Prof. Dr. Klaus Schneider
Die Grundlage der Discounted-Cash-Flow-Verfahren ist ebenfalls, wie beim Ertragswertverfahren, das Kapitalwertkalkül. Zukünftige finanzielle Überschüsse in Form von Cashflow werden auf den Bewertungsstichtag abgezinst.
DCF-Verfahren als internationaler Bewertungsstandard
Im internationalen Kontext sind die DCF-Methoden die am weitesten verbreiteten und anerkannten Verfahren der Unternehmensbewertung. Sie werden bei (internationalen) Unternehmenstransaktionen zur Bestimmung des Marktwerts des angebotenen bzw. anvisierten Zielobjekts verwendet.
DCF-Verfahren werden auch in der wertorientierten Unternehmensführung zur monetären Quantifizierung der Auswirkungen verschiedener geplanter Unternehmensstrategien auf den Unternehmenswert eingesetzt.
Die Rechengröße bei den DCF-Verfahren stellen die künftigen Zahlungsflüsse (Cashflows) an die Investoren dar. Je nach angewandter Methode innerhalb der DCF-Verfahren werden die Cashflows unterschiedlich definiert. Trotz der Unterschiede in Rechengrößen und -technik erhält man bei Anwendung der verschiedenen Methoden unter konsistenten Annahmen aber grundsätzlich übereinstimmende Ergebnisse.
Innerhalb der DCF-Verfahren lassen sich 2 große Kategorien unterscheiden: Entity- und Equity-Ansatz (Brutto- und Nettokapitalisierung). Die bekanntesten Vertreter des Entity-Ansatzes sind die Methode der gewogenen Kapitalkosten (WACC-Ansatz) und die Methode des angepassten Barwerts (APV-Ansatz). Beim Equity-Ansatz ist es die Methode der direkten Ermittlung des Werts des Eigenkapitals.
Abb. 5 Discounted-Cash-Flow-Verfahren
3.5.1 Der Entity-Ansatz
Beim Entity-Ansatz wird der Marktwert des Eigenkapitals und damit der Unternehmenswert in 2 Schritten ermittelt. Im 1. Schritt werden der Marktwert des Gesamtkapitals und der Marktwert des Fremdkapitals ermittelt. Im darauffolgenden 2. S...