Entscheidungsstichwort (Thema)
Steuerliche Berücksichtigung von Pflegeversicherungsbeiträgen im Zusammenhang mit luxemburgischen Renteneinkünften
Leitsatz (amtlich)
1. Auch den inländischen Leibrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbare Auslandsrenten werden vom Anwendungsbereich des § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1a) EStG umfasst.
2. Innerhalb des § 10 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1c) EStG ist eine differenzierte Betrachtung der Vorsorgeaufwendungen nach der jeweiligen Versicherungssparte (Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung) vorzunehmen.
Normenkette
EStG 2018 § 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b), Nr. 3a), Abs. 2 S. 1 Nr. 1, Abs. 4; EStG § 19 Abs. 1 Nr. 2, § 22 Nr. 1 S. 3a) aa), § 52 Abs. 18 S. 3; SGB V § 5 Abs. 1 Nr. 11, § 228 Abs. 1 S. 2; SGB XI § 20 Abs. 1 S. 1 Nr. 11, § 57 Abs. 1 S. 1; DBA LUX 2012 Art. 17 Abs. 2; AEUV Art. 45
Nachgehend
Tatbestand
Streitig ist die Berücksichtigung von Beiträgen zur gesetzlichen Pflegeversicherung als Sonderausgaben.
Die im Inland wohnenden Kläger sind Eheleute, die im Streitjahr 2014 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Sie bezogen jeweils eine im Inland steuerpflichtige Leibrente. Der Kläger bezog zusätzlich von der luxemburgischen Caisse nationale d’assurance pension eine Rente i.H.v. 37.568,88 € (brutto), von der ein Steuerabzug i.H.v. 1.642,00 € einbehalten wurde.
In ihrer Einkommensteuererklärung 2014 machte der Kläger Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung i.H.v. 3.318,00 € und Beiträge zur Pflegeversicherung i.H.v. 829,00 € als Sonderausgaben geltend; die Klägerin machte Beiträge zur Krankenversicherung i.H.v. 483,00 € und Beiträge zur Pflegeversicherung i.H.v. 120,00 € geltend (Bl. 5 ESt-Akte). Laut Bescheinigungen der AOK vom 25. März 2015 und 18. Januar 2016 entf...