Mitarbeiter fühlen sich allein gelassen
Nur 30 Prozent der Unternehmen in Deutschland behaupten von sich, über die richtigen Führungsqualitäten und -skills zu verfügen, um den von der Digitalisierung ausgelösten Wandel zu bewältigen. International sind es 35 Prozent. Das zeigt die Untersuchung "Understanding Digital Mastery Today: Why Companies are Struggling With Their Digital Transformations" von Capgemini. Das Hauptproblem liegt demnach in der Unternehmenskultur: Die überwältigende Mehrheit der Unternehmen schafft es nicht, ihre Mitarbeiter in die digitale Transformation einzubinden und "eine starke digitale Kultur" zu etablieren, wie es in der Studie heißt.
Und das, obwohl die Unternehmen weltweit enorme Summen in die Digitalisierung investieren. Bis zum Jahr 2021 sollen es insgesamt voraussichtlich mehr als zwei Billionen US-Dollar sein. Trotzdem sehen sich in Deutschland nur 31 Prozent der Unternehmen technisch gut gerüstet; in Sachen Leadership sind es ähnlich wenige. Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2012 stehen die Unternehmen weltweit in Führungsfragen heute schlechter da: Sagten damals 45 Prozent, sie verfügten über die erforderlichen Führungsqualitäten, sind es heute nur 35 Prozent.
Es mangelt an Digital Leadership
Wesentlicher Grund für die Stagnation bei der digitalen Transformation ist laut Studie, dass die Unternehmen ihre Mitarbeiter nicht in den Wandel einbeziehen. 2012 sagten noch 49 Prozent der Befragten, dass sich bei ihnen jeder Mitarbeiter zu Fragen der Digitalisierung äußern kann und dass es breit angelegte Diskussionen rund um die digital bedingten Veränderungen gibt. Heute sind es nur noch 36 Prozent; in Deutschland sogar nur 27 Prozent. Ebenso mau ist die Beteiligung der Mitarbeiter an digitalen Initiativen.
Angesichts der hohen Investitionssummen ist überraschend, dass international 38 Prozent - in Deutschland nur 29 Prozent - der Befragten sagen, ihre Mitarbeiter hätten die richtigen Tools, um digital zusammenzuarbeiten. Vor sechs Jahren waren es noch 70 Prozent weltweit. Und digitale Instrumente für den Austausch und Dialog zwischen Mitarbeiter und Führungskraft nutzen nur 33 Prozent der Unternehmen weltweit – in Deutschland nur 28 Prozent (2012 lag der Wert bei 68 Prozent).
Mit anderen Worten: Die Welt wird immer digitaler und kollaborativer, aber die Unternehmen verpassen die Chancen, die das eröffnet. Sie entwickeln sich sogar zurück. Und lassen ihre Mitarbeiter mit den Herausforderungen der Digitalisierung allein.
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