Sind beide Ehegatten Miteigentümer des Grundstücks, in dem sich das häusliche Arbeitszimmer befindet, und werden die laufenden Kosten hierfür von einem gemeinsamen Konto bezahlt, sind sämtliche Aufwendungen in Zusammenhang mit dem häuslichen Arbeitszimmer unter den weiteren Abzugsvoraussetzungen als Werbungskosten abziehbar.

Ist nur ein Ehegatte Eigentümer des Hausgrundstücks und beteiligt sich der Einkunftserzieler (Nichteigentümer-Ehegatte) an den laufenden Aufwendungen des Hauses, ist zwischen allgemeinen Grundstückskosten, die das gesamte Hausgrundstück betreffen, und "nutzungsbedingten" Grundstückskosten, die allein durch die Nutzung des beruflich genutzten Raums entstehen, zu unterscheiden.[1]

Nutzungsbedingte Aufwendungen, die dem Einkunftserzieler für sein Arbeitszimmer im Hause des anderen Ehegatten entstehen, kann er als eigene Werbungskosten geltend machen, soweit sie mit seiner beruflichen Nutzung zusammenhängen (z. B. Aufwendungen für Heizung, Beleuchtung, Reinigung, Schönheitsreparaturen, Renovierung von Türen und Fenstern). Die allgemeinen Grundstückskosten wie z. B. die Aufwendungen zur Renovierung von Treppenhaus, Fassade usw. sind abziehbar, wenn sie aufgrund einer "Absprache" zwischen den Ehegatten zulasten eines Kontos des Einkunftserzielers tatsächlich getragen werden. Werden die Aufwendungen zulasten eines gemeinsamen Kontos der Ehegatten bezahlt, wird unterstellt, dass diese Zahlungen zugunsten des Einkunftserzielers geleistet worden sind. Werden die Aufwendungen jedoch vom Konto des Eigentümers gezahlt, handelt es sich um sog. Drittaufwand, der grundsätzlich nicht abzugsfähig ist. Um allen etwaigen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, empfiehlt sich der Abschluss eines ordnungsgemäßen Mietvertrags zwischen den Ehegatten, der einem Fremdvergleich standhält.[2]

Nutzen Ehegatten ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam, ist die Höchstbetragsgrenze von 1.250 EUR personenbezogen anzuwenden, sodass jeder von ihnen seine Aufwendungen hierfür bis zu dieser Obergrenze einkünftemindernd geltend machen kann.[3] Nutzen Ehegatten bei hälftigem Miteigentum ein häusliches Arbeitszimmer gemeinsam, sind die Kosten jedem Ehepartner grundsätzlich zur Hälfte zuzuordnen.[4] Das gilt, soweit beide Ehegatten die Abzugsvoraussetzung (kein anderer Arbeitsplatz) erfüllen.[5]

Nutzt ein Ehegatte allein eine gesonderte Wohnung zu beruflichen Zwecken (außerhäusliches Arbeitszimmer), kann er sog. grundstücksorientierte Aufwendungen (z. B. AfA und Schuldzinsen) nur entsprechend seinem Miteigentumsanteil als Werbungskosten geltend machen, wenn die Darlehen zum Erwerb der Wohnung gemeinsam aufgenommen und Zins und Tilgung von einem gemeinsamen Konto beglichen werden. Die sog. nutzungsorientierten Aufwendungen (Energiekosten, Wasser) können in voller Höhe abgezogen werden.[6]

Für eingetragene Partner einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft gelten die gleichen Grundsätze. Zu nichtehelichen Lebensgemeinschaften s. "Lebensgemeinschaft, nichteheliche".

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Finance Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Finance Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge