Spenden sind, unabhängig davon, welcher Zweck gefördert wird, bis zu 20 % des Gesamtbetrags der Einkünfte als Sonderausgaben abzugsfähig. Alternativ können Spender mit Gewinneinkünften ihr Spendenvolumen mit 4 ‰ aus der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter berechnen.

Zuwendungen über diesen Höchstbeträgen werden, auch wenn es sich um mehrere Einzelspenden handelt, auf die folgenden Veranlagungszeiträume übertragen und dort – wiederum im Rahmen der Höchstbeträge – als Sonderausgaben berücksichtigt (Spendenvortrag).

 
Praxis-Beispiel

Spendenvortrag

Bei einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 30.000 EUR im VZ 2021 wurden folgende Beträge gespendet:

 
a) DRK für mildtätige Zwecke 3.000 EUR
b) örtliche Kirche für die Überholung der Orgel 2.000 EUR
c) örtlicher Sportverein zur Förderung der Jugendarbeit 4.000 EUR
Insgesamt 9.000 EUR

Ordnungsgemäße Spendenbescheinigungen liegen vor. Im VZ 2021  ist der Abzug wegen der Spendenobergrenze auf 20 % von 30.000 EUR = 6.000 EUR beschränkt.

Der übersteigende Betrag von 3.000 EUR wird als Spendenvortrag in den VZ 2022  übertragen.

Für den Sonderausgabenabzug im Jahr des Spendenvortrags gelten die Höchstbeträge ebenfalls. Der Vortrag wird mit Zuwendungen des laufenden Veranlagungszeitraums zur Berechnung des Höchstbetrags zusammengefasst.

Auch wenn die Summe der Spenden unter der 20 %-Grenze liegt, kann ein Vortrag in das Folgejahr in Betracht kommen. Dies hängt mit der Reihenfolge des Spendenabzugs im Berechnungsschema für die Ermittlung des Einkommens zusammen. Vorrangig sind nämlich die Vorsorgeaufwendungen sowie ein evtl. Verlustabzug nach § 10d EStG vom Gesamtbetrag der Einkünfte abzuziehen. Erst anschließend mindern die abziehbaren Spenden den verbleibenden Restbetrag bis auf 0 EUR. Die darüber hinausgehenden abziehbaren Zuwendungen können in den nächsten Veranlagungszeitraum vorgetragen werden.[1]

Im 1. Schritt ist also die 20 %-Grenze zu prüfen. Liegt die Summe der Spenden höher, geht der übersteigende Betrag in den Spendenvortrag. Im 2. Schritt ist zu prüfen, ob der Spendenbetrag bis zur 20 %-Grenze sich bei der Ermittlung des Einkommens auch auswirkt. Ist dies nicht oder nur teilweise der Fall, etwa weil vorrangig ein Verlustabzug nach § 10d EStG abzuziehen ist, wandert der Restbetrag ebenfalls in den Spendenvortrag. Dieser 2. Schritt greift auch dann, wenn die Summe der Spenden von vornherein unter der 20 %-Grenze liegt.

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