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Schutz vor Gefährdung durch elektrischen Schlag / 1 Elektrounfallgeschehen

Dipl.-Ing. Matthias Glawe
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Elektrounfälle bilden im Vergleich zu anderen Unfallarten von ihrer Anzahl her eine relativ kleine Gruppe. So wurden z. B. im Jahre 2022 bei der BG ETEM 515 meldepflichtige Stromunfälle angezeigt, darunter 2 tödliche Unfälle. Die Statistik der Stromunfälle zeigt, abgesehen von vereinzelten Spitzen, über die letzten Jahre eine fallende Tendenz. Die statistischen Auswertungen der Stromunfälle für das Jahr 2021 zeigen auch, dass 88,3 % im Niederspannungsbereich und nur 0,8 % im Hochspannungsbereich auftreten. Die Mehrzahl der Verunfallten waren Elektrofachkräfte (49,2 %), gefolgt von den elektrotechnisch unterwiesenen Personen (32,2 %); 18,1 % der Betroffenen waren elektrotechnische Laien.[1]

Unabhängig von den sonstigen Entwicklungen des Arbeitsunfallgeschehens lassen sich 2 Grundaussagen treffen: Der Anteil der Stromunfälle am Gesamtunfallgeschehen ist eher gering. Die Todesfallrate ist allerdings höher als bei vielen anderen Unfallarten.

Eine Studie[2] zeigte, dass die Ursachen für elektrische Unfälle heute v. a. sind:

  • Verhaltensfehler, z. B. unsachgemäße Handhabung, Bedienung und Reparatur von elektrischen Geräten und Anlagen;
  • unterlassene Wartung, insbesondere bei beweglichen Leitungen.

Bei der Auswertung der Unfallstatistiken haben die Autoren mehrere Faktoren berücksichtigt, z. B. unterschiedliche Arbeitsanforderungen und Tätigkeitsmerkmale von Fachleuten und Laien, den ausbildungsbedingten Kenntnisstand und die Tatsache, dass Arbeiten an elektrischen Anlagen nur von Fachkräften durchgeführt werden dürfen. Außerdem wurde deutlich, dass die meisten Stromunfälle im Niederspannungsbereich geschehen. Gefährdet sind in den elektrotechnischen Berufen besonders Obermonteure, in den nichtelektrotechnischen Berufen in erster Linie Betriebsleiter, Ingenieure und Meister. Betriebs...

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