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Umgang mit Zement / 2 Erkrankungen durch Zement

Dr. rer. nat. Klaus Kersting
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Bei den Erkrankungen durch Zement stehen die Hauterkrankungen im Vordergrund. Daneben kann der Umgang mit Zementen zu schweren Augenschäden und beim Einatmen zu einer Reizung der Atemwege führen.

2.1 Hauterkrankungen durch Zement

Der hohe pH-Wert ist technologisch notwendig, birgt allerdings für den Verarbeiter die Gefahr von Verätzungen. Dementsprechend werden immer wieder schwere Verätzungen gemeldet. Nahezu klassisch ist das Knien im frischen Estrich oder Beton mit keiner oder unzureichender Schutzkleidung. Im Gegensatz zum Kontakt mit Säuren wird der Hautkontakt mit alkalischen Lösungen erst nach einiger Zeit als schmerzhaft empfunden. Zu diesem Zeitpunkt besteht dann aber meist schon eine massive Verätzung. In vielen Fällen müssen dann Hauttransplantationen durchgeführt werden. Man kann davon ausgehen, dass es neben den schweren Verätzungen, die z. B. in dermatologischen Kliniken oder bei den Berufsgenossenschaften gemeldet werden, noch eine Vielzahl leichter Verätzungen gibt, die von den betroffenen Verarbeitern als völlig normale Verletzung hingenommen werden.

Zum Jahresbeginn 2021 entfiel der Unterlassungszwang (Aufgabe der die Berufskrankheit verursachenden Tätigkeit), der bisher eine Voraussetzung zur Anerkennung verschiedener Berufskrankheiten (BK) war. Das betrifft auch die BK-Nr. 5101 "Schwere oder wiederholt rückfällige Hauterkrankungen". Der Wegfall des Unterlassungszwang ermöglicht den betroffenen Personen die Fortsetzung der beruflichen Tätigkeit trotz aufgetretener Hauterkrankungen und damit den Erhalt des Arbeitsplatzes. Eine weitere dermale Exposition trotz bestehender Allergie ist zumindest aus medizinischer Sicht nicht zu befürworten. Bei zementbedingten Hauterkrankungen ist dies aber das gängige Vorgehen. Aufgrund der geänderten Anerkennungspraxis ist bei den Berufsgenossenschaften ...

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