Robert Bartel, Florian Mohr
Der Bereich des Supply Chain Managements wird im Hinblick auf eine nachhaltige Transformation von Unternehmen häufig insgesamt als "schwierig" angesehen. Zum einen wird oftmals die eigene Handlungsfähigkeit gegenüber Lieferanten in Frage gestellt. Zum anderen ist es trotz fortschreitender Digitalisierung schwierig, Nachhaltigkeitsdaten von Lieferanten zu erhalten. Selbst wenn Lieferanten Informationen über sich oder ihre Produkte zur Verfügung stellen, stellt sich das noch größere Problem der mangelnden Verlässlichkeit und Validierung dieser Daten sowie der mangelnden Vergleichbarkeit der Daten zwischen verschiedenen Lieferanten.
In einigen Fällen drängt sich der Eindruck auf, dass dies als Vorwand genutzt wird, um nicht aktiv zu werden – eine Strategie, die im Hinblick auf die künftige Regulierung und die verpassten Chancen als schlecht erscheint. Mit einer gut durchdachten Zielsetzung, die z. B. vor allem auf Produktentwicklung und "Sekundärdaten" setzt, lassen sich aber diese Startschwierigkeiten schon heute leicht überwinden.
Wie bereits erwähnt, ist die Supply Chain ein wichtiger Hebel und in vielen Fällen ein Enabler für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Für viele Ansätze und Möglichkeiten der Circular Economy ist sie sogar essenziell. Denn Re-Cycling, Re-Manufacturing, Re-Use und Co. sind nur möglich, wenn die Produkte nicht nur zum Kunden, sondern auch wieder zurück in die Supply Chain gelangen. Nur so ist es möglich, in Netzwerken zu arbeiten, die direkt mit dem Thema zu tun haben. Um hier den Einstieg zu erleichtern, wurden zunächst drei Beispiele und Arbeitsblätter zusammengestellt, wie die Supply Chain nachhaltiger werden kann. Damit soll das Narrativ "Scope 3 ist schwierig" entkräftet werden, weshalb der Fokus zunächst auf die COe-Reduktion gelegt w...