Toner – nur Staub oder auch Gefahr?

Zusammenfassung

 

Überblick

Husten am Arbeitsplatz oder brennende Augen am Schreibtisch. Schuld daran sei der Tonerstaub, meinen die einen. Unbegründete Panikmache, sagen die anderen. Klar ist, dass Feinstaub aus Druckern und Kopierern austritt.

In einer umfangreichen Bewertung schloss das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) 2008 gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Emissionen aus Büromaschinen nicht generell aus: Laserdrucker, -kopierer und Multifunktionsgeräte könnten dazu beitragen, unspezifische Symptome wie Schleimhautbeschwerden, Bindehautreizungen, Reizungen des Atemtraktes und der Rachenschleimhaut hervorzurufen. Schwerwiegende Gesundheitsschäden seien nach der ärztlichen Datenlage jedoch nicht zu beobachten.

Seit dieser Einschätzung haben von staatlicher bzw. behördlicher Seite keine Untersuchungen mehr stattgefunden. Allerdings gibt es wissenschaftliche Studien aus Deutschland und weiteren Ländern, die gesundheitliche Risiken durch Toner belegen.

Dieser Beitrag gibt u. a. einen Überblick über die Inhaltsstoffe von Toner, mögliche Gesundheitsgefahren und nennt Präventionsmöglichkeiten.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Die DGUV-I 215-410 "Bildschirm- und Büoarbeitsplätze – Leitfaden für die Gestaltung" konkretisiert u. a. die sicherheitstechnischen und arbeitsorganisatorischen Aspekte im Umgang mit Toner. Sie ersetzt die DGUV-I 215-421 "Laserdrucker sicher betreiben", die 2017 zurückgezogen wurde.

Angaben über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen finden sich gemäß EG-Verordnung Nr. 1272/2008 in den Sicherheitsdatenblättern der Hersteller.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, nur Geräte mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel" einzusetzen.

1 Woraus setzt sich Toner zusammen?

Die Zusammensetzung von Toner für Laserdrucker und Kopierer variiert je nach Herstellerfirma. Die Hauptbestandteile sind

  • Pigmente,
  • polymere Bindemittel und
  • ggf. zusätzliche Ladungsträger und Hilfsmittel.

Die Tonermaterialien bestehen aus synthetischen Kohlestoff- (Carbon Black) oder Eisenoxidpartikeln. Die staubförmigen Inhaltsstoffe haben die Größe von Nanopartikeln und werden durch Kunstharz gebunden.

In Tonern finden sich als Nanopartikel auch gesundheitsschädliche Stoffe wie

  • Nickel,
  • Benzol,
  • Tributylzinn (TBT),
  • Aluminium oder
  • andere Schwermetalle.

Der Mensch ist gegen Nanopartikel nicht gewappnet

Der Mensch ist von der Evolution mit Abwehrmechanismen gegen Staub ausgestattet. Flimmerhärchen und Schleim transportieren solche Fremdkörper aus dem Körper. Damit das funktioniert, muss das Staubkorn aber groß genug sein. Nanopartikel sind im Durchmesser kleiner als ein Zehntausendstel Millimeter. Gegen diese Winzlinge kann sich der Körper nicht wehren. Die Ultrafeinstaubpartikel dringen in die Lungenbläschen ein und gelangen von dort über den Blutkreislauf auch in andere Organe.

Toner – Tonerstaub – Emissionen

Die Diskussion ist so schwierig, da die Begriffe Toner, Tonerstaub und Emissionen aus Lasergeräten oft ungenau verwendet werden. Toner ist die Substanz, die in der Kartusche eingeschlossen ist. Tonerstaub meint die Partikel des Toners. Bei den Emissionen handelt es sich neben einem geringen Anteil an Tonerstaub vor allem um Papierstaub aus den Geräten sowie aufgewirbelten Hausstaub.

2 Studien – Ergebnisse und offene Fragen

Bis zu 90 % des Tages verbringen wir in Innenräumen. Dort wimmelt es von chemischen und biologischen Stoffen durch Bauprodukte, Möbel, Reinigungsmittel, Raumluftsprays, Kosmetika und Bürogeräte, wie Laserdrucker und Kopierer. Mehr als 200 flüchtige und schwer flüchtige organische Verbindungen schweben in der Raumluft und belasten sie.

Dass in Toner Schadstoffe enthalten sind, ist durch Studien erwiesen. Nicht einig sind sich die Forscher allerdings, wenn es darum geht, Risiken und Konsequenzen daraus abzuleiten. Über die Jahre hat sich die Diskussion eher verschärft. Man kann auch sagen: je kleiner die Tonerpartikel werden, desto vehementer drängen die einen nach einer Lösung und desto aufwendiger wird auf der anderen Seite der wissenschaftliche Beleg, der für Entscheidungen notwendig ist.

Studien decken immer nur begrenzte Forschungsbereiche ab. Das ist auch der Fall, wenn es um Emissionen aus Bürogeräten geht. Einmal wird nachgewiesen, dass beim Druckprozess viele unterschiedliche Stoffe emittieren, allerdings kann nur ein Teil davon exakt benannt werden. Dann wieder werden Schadstoffe nachgewiesen, über deren genaue Konzentration aufgrund der Untersuchungsmethode nichts ausgesagt werden kann. Wieder andere Untersuchungsreihen gehen von Bedingungen aus, die keine Rückschlüsse auf gesundheitliche Risiken für den Menschen zulassen.

Übersicht über die wichtigsten Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre

  • Laserdrucker schleudern u. a. metallische Nanopartikel in die Atemluft. Diese stehen unter dem Verdacht, ähnlich Trojanern über die Lunge ins Blut zu gelangen.
  • Messungen in den Jahren 2005 bis 2007 des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ergeben an Büroarbeitsplätzen durchschnittlich – also über den Arbeitstag verteilt – weniger als 30 Mikrogramm ...

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