Umsatzsteuer in Italien / 5.1 Vorschriften zur Rechnungserteilung

Jeder Unternehmer, der Umsätze bewirkt, ist zur Rechnungserteilung verpflichtet. Rechnungen sind sofort zum Zeitpunkt des Umsatzes auszustellen, bei innergemeinschaftlichen Lieferungen bis zum 15. Tag des auf die Lieferung folgenden Monats. Vereinfachte Rechnungsangaben gelten für Rechnungen bis 400 EUR (ab 24.5.2019; vorher: 100 EUR). Die Mindestangaben in den vereinfachten Rechnungen sind:

  • Einmalige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer,
  • Datum der Rechnung,
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Anbieters,
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Kunden (B2B)
  • Name und Anschrift des Verkäufers und des Kunden,
  • Beschreibung der Waren / Dienstleistungen,
  • Preis, einschließlich ausreichender Informationen zur Überprüfung der Mehrwertsteuerberechnung.

Artikel 26 des Präsidialerlasses D.P.R. Nr. 633 von 1972 legt die Regelungen für Änderungen in Form von Betragserhöhungen oder -minderungen fest. Bei Änderungen in Form von Erhöhungen sind Korrekturrechnungen obligatorisch. Es ist daher in jedem Fall erforderlich, eine zusätzliche Rechnung auszustellen. Bei Änderungen in Form von Minderungen ist dies freigestellt, aber auf die Fälle beschränkt, die ausdrücklich in Artikel 26 aufgeführt sind. Es gibt keine Fristen für die Erstellung von Korrekturrechnungen bei Minderungen, wenn diese auf Mängel oder auf eindeutige Vertragsklauseln zurückzuführen sind oder wenn sie durch den Gesetzgeber vorgeschrieben sind (zum Beispiel verwaltungstechnische oder gerichtliche Erklärungen über die Nichtigkeit, den Widerruf, die Aufhebung oder die Auflösung eines Vertrags).

Gemäß Artikel 6 Abs. 8 des decreto legislativo Nr. 471 v. 18.12.1997 wird der Zessionar oder der Kommittent, der im Rahmen seiner unternehmerischen, gewerblichen oder beruflichen Tätigkeit Gegenstände oder Dienstleistungen erworben hat, ohne dass eine rechtmäßige Rechnung ausgestellt worden wäre, oder durch Ausstellung einer gesetzwidrigen Rechnung seitens des anderen Vertragsnehmers, unbeschadet der Verantwortung des Lieferers oder des Dienstleistungserbringers, mit Verwaltungsstrafen in Höhe des gesamten Steuerbetrags, jedoch mindestens Geldbußen belegt, wenn er den Umsatz nicht auf folgende Weise legalisiert:

  • wenn er innerhalb von vier Monaten nach Tätigung des Umsatzes keine Rechnung erhalten hat, innerhalb von 30 Tagen durch Vorlage bei dem für ihn zuständigen Amt, nach vorheriger Bezahlung der Steuer, eines Dokuments in zweifacher Ausfertigung, aus dem die Angaben ersichtlich sind, die in Artikel 21 des Erlasses D.P.R. Nr. 633 von 1972 in Bezug auf die Rechnungstellung für Umsätze festgelegt sind;
  • wenn er eine gesetzwidrige Rechnung erhalten hat, durch Vorlage beim Amt innerhalb von 30 Tagen nach Registrierung derselben, eines zusätzlichen Dokuments in zweifacher Ausfertigung mit denselben Angaben wie vor, nach vorheriger Überweisung des möglicherweise geschuldeten höheren Steuerbetrags.

Rechnungen sind bis zum Ablauf des 4. Jahres nach Vorlage der Steuererklärung für das Jahr der Rechnungsausstellung aufzubewahren.

Ab 31.3.2015 sind Rechnungen bei Leistungen an bestimmte öffentliche Einrichtungen zwingend auf elektronischem Weg zu erteilen.

Seit 1.1.2018 müssen Verkaufs- und Einkaufsrechnungen vierteljährlich bis zum Ende des 2. Monats des Folgequartals der Finanzbehörde gelistet werden (Identifikation des leistenden Unternehmers, des Leistungsempfängers, Datum und Nummer der Rechnung, Bemessungsgrundlage, Steuersatz, Steuerbetrag).

Seit 1.1.2018 gilt, dass bei der Ausstellung von Rechnungen mit einem überhöhten Steuerausweis eine Geldbuße zwischen 250 und 10.000 EUR verhängt werden kann. Die frühere Regelung, dass in solchen Fällen der Rechnungsempfänger keinen Vorsteuerabzug hatte (und ein Bußgeld von 90 % des abgezognenen Steuerbetrags zu leisten hatte), ist entfallen. Dies gilt aber nicht in Betrugsfällen.

Seit 1.1.2019 müssen Rechnungen und damit zusammenhängende Berichtigungen für Lieferungen von Waren und Dienstleistungen zwischen in Italien ansässigen oder für MwSt-Zwecke registrierten Vertragsparteien elektronisch über das ITA-SdI-System (Sistema di interscambio) ausgestellt werden. Anhang A des Protokolls Nr. 99922/2020 v. 28.2.2020 der ITA enthält neue technische Spezifikationen, die qualifizierte Steuerpflichtige für elektronische Rechnungen anwenden müssen, die ab dem 1.10.2020 ausgestellt und eingegangen sind.

Im Allgemeinen kann, wenn ein Steuerpflichtiger qualifizierende Waren aus einem Mehrwertsteuerlager entfernt, die erforderliche Eigenrechnung wahlweise in Papierform oder in elektronischer Form ausgestellt werden. Wurde die entfernte Ware jedoch Gegenstand einer (in Italien stattfindenden) Dienstleistung, die ihren Wert in dem Zeitraum, in dem sie im Mehrwertsteuerlager gelagert wurde, erhöht, ist die Ausstellung der Eigenrechnung in elektronischer Form vorgeschrieben. und infolgedessen über das ITA-SdI-System zu übermitteln.

In Bezug auf spätere Rechnungsberichtigungen (z.B. wegen nachträglich eingeräumter Rabatte) gilt:

  • die gleichen Regeln für die el...

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