichtigen Arbeitslohn noch zu einer anderen Einkunftsart - auch dann nicht, wenn es an Hinterbliebene gezahlt wird.

Das Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Deshalb muss der Arbeitnehmer die Bescheinigung, die er über die Höhe des Krankengelds von seiner Krankenkasse erhält (sog. Leistungsnachweis), bei seiner Veranlagung zur Einkommensteuer dem Finanzamt vorlegen.

3 Nachweis- und Aufzeichnungspflichten des Arbeitgebers

Damit das Finanzamt diese Fälle erkennen kann, muss der Arbeitgeber bei Zahlung von Krankengeld für mindestens 5 aufeinanderfolgende Arbeitstage sowohl im Lohnkonto als auch in der Lohnsteuerbescheinigung den Buchstaben "U" (Unterbrechung) bescheinigen. Ist im Lohnkonto des Arbeitnehmers ein "U" bescheinigt, darf der Arbeitgeber für diesen Arbeitnehmer keinen internen Lohnsteuer-Jahresausgleich durchführen.

Sozialversicherung

1 Zuschüsse während des Bezugs von Krankengeld

Verschiedene Arbeitgeber zahlen während des Bezugs von Krankengeld an den Arbeitnehmer Zuschüsse oder gewähren ihm bestimmte Bezüge weiter (z. B. vermögenswirksame Leistungen, Werkswohnung). Die beitragsrechtliche Behandlung dieser Bezüge richtet sich nach § 23c Abs. 1 SGB IV.

Beitragspflicht ist abhängig von der Zuschusshöhe

Werden während des Krankengeldbezugs Zuschüsse des Arbeitgebers und sonstige Einnahmen aus einer Beschäftigung gewährt, gelten diese nicht als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt. Die Einnahmen dürfen zusammen mit dem Krankengeld das Nettoarbeitsentgelt um nicht mehr als 50 EUR monatlich übersteigen. Dies hat zur Folge, dass entsprechende Leistungen, die für die Zeit des Bezugs von Krankengeld laufend gezahlt werden, bis zum maßgeblichen Nettoarbeitsentgelt nicht beitragspflichtig sind.

Die vom Arbeitgeber darüber hinaus gezahlten Beträge sind erst dann als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt zu berücksichtigen, wenn sie die Freigrenze in Höhe von 50 EUR übersteigen. Der Krankengeldzuschuss wird in dem Umfang beitragspflichtig, in dem er das Vergleichs-Netto überschreitet.

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