Digitale Relevanz statt digitaler Demenz
Das technologiegestützte Lernen ist das Leitthema der Messe und des Kongresses der Learntec in Karlsruhe. Selten wurde das Lernen und der Zugang von Kindern zu Computer und Internet so emotional in Funk und Fernsehen diskutiert wie mit Erscheinen des Buchs "Digitale Demenz" von dem Ulmer Professor Manfred Spitzer. Die Marketing-Kampagne rund um das Buch zur schädlichen Wirkung des Computers und Internets auf das kindliche Gehirn führte durch zahlreiche Talkshows und Radiosendungen und traf in der Öffentlichkeit auf ein großes Echo.
Verunsicherung führt zu Angst
Die Frage nach dem Grund für die Aufregung bildete den Ausgangspunkt der Diskussion, zu der die Learntec-Macher zur Podiumsrunde mit den Professoren Gerard de Haan von der Freien Universität Berlin und Peter Vorderer von der Universität Mannheim sowie Moderatorin Yves Fehring vom ZDF nach Karlsruhe eingeladen hatten. Obwohl der Bundesgerichtshof den Internetzugang gerade erst als elementar für die Lebensführung im privaten Bereich anerkannt habe, herrsche noch erhebliche Verunsicherung bei vielen Menschen. Die Thesen, die Professor Spitzer in seinem Buch vertrete, seien daher auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Angst sei vielschichtig begründet. Der unbegrenzte Zugang zu Wissen und Medien im Internet, der schon Kindern zur Verfügung stehe, stelle zum Beispiel eine Art Machtverlust für Eltern dar.
Wichtig sei es deshalb unter anderem, sich bewusst zu machen, dass es in der Geschichte der Menschheit eine natürliche Tatsache sei, altes Wissen zu vergessen und neues Wissen zu erfahren
Reflektierter Umgang mit digitalen Medien entscheidend
In der zeitweise auch kontrovers geführten Diskussion herrschte aber Einigkeit darüber, dass es einen Unterschied zwischen dem unbegrenzten und unreflektierten Umgang mit digitalen Medien und der Fähigkeit gebe, damit selbstreguliert zu lernen. Wer diese Kompetenz nicht erwerbe, sei auf lange Sicht benachteiligt.
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