Zusammenfassung

 
Überblick

Die Frage, ob und welche Kosten für ein Arbeitszimmer als Werbungskosten geltend gemacht werden können, steht immer wieder im Fokus der Rechtsprechung. Der Beitrag enthält eine alphabetische Auflistung der für die steuerliche Berücksichtigung eines Arbeitszimmers relevanten Begriffe und Fragestellungen, z. B. Absetzung für Abnutzung, Ehegatten oder Einrichtung.

Die Fragen der Abzugsfähigkeit eines Arbeitszimmers für einzelne Berufsgruppen sind Gegenstand des Beitrags "Arbeitszimmer bei Arbeitnehmern".

Pandemiebedingt ist für die Jahre 2020 und 2021 eine Homeoffice-Pauschale eingeführt worden. Liegt kein häusliches Arbeitszimmer vor oder wird auf einen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer verzichtet, kann der Steuerpflichtige für jeden Kalendertag der Tätigkeit im Homeoffice einen Betrag von 5 EUR abziehen, höchstens 600 EUR im Wirtschafts- oder Kalenderjahr. Teilweise haben die nachfolgend dargestellten Begrifflichkeiten auch Bedeutung bei der Berücksichtigung der Pauschale.

Weitere Einzelheiten zur Homeoffice-Pauschale sind ebenfalls Gegenstand des Beitrags "Arbeitszimmer bei Arbeitnehmern".

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Rechtsgrundlagen zum Werbungskostenabzug für ein Arbeitszimmer finden sich in § 9 Abs. 5 i. V. m. § 4 Abs. 5 Nr. 6b Satz 1 EStG. Zur einkommensteuerrechtlichen Behandlung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer hat die Finanzverwaltung mit BMF, Schreiben v. 6.10.2017, IV C 6 – S 2145/07/10002 :019, BStBl 2017 I S. 1320 Stellung genommen. Der Erlass ist in allen offenen Fällen ab dem Veranlagungszeitraum 2007 anzuwenden.

Die Regelung zur Homeoffice-Pauschale findet sich in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG.

Absetzung für Abnutzung – AfA

Bewegliche Wirtschaftsgüter

Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Anschaffung von Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung durch den Arbeitnehmer sich auf mehr als 1 Jahr erstreckt, sind auf die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt in Gestalt der AfA als Werbungskosten abziehbar.[1] Bei beweglichen Wirtschaftsgütern, die nach dem 31.12.2019 und vor dem 1.1.2022 angeschafft oder hergestellt worden sind, ist auch eine degressive AfA in fallenden Jahresbeträgen möglich. Diese darf das Zweieinhalbfache des bei der linearen AfA in gleichen Jahresbeträgen in Betracht kommenden Prozentsatzes betragen und 25 % nicht übersteigen.[2] Bei Anschaffungskosten bis zu 800 EUR (netto) ist keine Verteilung auf die Nutzungsdauer erforderlich.[3]

Vielfach handelt es sich im Zusammenhang mit Arbeitsmitteln bzw. Geräten zur Ausstattung des Arbeitszimmers um sog. digitale Wirtschaftsgüter. Die Nutzungsdauer für "Computerhardware" sowie für die immateriellen Wirtschaftsgüter der "Betriebs- und Anwendersoftware" ist durch Verwaltungsanweisung auf 1 Jahr gemindert worden. Damit erfolgt die vollständige Abschreibung für Computerhardware und -software regelmäßig bereits im Jahr der Anschaffung.[4]

Gebäude

Bei im Eigentum des Arbeitnehmers stehenden Gebäuden und Wohnungen gehört die anteilige AfA für das Arbeitszimmer zu den abzugsfähigen Aufwendungen.[1]

Hinsichtlich der Gebäude-AfA für das Arbeitszimmer wird bei Miteigentum von Ehegatten an dem Hausgrundstück unterstellt, dass jeder Ehegatte die Kosten seines Anteils getragen hat. Anteilige AfA für den Eigentumsanteil des anderen Ehegatten sind grundsätzlich nicht abziehbar.

Bei Wohnungen, die einem Ehepartner allein gehören, hat die Rechtsprechung folgende Grundsätze aufgestellt: Allein aufgrund der Tatsache, dass ein Ehegatte gemeinsam mit seinem Ehepartner ein Arbeitszimmer in der dem Ehepartner gehörenden Wohnung nutzt, sind ihm die anteiligen Anschaffungs- oder Herstellungskosten nicht zuzurechnen.[2] Beteiligt sich jedoch der Ehegatte an den Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines Gebäudes, das seinem Ehepartner gehört und in dem er ein Arbeitszimmer nutzt, kann er die auf diesen Raum entfallenden eigenen Aufwendungen grundsätzlich als Werbungskosten geltend machen. Bemessungsgrundlage der AfA sind die auf das Arbeitszimmer entfallenden Anschaffungs- oder Herstellungskosten, soweit sie der Kostenbeteiligung des Ehegatten entsprechen.[3] Werden nur die laufenden Aufwendungen für ein Gebäude, das dem anderen Ehepartner gehört, gemeinsam getragen, kann der Arbeitnehmer keine AfA geltend machen.[4]

Nutzt ein Ehegatte allein eine Wohnung zu beruflichen Zwecken (außerhäusliches Arbeitszimmer), kann er AfA und Schuldzinsen nur entsprechend seinem Miteigentumsanteil als Werbungskosten geltend machen, wenn die Darlehen zum Erwerb der Wohnung gemeinsam aufgenommen und Zins und Tilgung von einem gemeinsamen Konto beglichen werden.[5]

 
Praxis-Beispiel

Arbeitszimmer im Haus des Ehegatten

Der Ehemann M hat mit Mitteln aus einer von ihm gemachten Erbschaft ein Einfamilienhaus zum Kaufpreis von 250.000 EUR (Gebäudeanteil 200.000 EUR, Grund und Boden 50.000 EUR) z...

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